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Ukrainische Flüchtlinge stehen Schlange

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Die Situation der Flüchtlinge aus der Ukraine beschäftigt die Schweiz. Die Bundesasylzentren sind bereits am Anschlag. Ich möchte das heutige Briefing aber mit einer positiven Geschichte beginnen – von einer Auslandschweizerin in den USA.

Herzliche Grüsse aus Bern!

Frau
SRF

Wie eine Schweizerin eine Bilderbuch-Karriere in Kalifornien hinlegte.

Karin Schwab hat sich schnell an die kalifornische Sonne gewöhnt. Ohne sie könnte die Auslandschweizerin nicht mehr leben, sagt sie. Seit neun Jahren lebt die Freiburgerin nun schon in Kalifornien, wo sie es ins oberste Management des Online-Marktplatzes eBaygeschafft hat.

Zuvor hatte sie in Bern das Europa-Rechtsteam der Firma geleitet. Die Übersiedelung von der Schweiz in den «Golden State» fiel der Mutter einer Tochter leichter, weil ihr Ehemann ihrer Karriere Vorrang einräumte und mitzog. Das sei keine Selbstverständlichkeit, sagt die Juristin.

Am Anfang ihrer Karriere stand ein Mentor, der während ihres Praktikums in einer Anwaltskanzlei ihr Talent erkannte und sie förderte. «Hätte er mich nicht so gepusht, wäre ich kaum da, wo ich jetzt bin», sagt Schwab gegenüber unserer Freelancerin Mariangela Mistretta.

Ukrainische Flüchtlinge stehen Schlange
© Keystone / Michael Buholzer

Es flüchten viel mehr Menschen aus der Ukraine als erwartet.

Gerechnet hatte man mit tausend Menschen pro Woche. Nach drei Tagen hatten die sechs Schweizer Bundesasylzentren bereits rund 5200 ukrainische Flüchtlinge registriert, schreibt Der Bund. «Die Mitarbeitenden in den Zentren laufen am Anschlag», zitiert das Blatt einen Sprecher des nationalen Migrationsamts.

Laut 20 Minuten macht nun die Politik Druck. Gefordert werden von linker Seite mehr technische Mittel und Personal. Eine Idee wäre, dass Personal aus den Corona-Impfzentren administrative Aufgaben in temporär einzurichtenden Bundesasylzentren übernehmen könnte. Zudem gaben die Behörden heute bekannt, dass mehrere hundert Kriegsflüchtlinge in Unterkünften der Armee aufgenommen worden seien.

Seit den Sanktionen gegen Russland heisst es im Ausland, dieSchweiz habe ihreNeutralität aufgegeben. Meine Kollegin Sibilla Bondolfi fragte Pascale Baeriswyl, Chefin der Ständigen Mission der Schweiz bei der UNO: «An der Schweizer Neutralität hat sich nichts geändert, und ich kann momentan nicht bestätigen, dass man uns nicht mehr als neutral betrachtet», antwortet die Spitzenbeamtin im Interview.

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Weizenfeld
Keystone / Ivan Sekretarev

Könnte der Krieg in der Ukraine zu Engpässen bei Grundnahrungsmitteln führen?

30 Prozent. So viel steuern Russland und die Ukraine weltweit zur Weizenproduktion bei. Durch Russlands Angriff auf die Ukraine werden Lebensmittel weltweit teurer, schreibt der Tages-Anzeiger.

Laut den Tamedia-Publikationen werde der Preisanstieg weltweit «drastisch» ausfallen, wie Fachleute zitiert werden. Neben Weizen könnte es auch Mais, Raps und vor allem Sonnenblumenöl betreffen, die ebenfalls in der Ukraine angebaut oder hergestellt werden.

Ein vom Tages-Anzeiger interviewter Rohstoffhändler spricht sogar von einer «Zeitenwende». Der Schweizer ist mitverantwortlich für eine der grössten Farmen in der Ukraine und weiss als ausgebildeter Landwirt, wovon er spricht. Vor allem für ärmere Länder sieht er dunkle Wolken am Horizont: «Wir bewegen uns auf eine globale Ernährungskrise zu.»

Schweizergarde
Keystone / Riccardo Antimiani

Zum Schluss noch eine etwas grotesk anmutende Geschichte aus dem Vatikan.

Eine lichtdurchflutete Kantine. So soll ein Teil der Kaserne der Schweizergarde im Vatikan in Rom nach der geplanten Renovation aussehen. Zwar schätzt der Kirchenstaat den Schutz durch die Gardisten, die – laut der Neuen Zürcher Zeitung – nach Roger Federer wohl meistfotografierten Schweizer. Die Wertschätzung und Nächstenliebe «endet allerdings beim Geld», wie die NZZ schreibt.

Deshalb müssen Spenderinnen und Spender einspringen, um den 50-Millionen-Franken-Umbau zu stemmen. 42,5 Millionen sollen von einer hochkarätig besetzten Stiftung bereits gesammelt worden sein. Pikant dabei ist, dass auch der Bund fünf Millionen und die Kantone 4,5 Millionen beisteuern – aus Steuergeldern.

Das stösst nicht überall auf Gegenliebe. Denn so zahlen auch Menschen, die anderen oder keinen Religionen angehören, einen Obolus an die Katholische Kirche. Einige fordern auch, dass Bund und Kantone nicht die Infrastruktur einer Kaserne in einem Drittstaat bezahlen sollen. Kommt noch dazu, dass der ehemalige Geschäftsleiter der Kasernenstiftung gegenwärtig unter Mordverdacht steht. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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