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Zersiedelung

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Heute können Sie unser Briefing erstmals auch auf Englisch lesen. Gibt es Themen aus der Schweiz, die Sie besonders interessieren?

Herzliche Grüsse

Häuser
Keystone / Alessandro Della Bella

Das ist typisch Schweiz: Eine Familie muss ihr renoviertes Haus rückbauen, weil es ausserhalb der Bauzone steht. Das berichtet der Blick.

Familie Dermont kaufte ein Wochenendhaus in Hornussen AG für 160’000 Franken – unschlagbar günstig für die Schweiz.

Der Haken: Das Haus wurde gebaut, als die Schweiz noch nicht zwischen Bau- und Nichtbauland unterschied. Seit der Gesetzesänderung 1972 steht das Haus nun «ausserhalb der Bauzone».

Das heisst: Als Hauptwohnsitz darf das Wochenendhaus nicht genutzt werden. Die Renovationen der Familie Dermont müssen rückgängig gemacht werden. Die Familie zieht wieder in eine Mietwohnung.

Lisa Mazzone mit einem Delegierten der indigenen Bevölkerung aus Brasilien
Keystone / Peter Klaunzer

Die Mercosur- und EFTA-Staaten – darunter die Schweiz – haben ein Freihandelsabkommen ausgehandelt. Doch in den Bevölkerungen beider Regionen gibt es Widerstand.

Sowohl die EU als auch die EFTA möchten mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay Freihandel betreiben. Die Schweiz erhofft sich Vorteile für die Exportwirtschaft.

Doch überall gibt es Widerstand. Expert:innen aus der Mercosur-Region befürchten verschärfte Asymmetrien – und Neokolonialismus. Indigene Communities würden wegen der Landwirtschaft von ihrem Land vertrieben.

In der Schweiz gibt es Widerstand aus der – staatlich hochsubventionierten – Landwirtschaft, die sich vor Konkurrenz fürchtet. Es ist nicht damit zu rechnen, dass das Abkommen vor 2023 in Kraft treten wird.

Höhenfeuer
Keystone / Urs Flueeler

Während die SVP den Verhandlungsabbruch beim Rahmenabkommen mit Höhenfeuern feiert, hofft die SP auf Hilfe ihrer EU-Kumpane. Und die Aussenpolitische Kommission des Nationalrats will die Regierung auf dem Gesetzesweg zu einem neuen Austausch mit der EU zwingen.

Am Samstag entfachte die SVP in allen 26 Kantonen Höhenfeuer, um den Abbruch der Verhandlungen über das Rahmenabkommen mit der EU zu feiern.

Die SP hofft derweil, dass EU-Kommissare mit rotem Parteibuch helfen, doch noch einen Deal zwischen Bern und Brüssel zu finden.

Und die Aussenpolitische Kommission des Nationalrats hat eine Kommissions-Initiative beschlossen, welche die Regierung gesetzlich zu institutionellen Verhandlungen mit der EU zwingen soll.

Geigenbau
Keystone / Probst

Der 27-jährige Auslandschweizer Obadia Nicollerat aus Venezuela machte sich auf nach Cremona, um Geigenbauer zu werden. Heute lebt er mit Frau und Kind in Appenzell.

«Um mein Leben zu verstehen, muss ich mit der Geschichte meines Vaters beginnen», sagte Obadia Nicollerat der Schweizer Illustrierten. Sein Vater – ein katholischer Priester – wanderte 1966 vom Waadtland nach Venezuela aus.

Weil er sich in eine Schweizer Katechetin verliebte und mit ihr sieben Kinder bekam, musste er die Kirche verlassen und stattdessen als Bauer arbeiten. Sein Sohn Obadia hingegen wollte Geigenbauer werden.

In Cremona machte er ein Diplom. Danach zog der Auslandschweizer in die Heimat seiner Eltern. Geigen baut er nur noch «als Hobby», Geld verdient er inzwischen auf dem Bau. Zurück nach Venezuela will er nicht – das Land sei für die nächsten 20 Jahre ruiniert, glaubt er.

  • Den ganzen Artikel finden Sie in der Printausgabe der Schweizer Illustrierten vom 25. Juni 2021 auf Seite 44.
  • Unsere «Swiss Abroad»-Seite finden Sie hier.

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