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Grosse Appartmenthäuser in einem Ferienort in den verschneiten Bergen

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Pontresina, das Dorf zwischen St. Moritz und Berninapass, verliert immer mehr Einheimische: Diese müssen wegziehen, weil sie keine erschwinglichen Wohnungen mehr finden. Schuld ist ein Zweitwohnungsbestand von fast 60%.

Beste Grüsse aus Bern

Grosses Wohnhaus
Ein aktuelles Beispiel ist die Chesa Diavolezza. Hier wohnten die meisten Angestellten der Bergbahnen. Das Haus wird nun umfassend saniert, danach wird es kaum mehr Erstwohnungen, sondern vor allem Zweitwohnungen geben. swissinfo.ch / Vera Leysinger

War Ihnen bewusst, dass auch Orte ihre Identität wechseln?

Ein solcher Prozess ist in Pontresina am Laufen – dem Ort am Fusse des Berninapasses, der das Engadin mit dem Puschlav respektive Italien verbindet.

Der «Change» geht schleichend vor sich. Und zwar so: Da immer mehr Wohnungen Auswärtigen gehören, aktuell beträgt der Anteil der Zweitwohnungen 58%, werden bezahlbare Wohnungen für die angestammte Dorfbevölkerung zum knappen Gut.

Da der wissentliche finanzielle Ruin keine echte Perspektive ist, sind viele Einheimische gezwungen, ihr Dorf oder sogar das Engadin zu verlassen.

Orchestriert wird diese unfreiwillige Binnenmigration durch die «unsichtbare Hand des Marktes», wie ich in der Schule einst so schön gelernt habe.

Aber halt, das war doch was! Genau: In einem veritablen Coup an der Urne sagte das Schweizer Volk Ja zur Begrenzung von «kalten» Zweitwohnungen in den Gemeinden auf 20%! Das war 2012.

Das Volksbegehren erweist sich für die angestammte Bevölkerung Pontresinas und anderer gefragter Berg-Destinationen nun aber als ein direktdemokratischer Rohrkrepierer: Die rote Linie von 20% bezieht sich nämlich nur auf die Wohnfläche, nicht auf die Anzahl Wohnungen.

So kann sich also die örtliche Bauwirtschaft die Hände reiben, wenn sie weiterhin bestehende Gebäude in Luxusappartements für reiche Unterländer:innen verwandeln darf.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Benjamin von Wyl

Woher schöpfen Sie Optimismus für die Demokratie?

2024 sind so viele Menschen zur Wahl aufgerufen, wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. In dieser Situation fragen wir, aus welchen Gründen Sie doch noch Hoffnung schöpfen für die Demokratie in Ihrem Wohnland und in der Welt?

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Claudia Pacelli vor dem Lebensmittelschrank im Kinderzimmer.
SRF

Nicht nur in den Bergen, auch im Unterland sind Menschen finanziell am Kämpfen.

Nicht ausschliesslich wegen hoher Mieten, sondern wegen steigender Lebenshaltungskosten und tiefen Einkommen.

«Jeder Monat ist ein Kampf – am Ende ist meistens nichts mehr übrig», sagt Claudia Pacelli Die 38-Jährige ist alleinerziehende Mutter von vier Kindern und muss finanziell mit dem auskommen, was sie von der Sozialhilfe erhält.

Einkaufen bedeutet für sie deshalb die Beschränkung auf das, was grad Aktion ist. «Meine Tochter würde gerne ins Geräteturnen. Wir müssen jetzt mit den Grosseltern schauen, ob sie das finanzieren können», sagt die Mutter.

So wie den Pacellis geht es 45% der Familien in der Schweiz – gemäss neuem Familienbarometer kommen sie budgetmässig gerade so über die Runden.

6 rot-weisse Tiger der Patrouille Suisse im Formationsflug
Die Patrouille Suisse soll auch weiterhin am Himmel zu sehen sein. Die zuständige Nationalratskommission will die F-5-Tiger-Jets noch nicht ausser Dienst stellen. (Archivbild) KEYSTONE/CYRIL ZINGARO Keystone

Die Schweizer Armee hat zwar grad ein paar Milliarden Franken zugesprochen erhalten. Aber auch sie muss sparen. Das betrifft auch die Tigerflotte.

Als Rekruten bei der Fliegerabwehr durften wir nicht auf ihn respektive den von einem Jet gezogenen Ballon schiessen, so neu war er damals: der F-5 Tiger. Oder «Toagr», wie der Kollege aus dem St. Galler Rheintal sagte.

Jetzt zieht Armeeministerin Viola Amherd dem filigranen, angejahrten Kämpfer der Lüfte den Stecker – Ende 2027 bleibt er dann im Hangar.

Dies bedeutet auch das Aus der Patrouille Suisse, der Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe. Mit der verordneten Frührente will Amherd 40 Millionen Franken sparen.

Doch zeichnet sich Widerstand ab. «Das ist nicht akzeptabel und verstösst gegen den Entscheid des Parlaments«, sagt Nationalrat Thomas Hurter, der früher selber Tiger-Jets pilotierte. Tatsächlich durchkreuzten die Räte vor zwei Jahren den Plan der Regierung, die Tiger auszumustern.

Die Flotte von aktuell noch 18 einsatzfähigen Tiger könnte sich für Amherd durchaus noch in ein Wespennest verwandeln.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Samuel Jaberg

Abstimmung vom 3. März: Wo soll das Geld für die 13. AHV-Rente jetzt herkommen?

Für die Finanzierung der 13.-AHV-Rente kursieren viele Vorschläge. Was sagen Sie: Woher sollen die nötigen vier bis fünf Milliarden Franken jährlich herkommen?

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Drei Mädchen im Klassenzimmer probieren sich Kippas aufzusetzen.
Die Kinder dürfen Kippas ausprobieren. PD

Likrat: Für ihre Initiative gegen Antisemitismus haben junge Schweizer Juden und Jüdinnen jetzt den Simon-Wiesenthal-Preis erhalten.

Das Dialogprojekt «Likrat – Lass uns reden!» des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes SIG bringt jüdische und nichtjüdische Menschen zusammen und baut damit Klischees und Vorurteile ab.

Es ist eine Prävention der pragmatischen Art. Doch vielleicht ist das Projekt vielleicht gerade deswegen so erfolgreich: Jüdische Jugendliche besuchen seit 2002 Schweizer Schulklassen, um Fragen ihrer Alterskolleg:innen über das Judentum zu beantworten.

Länder wie Deutschland, Österreich oder Moldawien haben das Modell übernommen.

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