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Schweizer Pavillon: Grosserfolg mit Wermutstropfen



Noch fährt die Sesselbahn auf dem Dach ohne Passagiere. Mitte September sollen diese die Schweizer Alpwiese wieder befahren können (im Hintergrund die Lupu-Brücke, die vom 13.-15.9. vom Schweizer Lichtkünstler Gerry Hofstetter beleuchtet wird).

Noch fährt die Sesselbahn auf dem Dach ohne Passagiere. Mitte September sollen diese die Schweizer Alpwiese wieder befahren können (im Hintergrund die Lupu-Brücke, die vom 13.-15.9. vom Schweizer Lichtkünstler Gerry Hofstetter beleuchtet wird).

(swissinfo.ch)

Der Schweizer Auftritt an der Weltausstellung in Shanghai ist erfolgreich. Den Besuchenden gefällt das kleine Stück Schweiz in China ausserordentlich, auch wenn die Sesselbahn auf dem Dach noch mindestens bis Mitte September geschlossen bleibt. Ein Augenschein.

Fragt man am Ausgang des Schweizer Pavillons Besuchende nach ihren ersten Eindrücken, hört man fast immer dasselbe: Fast alle der meist chinesischen Besucherinnen und Besucher sind hell begeistert.

"Die Berglandschaft im Film hat mir sehr gefallen. Es war fast wie echt", schwärmt die etwa 20-jährige Yumin. Einen Verbesserungsvorschlag möchte sie aber anbringen: "Es fehlen Sitzgelegenheiten im Pavillon." Schade sei auch, dass die Sesselbahn ausser Betrieb sei.

Auch der rund 40-jährige Chen Jian hat sich anstecken lassen: "Wir möchten jetzt gleich gerne in die Schweiz reisen und die Berge anschauen."

Seine Familie habe den Eindruck gewonnen, die Schweiz sei ein schönes Land, das trotz vielen Bergen ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz habe. "Besonders die Idee des Mobility-Carsharing hat uns überzeugt", ergänzt er.

Xiang Hao Yue haben neben dem Film über die Berge besonders die 3D-Feldstecher mit den Ministories gefallen. "Schade, dass ich den Ride nicht machen konnte", schliesst die 11-Jährige und meint damit die Sesselbahn.

Der Wermutstropfen

"Diese Bahn ist eigentlich der einzige Wermutstropfen, den wir haben", sagt Manuel Salchli, Chef Internationale Grossveranstaltungen beim Schweizer Aussenministerium (EDA) und Präsenz Schweiz (PRS) und damit Leiter des Schweizer Pavillons vor Ort, gegenüber swissinfo.ch.

"Es ist in der Tat so, dass der Betrieb immer wieder stundenweise unterbrochen werden musste und die Bahn seit dem 9. August stillsteht." Er hoffe jedoch, dass die Bahn zum Besuch von Verkehrs- und Kommunikationsminister Moritz Leuenberger am 13. September wieder laufen werde.

Doch möchte der Pavillon-Direktor noch nachfügen: "Diese Daten sind für uns weniger wichtig, als dass wir zu jeder Zeit die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher gewährleisten können."

Ausserdem sei das Thema nur in den Schweizer Medien ausgebreitet worden, oft zusammen mit der Befürchtung, das Image der Schweiz als innovatives und qualitätsbewusstes Land könnte deswegen in China leiden. Dem sei aber überhaupt nicht so, betont Salchli. "Ich glaube, die Chinesen schätzen es, dass bei uns die Sicherheit an erster Stelle steht."

In China überwiegten die positiven Meldungen zur Expo bei weitem, ergänzt er. "Und an dieser Expo passiert auch sehr viel anderes. Wir sind nicht die einzigen, die zwischendurch mal den Betrieb unterbrechen mussten."

3 von 70 Millionen

Einen positiven Effekt hat der Betriebsunterbruch, was die Besucherzahlen betrifft. Mit Sesselbahnfahrt können täglich 12'000 Besuchende den Pavillon sehen, ohne den "Ride" sind es laut Salchli 25'000.

