Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Ich bleibe wohl noch eine Weile Mieter: Die Immobilienpreise in der Schweiz haben sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Oder wäre auswandern eine Lösung? Auslandschweizer Yannick Iseli kaufte in Nicaragua ein Häuschen und 1000 Quadratmeter Land für 3000 Franken – muss aber trotzdem Rappen spalten.
Beste Grüsse aus dem Homeoffice
Häuser und Wohnungen kosten in der Schweiz doppelt so viel wie vor 20 Jahren. Die Preise dürften auch in Zukunft steigen.
Mit einem durchschnittlichen Einkommen müsste man 29 Jahre lang arbeiten, um sich in der Stadt Genf ein Eigenheim leisten zu können. Wofür man in dieser Zeit sonst Geld ausgeben dürfte: Nichts. Das rechnet der Immobiliendienstleister IAZI vor.
Nicht nur in den Schweizer Städten wurde es teurer: Im Corona-Jahr 2020 war das Preiswachstum vor allem in Regionen wie Graubünden, dem Jura oder der Innerschweiz sehr hoch gewesen.
So gelte für den realisierbaren Traum eines Eigenheims in der Schweiz eine ganz eigene 3G-Lösung, wie IAZI-Chef Donato Scognamiglio gegenüber SRF News sagt: «Gewonnen, geerbt oder gestohlen.»
- Der Traum vom Eigenheim bleibt immer öfter ein TraumExterner Link, titelt SRF News.
- Der Tages-Anzeiger will zeigen, wo Immobilien noch erschwinglich sindExterner Link – sprich, wo ein Haus «nur» eine Million Franken kostet (Paywall).
- Ein kleines Einzelzimmer für 1000 Franken im Monat an Sozialhilfebezüger:innen zu vermieten, sei kein Wucher, urteilt das Basler Strafgericht gemäss SRF NewsExterner Link.
Ende Monat stimmt die Schweiz über die Pflegeinitiative ab. «Dringend nötig» finden die Befürworter:innen, «die falsche Lösung für echte Probleme» die Gegner:innen.
65’000 Pflegefachkräfte könnten der Schweiz gemäss Schätzungen bis 2030 fehlen – Das sind dreimal alle Einwohner:innen meines Wohnorts, der zweitgrössten Gemeinde im Kanton Aargau.
Die Pflegeinitiative, über die am 28. November abgestimmt wird, will Bund und Kantone deshalb dazu verpflichten, für genügend qualifizierte Pflegekräfte zu sorgen. Der vom Parlament ausgearbeitete Gegenvorschlag sieht als Alternative Investitionen von rund einer Milliarde Franken vor, um Personal auszubilden.
«Solche Investitionen sind nutzlos, wenn die Arbeitsbedingungen nicht verbessert werden«, sagt die Präsidentin des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen (SBK) im Interview mit swissinfo.ch.
Der Spital-Dachverband H+ hält die Initiative dagegen für eine zu langsame Lösung. Die Direktorin von H+ sagt zudem: «Arbeitsbedingungen sollten nicht auf Verfassungsebene geregelt werden.»
- Meine Kollegin Katy Romy spricht hier mit SBK-Präsidentin und Befürworterin der Initiative Sophie Ley.
- Natürlich sprach Katy auch mit der Gegenseite: Zum Interview mit H+-Direktorin Anne-Geneviève Bütikofer geht’s hier lang.
- Infos zu allen eidgenössischen Abstimmungen vom 28. November gibt es hier.
- Beim letzten Abstimmungstermin sprach sich die Schweiz für die Ehe für alle, aber gegen eine Kapitalbesteuerung aus. Weshalb, analysierte das Forschungsinstitut gfs.bernExterner Link.
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Die Digitalministerin Taiwans kam für eine Podiumsdiskussion in die Schweiz – natürlich digital.
Taiwan hat rund zweieinhalb mehr Einwohner:innen als die Schweiz – aber über zehnmal weniger Covid-Tote zu verzeichnen. Das liegt unter anderem am vorbildlichen Einsatz digitaler Tools durch die Regierung und die IT-Szene.
Davon hat Audrey Tang, Taiwans Digitalministerin, an einem Podiumsgespräch in Zürich erzählt. Anstatt die weite Reise auf sich zu nehmen, war sie per Videostream zugeschaltet.
Die Schweizer Podiumsteilnehmer:innen, allesamt äusserst fachkundig, zeigten sich beeindruckt davon, wie Taiwan Digitalisierung und Demokratie verbindet. Oder klingt da gar leiser Neid mit? «Wir haben in der Pandemie zwar Dinge entwickelt, aber dann gemerkt, dass die Menschen gar nicht unbedingt so rasch auf den Zug aufspringen. Dazu aber braucht es auch einen Kulturwandel», zog eine Expertin als Fazit.
- Mein Kollege Renat Kuenzi berichtet hier ausführlich von der Veranstaltung.
- Renat traf Audrey Tang bereits vor der Pandemie in Taiwan, um über digitale Demokratie zu sprechen.
- Ich habe Audrey Tang im Frühling interviewt, um zu erfahren, wie wir das Internet wieder zu einem freundlicheren Ort machen.
Der Schweizer Yannick Iseli lebt seit einem halben Jahr in Nicaragua. Doch langsam wird das Geld knapp.
Im Kanton Jura fand Iseli seine Leidenschaft für Kaffeerösterei. Durch den Kaffee fand er auch seine neue Heimat: Die Kaffeeplantagen im nördlichen Teil Nicaraguas gefielen ihm so gut, dass er prompt in das kleine mittelamerikanische Land auswanderte.
Seit Beginn seiner Reise begleitet meine Kollegin Eva Hirschi den Schweizer in einer Artikelserie. Iseli hat sich bereits Land und ein Haus gekauft, erntet selber gepflanzte Mangos und wartet darauf, dass seine eigenen Kaffeebohnen reif sind.
Doch der Umbau seines Hauses schlägt stärker aufs Budget, als geplant. Deshalb kehrt Iseli bald wieder für einige Monate in die Schweiz zurück. Hier ist zwar vieles teurer, doch lässt sich auch wesentlich mehr Geld verdienen.
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