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Heute in der Schweiz

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Die Schweizer Impfkampagne hat seit der Einführung der Zertifikatspflicht für Restaurants, Fitnesscenter und weitere öffentliche Einrichtungen wieder Fahrt aufgenommen. Die Massnahme treibt den Covid-Keil aber immer tiefer in die Gesellschaft.

Gehässigkeiten, Polizeikontrollen und eine Bundesratsposse sind nur die jüngsten sichtbaren Zeichen - und auf den Intensivstationen werden die Betten knapp. Verabschiedet sich die Schweiz mit dem Sommer auch von der gerade erst zurückgewonnenen Normalität?

Herzliche Grüsse

Keystone / Laurent Gillieron

80 Prozent der Corona-Patienten auf den Zürcher Intensivstationen haben einen Migrationshintergrund, und Bundesparlamentarier:innen kommen ohne Zertifikat in die Session.

Covid prägt weiterhin die Diskussionen in der Schweiz. Ob es im aufgeladenen Klima zur Entspannung beiträgt, darf bezweifelt werden: Aber der Kanton Zürich hat die Daten der Corona-Infizierten ausgewertet und kommt zum Schluss, dass 70 bis 80 Prozent der Intensivpatienten und -patientinnen einen Migrationshintergrund haben – der allerdings ein «vages Konstrukt sei», so ein Sprecher der Zürcher Gesundheitsdirektion.

Die Lage auf den Intensivstationen bleibt angespannt. Nach den Kardiologen haben am Dienstag auch die Herzchirurginnen Alarm geschlagen. Es könnten nicht mehr alle notwendigen Herzoperationen durchgeführt werden. Die Situation sei bedrohlich.

Der Bund hat indessen seine Anstrengungen erhöht, bei den Jungen für die Impfung zu werben. Jugendliche und junge Erwachsene sollen mit selbstironischen Fail-Videos für den Piks motiviert werden, das Bundesamt für Gesundheit hat dafür eine Kampagne auf Youtube, Tiktok und weiteren Kanälen lanciert.

Derweil haben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier in Bern Zutritt zur Herbstsession, ohne ein Zertifikat vorzuweisen – und längst nicht alle sind geimpft.

© Keystone / Gaetan Bally

In Schweizer Polizeidatenbanken sind hunderte als Gefährder und Gefährderinnen registriert – auch Menschen, die nicht wirklich gefährlich sind.

Das berichtet die NZZ. Die Zeitung hat sich kurz bevor sich das Attentat im Zuger Parlament zum 20. Mal jährt, bei allen Kantonen, die dafür eine gesetzliche Grundlage haben, nach der Zahl der registrierten potenziell gefährlichen Personen erkundigt.

Fazit: Anfang 2021 befanden sich mehr als 1000 Personen in solchen Verzeichnissen, die zuletzt stark gewachsen sind, weil die meldenden Behörden sich – so die Erklärung – immer besser vernetzen.

Anders als beim im Juni verabschiedeten Anti-Terror-Gesetz droht den verzeichneten Gefährdern und Gefährderinnen kein Hausarrest. Sie können aber verbindlich zum Gespräch eingeladen werden. Auch geht es nur in einzelnen Fällen um Personen mit sehr hoher Gewaltbereitschaft, viele Fälle, so die Behörden, liessen sich mit niederschwelligen Mitteln lösen. Oft geht es um die Verhinderung von häuslicher Gewalt.

Den Artikel in der NZZ finden Sie hierExterner Link.

zvg

Ueli Maurer und das Kollegialitätsprinzip – das war nie eine Liebesgeschichte. Jetzt bringt die Coronakrise eine neue Episode, der Schaden ist angerichtet.


Der Finanzminister hatte sich am Wochenende bei einem Treffen seiner SVP in Wald (ZH) im T-Shirt der Freiheitstrychler gezeigt, einer Gruppe, die mit ihren Glocken sonst an Corona-Demos für Stimmung sorgt. Und nicht nur das, Maurer soll sich, so will es der Blick wissen, in einem Kuhstall sogar ganz offen gegen die Corona-Politik des Bundesrates gewandt haben: «Die Schweiz hat keine Corona-Krise, sondern eine Führungskrise», wird er zitiert.

Seit Anfang Woche hat die Schweiz auch eine Maurerkrise, die immer weitere Kreise zieht. Während Maurer für seine Provokation bereits viel Kritik einstecken musste, richtet sich der Ärger jetzt auch gegen Armeechef Thomas Süssli, der einen Post, der Maurers Aktion würdigt, mit Gefällt-mir quittiert hatte.

Süssli ist unterdessen zurückgekrebst und hat den Beitrag, der Maurer im Trychlerhemd zeigt, von seiner LinkedIn-Seite gelöscht. Es sei ein Versehen gewesen, schreibt er dem Blick. Als Armeechef stehe er «vollumfänglich» hinter der Corona-Politik des Bundes.

© Keystone / Gaetan Bally

Gross sind Ärger und Unverständnis auch in der Sport- und Gamerszene, denn die Schweizer Nationalmannschaft wurde im weltbekanntesten Computerspiel kurzerhand «gecancelt».


EA Sports, die Entwicklerin der bekannten Fifa-Reihe, hat die Schweizer Nati aus dem Spiel entfernt. Ein Schock für den Schweizer Fussballverband, wie Adrian Arnold, Sprecher der Nationalmannschaft im Blick bestätigt.

Erst kürzlich hatte die Schweiz Fussballgeschichte geschrieben und an der EM die Viertelfinals erreicht. Die Fifa listet die Schweiz aktuell auf Platz 14 der Weltrangliste, noch vor Deutschland. Trotzdem hat es für die Fussballsimulation nicht gereicht.

Eine Begründung hat der in Kalifornien ansässige Spielehersteller bislang nicht geliefert. Die Schweiz kann sich trösten, dass sie ihr Schicksal immerhin nicht allein ereilt. So wurden 17 weitere Teams gestrichen, darunter auch Chile, Uruguay, Ägypten und Kamerun. 

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