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Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in der Schweiz

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Wer aus der Ukraine in die Schweiz flüchtet, darf sofort arbeiten und Familienangehörige nachholen. Es muss nicht jede einzelne Person ein Asylverfahren durchlaufen und darlegen, warum er oder sie aus der Ukraine flieht. Der Schutzstatus S machts möglich.

Herzliche Grüsse

Flüchtlinge
© Keystone / Michael Buholzer

Die Schweiz rechnet mit bis zu 60’000 Flüchtlingen aus der Ukraine. Die Regierung hat heute beschlossen, den Kriegsflüchtlingen kollektiv Schutz zu gewähren.

Um den Geflüchteten schnell und unbürokratisch Schutz zu gewähren, hat der Bundesrat erstmals den so genannten Schutzstatus S aktiviert. Damit erhalten die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ein Aufenthaltsrecht, ohne ein ordentliches Asylverfahren durchlaufen zu müssen.

Mit dem Schutzstatus S kann einer gefährdeten Personengruppe für die Dauer eines Krieges oder einer anderen Gefahr kollektiv Schutz gewährt werden.

Das Aufenthaltsrecht in der Schweiz ist auf ein Jahr befristet, kann aber verlängert werden. Der Status S ermöglicht es ihnen auch, sofort zu arbeiten und Familienangehörige nachzuziehen. Er entspricht weitgehend jener Lösung, welche die EU-Mitgliedstaaten beschlossen haben.

Neutralität
Keystone

Es ist beinahe schon zu einem täglichen Ritual geworden: Auch heute berichte ich Ihnen von der Neutralität. Diesmal aber international.

Eine Kriegsforderung Putins ist die Neutralität der Ukraine – die das jedoch ablehnt. Weltweit sind einige Dutzend Länder neutral, vor allem in Europa und Asien. Aber auch in Lateinamerika gibt es mit Costa Rica ein Land, das 1983 seine «permanente, aktive und unbewaffnete Neutralität» verkündete.

Nach demÜberfall auf die Ukraine gehen manche neutralen Staaten über die Bücher. Schweden und Finnland denken laut über einen NATO-Beitritt nach. Und mehrere Länder haben nach der Invasion in der internationalen Wahrnehmung ihre Neutralität «aufgegeben», um die Ukraine zu stützen.

Der Ukraine-Krieg könnte auch in der Schweiz zu einer Zeitenwende führen, schreibt der Wirtschaftsethiker Thomas Beschorner und fordert: Die Schweiz sollte ihre Neutralität neu definieren.

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Soldat
Keystone / Urs Flueeler

Die neutrale Schweiz kooperiert schon seit Jahren militärisch mit der NATO und mit Nachbarstaaten. Das wirft Fragen auf.

Warum tut sie das? Die Schweiz sucht militärische Kooperationen, um die «Zusammenarbeitsfähigkeit mit anderen Ländern» zu üben – im Ernstfall will sie sich gemeinsam mit den Nachbarstaaten verteidigen können.

Ist das noch neutral? Laut Schweizer Armee Ja, weil die Partnerschaft keine rechtlichen Verpflichtungen enthalte. «Die Neutralität der Schweiz ist eine der Grundlagen unserer Partnerschaft mit der NATO», sagt Philippe Brandt, Chef der Schweizer Mission bei der NATO im Interview mit swissinfo.ch.

Warum nicht gleich NATO-Mitglied werden? Die Schweiz hat das – im Unterschied zu Finnland und Schweden – aus geografischen Gründen nicht nötig. Es wäre sogar nachteilig: Ein Militärbündnis würde das Ende der Neutralität und damit des Internationalen Genfs bedeuten.

Charkiw
Keystone / Sergey Kozlov

Auslandschweizer Peter Wermuth hat in der Ukraine ein Kaffeeimperium aufgebaut. Nun musste der 73-Jährige alles hinter sich lassen und fliehen.

Peter Wermuth lebte mit seiner Partnerin mehrheitlich in Charkiw, der zweitgrössten Stadt der Ukraine. Als Russland am 24. Februar die Ukraine überfiel, war für den Berner klar: «Wir müssen hier weg», wie er einem Tamedia-Journalisten erzählte.

In der Ukraine ist Wermuth bekannt als «Berner Kaffeekönig». Er gründete eine landesweit tätige Kaffeehauskette. Der Krieg hat diese Aufbauarbeit zunichtegemacht.

Der Auslandschweizer lebt nun wieder in der Schweiz. Weil er hier Immobilien besitzt, hat er wenigstens keine finanziellen Sorgen.

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