"Wir haben fast schon 2 Millionen Besuchende gehabt. Die kommen in den Schweizer Pavillon, ob die Bahn jetzt läuft oder nicht", erklärt Salchli nach 2/3 der Expodauer. Somit könnten bis zum Schluss der Weltausstellung annähernd 3 Millionen Personen den Schweizer Pavillon gesehen haben.

Die gesamte Expo verzeichnet pro Tag über 350'000 Besuchende, die trotz stundenlangem Anstehen bei den einzelnen Pavillons und brütender Hitze auf das riesige Gelände kommen. Das Ziel von 70 Millionen Besuchern dürfte somit erreicht werden.

Schweizer als Fotosujet

Eine, die täglich der feuchten Hitze trotzt, ist die Schweiz-Chinesin Weijin Scherrer, die als eine von 33 Guides im Schweizer Pavillon arbeitet, dessen grösster Teil draussen und somit nicht gekühlt ist.

Für sie aber kein Problem: "Ich bin in Shanghai geboren und aufgewachsen. Es ist also für mich ein bekanntes Gefühl", erzählt sie. Ihr gefällt die Arbeit sehr, auch wenn es hart sei inmitten so vieler Besucher.

Im täglichen Kontakt mit dem Publikum habe sie sehr viele positive Rückmeldungen erhalten, betont Scherrer. Für viele sei es das höchste der Gefühle, "eine Foto mit einem Schweizer zu machen als Erinnerung. Das machen viele".

Erfolgsgeschichte

Insgesamt zieht Pavillon-Chef Salchli eine "sehr positive Bilanz". "Im Vergleich zur Konkurrenz haben wir es hier mit bescheidenen Mitteln geschafft, eine gute und nachhaltige Präsenz im chinesischen Markt zu markieren." Das Interesse am Schweizer Pavillon sei ungebrochen.

Das beweisen auch die langen Schlangen der Menschen, die auch ohne "Sesselibahn" für einen Besuch im Pavillon anstehen und die Weijin Scherrer gruppenweise einlässt.

Ein Ausdruck des Erfolgs ist für Salchli auch der Verkauf der roten Solarzellen (mit Zertifikat), die das Aussennetz des Pavillons überziehen.

"Seit Beginn der Verkaufsaktion Mitte August sind bereits 5000 Zellen von der Fassade verkauft worden", erzählt er begeistert. "Ich denke, das war eine gute Idee, ein solches Souvenir in China zu hinterlassen – ein echtes Souvenir, das wirklich an der Fassade gehangen hat."

Das Geld, das mit dem Verkauf eingenommen werde, könne auch gleich der Erfinderfirma dieser Zellen zurückfliessen "und ihr Loch in den Produktionskosten decken", betont Salchli.

Doch nicht nur Teile des Pavillons stossen in China auf Interesse. Einige Städte hätten bereits angefragt, ob sie den gesamten Schweizer Pavillon nach der Expo aufstellen dürften. So könnte der Schweizer Pavillon auch in Zukunft die Leute erfreuen. Hoffentlich ohne Wermutstropfen.

Fakten zum Pavillon

Nutzfläche: 2408 m2
Dachfläche mit Alpwiese: 2400 m2
Dachhöhe: 16,75 m
Management Team: 13 Personen
Guides: 33 Personen

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Probleme mit der Sesselbahn

Zu Beginn der Expo waren elektrische Kabel an den Sesseln defekt und mussten ersetzt werden.

Dann musste die Bahn beim kleinsten Regenschauer abgestellt werden, weil die Sessel ins Rutschen gerieten.

Hitze, Feinstaub und hohe Luftfeuchtigkeit können laut Pavillon-Chef Salchli in Kombination mit nur einigen Wassertropfen zu Aquaplaning auf der Schiene führen, an der die Sessel aufgehängt sind.

Am 9. August brach sich eine Chinesin beim zusammenrutschen von zwei Sesseln den Fuss – die Bahn wurde bis auf weiteres geschlossen.

Neue Fangbremsen sollen jetzt einen sicheren Betrieb garantieren – voraussichtlich ab Mitte September.

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Städtepavillon

Die Schweizer Städte Basel, Genf und Zürich sind mit einem eigenen Pavillon an der Expo präsent.

Zentrales Thema des Auftritts ist nachhaltiges Wassermanagement.

Bereits haben über 1 Million Menschen den Pavillon besucht.

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swissinfo.ch


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