Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Eineinhalb Wochen vor der Abstimmung sind die Meinung zum Covid-Gesetz gemacht. Die Mobilisierung könnte dennoch für Überraschungen sorgen.
Beste Grüsse aus dem Homeoffice
Neue SRG-Umfrage: Trotz lauter Massnahmen-Demos unterstützen die Schweizer:innen das Covid-Gesetz weiterhin deutlich.
Meinungen scheinen gemacht: 61% der Bevölkerung sagen laut der SRG-Umfrage bestimmt oder eher «Ja» zum Covid-19-Gesetz, über das am 28.11. abgestimmt wird. Das scheinen auch die lautstarken und zahlreichen Demonstrationen nicht ändern zu können, die sich vor allem gegen die Zertifikatspflicht wehren.
Die Tamedia-Publikationen veröffentlichten heute ebenfalls eine Umfrage. Sie kommen auf eine noch deutlichere Zustimmung von 67%. Doch sie relativieren: Protestwählende könnten mit einer starken Mobilisierung für Überraschungen sorgen.
Auslandschweizer:innen sind in der Frage gespaltener, wie die SRG-Umfrage zeigt: jeweils 49% sind dafür und dagegen.
- Meine Kollegin Katy Romy fasst hier die Resultate der SRG-Umfrage zu den drei anstehenden Abstimmungen zusammen.
- Ebenfalls von Katy gibt es hier die Übersicht zu den drei Vorlagen, über die am 28. November abgestimmt wird.
- Die SRG-Umfrage wurde als manipulierbar kritisiert. Der Co-Leiter des verantwortlichen Forschungsinstituts nimmt bei SRF News zu den Vorwürfen StellungExterner Link.
- Der Tages-AnzeigerExterner Link berichtet von den Ergebnissen der Tamedia-Befragung. (Paywall)
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Der EU-Kommisions-Vizepräsident möchte die Streitfragen des Rahmenabkommens mit der Schweiz möglichst schnell lösen – und spricht von Vertrauensproblemen.
Vor einer Woche forderte Aussenminister Ignazio Cassis im angespannten Dialog mit der EU Geduld. Maros Sefcovic, der für das Schweiz-Dossier der EU zuständig ist, möchte dagegen nach einem gemeinsamen Treffen lieber zügig vorwärts machen.
Bis zum Weltwirtschaftsforum in Davos in zwei Monaten will er von der Schweiz einen Plan für den politischen Dialog haben. Langsam scheint ihm die Geduld mit den Sonderwünschen der Schweiz auszugehen.
«Sie müssen verstehen, dass wir nach sieben Jahren Verhandlungen, 25 Treffen auf Präsidentenebene und einem abrupten Abbruch ein Vertrauensproblem haben«, sagt er im Interview mit dem Tages-Anzeiger.
- «Wir brauchen ein Signal, dass die Schweiz es ernst meint»Externer Link – Das Interview im Tages-Anzeiger.
- Die Schweiz habe sich in eine Sackgasse manövriert, analysiert meine Kollegin Sibilla Bondolfi hier.
Im Wallis geht bald das modernste Pumpspeicherkraftwerk der Schweiz in Betrieb. Ob es rentieren wird, hängt auch mit der Beziehung zur EU zusammen.
Über 13 Jahre dauerte die Bauzeit des gigantischen Kraftwerks in Nant de Drance. Momentan wird es auf Herz und Nieren getestet, im Sommer soll es den kommerziellen Betrieb aufnehmen.
Das Kraftwerk funktioniert wie eine grosse Batterie: Wird das Wasser hochgepumpt, lädt sie sich auf, wird es turbiniert, liefert sie Strom. Die Riesenbatterie kommt zum richtigen Zeitpunkt, ganz Europa lechzt nach Stromspeichern, um wegzukommen von fossilen Brennstoffen und der Kernenergie.
Der Abbruch über eine Stromabkommen mit der EU durch den Bundesrat könnte jedoch dazu führen, dass das Kraftwerk gar nicht von der Nachfrage in Europa profitieren kann.
- Die Neue Zürcher ZeitungExterner Link widmet dem Thema eine schön geschrieben und illustrierte Reportage. (Paywall)
- Auch mein Kollege Luigi Jorio hat sich das Kraftwerk angeschaut, nachzulesen hier.
- Wegen Rekursen scheitern ähnliche Projekte häufig, schrieb kürzlich der BlickExterner Link.
- Die Aargauer ZeitungExterner Link listet auf, wie die Schweiz ihren Strombedarf in Zukunft decken kann. (Paywall)
Ein Hobbyarchäologe stiess im Kanton Graubünden auf einen spektakulären Fund. Dabei hatten Fachleute die Fundstelle schon lange abgeschrieben.
Der Zahnarzt Lucas Schmid ist ehrenamtlich für den Archäologischen Dienst im Graubünden tätig. Vor zwei Jahren war er mit seinem Metalldetektor tief im Südosten des Kantons unterwegs.
Schon früher wurden an diesem Ort Artefakten ausgegraben, doch die Fundstelle galt bei Fachleuten als leergeräumt. Offensichtlich eine Fehleinschätzung: Schmids Metalldetektor schlug aus. Das Signal war nur schwach, doch Schmid begann trotzdem zu graben.
Er fand einen 2000 Jahre alten, vollständigen Dolch. «Mein spektakulärster Fund!», so Schmid. Das weckte die Aufmerksamkeit eines Archäologie-Teams der Uni Basel. Im Herbst fanden sie auf dem Gelände mehrere hundert Objekte: «Es ist das erste Mal, dass Überreste eines römischen Schlachtfelds in der Schweiz gefunden wurden» sagt ein Archäologie-Professor.
- Hier geht es zum ausführlichen Bericht meines Kollegen Matthew Allen.
- SRF NewsExterner Link berichtete ebenfalls.
- Die geplante Revision des Raumplanungsgesetzes besorgt die Archäolog:innen in der Schweiz, liest und hört man hierExterner Link.
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