Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Heute können Sie unser Briefing erstmals auch auf Englisch lesen. Gibt es Themen aus der Schweiz, die Sie besonders interessieren?
Herzliche Grüsse
Das ist typisch Schweiz: Eine Familie muss ihr renoviertes Haus rückbauen, weil es ausserhalb der Bauzone steht. Das berichtet der Blick.
Familie Dermont kaufte ein Wochenendhaus in Hornussen AG für 160’000 Franken – unschlagbar günstig für die Schweiz.
Der Haken: Das Haus wurde gebaut, als die Schweiz noch nicht zwischen Bau- und Nichtbauland unterschied. Seit der Gesetzesänderung 1972 steht das Haus nun «ausserhalb der Bauzone».
Das heisst: Als Hauptwohnsitz darf das Wochenendhaus nicht genutzt werden. Die Renovationen der Familie Dermont müssen rückgängig gemacht werden. Die Familie zieht wieder in eine Mietwohnung.
- Der Artikel im BlickExterner Link.
- In einem zweiten Artikel erklärt der BlickExterner Link die Rechtsgrundlagen.
- Aus unserer Serie zum Thema Raumplanung: Dieser Artikel erklärt, warum 20 Prozent der Gebäude ausserhalb der Bauzone stehen.
- Ebenfalls mit Raumplanungsrecht herumschlagen müssen sich die Bewohner:innen von Mitholz: Weil das unterirdische Munitionslager geräumt wird, muss die Bevölkerung zehn Jahre woanders wohnen, wofür der Kanton laut SRFExterner Link Neueinzonungen zulassen wird.
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Die Mercosur- und EFTA-Staaten – darunter die Schweiz – haben ein Freihandelsabkommen ausgehandelt. Doch in den Bevölkerungen beider Regionen gibt es Widerstand.
Sowohl die EU als auch die EFTA möchten mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay Freihandel betreiben. Die Schweiz erhofft sich Vorteile für die Exportwirtschaft.
Doch überall gibt es Widerstand. Expert:innen aus der Mercosur-Region befürchten verschärfte Asymmetrien – und Neokolonialismus. Indigene Communities würden wegen der Landwirtschaft von ihrem Land vertrieben.
In der Schweiz gibt es Widerstand aus der – staatlich hochsubventionierten – Landwirtschaft, die sich vor Konkurrenz fürchtet. Es ist nicht damit zu rechnen, dass das Abkommen vor 2023 in Kraft treten wird.
- Den ganzen Artikel finden Sie auf swissinfo.ch.
- Aus unserem Archiv: Brände im Amazonasgebiet gefährden Abkommen mit dem Mercosur.
Während die SVP den Verhandlungsabbruch beim Rahmenabkommen mit Höhenfeuern feiert, hofft die SP auf Hilfe ihrer EU-Kumpane. Und die Aussenpolitische Kommission des Nationalrats will die Regierung auf dem Gesetzesweg zu einem neuen Austausch mit der EU zwingen.
Am Samstag entfachte die SVP in allen 26 Kantonen Höhenfeuer, um den Abbruch der Verhandlungen über das Rahmenabkommen mit der EU zu feiern.
Die SP hofft derweil, dass EU-Kommissare mit rotem Parteibuch helfen, doch noch einen Deal zwischen Bern und Brüssel zu finden.
Und die Aussenpolitische Kommission des Nationalrats hat eine Kommissions-Initiative beschlossen, welche die Regierung gesetzlich zu institutionellen Verhandlungen mit der EU zwingen soll.
- Der Artikel in der NZZExterner Link über die Höhenfeuer (Paywall).
- Der Artikel im BlickExterner Link über die Initiative der Aussenpolitischen Kommission sowie ein Artikel über die Bemühungen der SPExterner Link.
- Auch 20 MinutenExterner Link berichtete.
- Unser Korrespondent Alain Franco berichtete am Freitag aus Brüssel.
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Der 27-jährige Auslandschweizer Obadia Nicollerat aus Venezuela machte sich auf nach Cremona, um Geigenbauer zu werden. Heute lebt er mit Frau und Kind in Appenzell.
«Um mein Leben zu verstehen, muss ich mit der Geschichte meines Vaters beginnen», sagte Obadia Nicollerat der Schweizer Illustrierten. Sein Vater – ein katholischer Priester – wanderte 1966 vom Waadtland nach Venezuela aus.
Weil er sich in eine Schweizer Katechetin verliebte und mit ihr sieben Kinder bekam, musste er die Kirche verlassen und stattdessen als Bauer arbeiten. Sein Sohn Obadia hingegen wollte Geigenbauer werden.
In Cremona machte er ein Diplom. Danach zog der Auslandschweizer in die Heimat seiner Eltern. Geigen baut er nur noch «als Hobby», Geld verdient er inzwischen auf dem Bau. Zurück nach Venezuela will er nicht – das Land sei für die nächsten 20 Jahre ruiniert, glaubt er.
- Den ganzen Artikel finden Sie in der Printausgabe der Schweizer Illustrierten vom 25. Juni 2021 auf Seite 44.
- Unsere «Swiss Abroad»-Seite finden Sie hier.
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