Begeisterung mangelhaft
Laut dem Initiativkomitee Berne 2010 muss die Begeisterung der Schweiz für Olympische Winterspiele nach den vergangenen Kandidatur-Niederlagen erst noch geweckt werden.
Die Erfahrungen nach den Spielen von Salt Lake City hätten gezeigt, dass das Projekt Berne 2010 durchaus durchführbar sei, sagte der Generaldirektor des Initiativkomitees Dres von Weissenfluh an einem Mediengespräch in Bern. «Wir haben gespürt, dass das IOC bereit ist, auf unsere Kanditatur einzugehen.»
Unternehmer gefragt
Vorher sei jedoch eine nationale Hürde zu nehmen: Die Begeisterung in der Schweiz müsse nach den vergangenen Niederlagen bei Olympia-Kandidaturen erst wieder entfacht werden, sagte der Präsident des Komitees Martin Hodler.
Die Schweizer Bevölkerung sei Weltmeister im Abschliessen von Versicherungen. Jetzt müsse sie wieder zum Unternehmer werden. «Die Schweiz braucht eine Herausforderung nach dem Swissair-Debakel und den Problemen bei der Landesausstellung erst recht», gab sich Hodler überzeugt.
ÖV statt Privatverkehr
Eine wichtige Aufgabe ist laut von Weissenfluh im weiteren das Verkehrskonzept. Der Einsatz von 5000 Fahrzeugen im olympischen Verkehr wie in den USA sei in der Schweiz nicht möglich. Man werde sich vermehrt auch auf den öffentlichen Verkehr konzentrieren.
Entscheid im Juli
Ein Meilenstein in der Kanditatur Berne 2010 ist die Einreichung der Bewerbung am 31. Mai bei der IOC-Exekutivkommission. Ende August werden die zur Kandidatur zugelassenen Städte vom IOC bestimmt. Die Olympia-Stadt 2010 wird am 2. Juli 2003 an der IOC-Session in Prag gewählt.
Interesse angemeldet haben auch Salzburg (Österreich), Zakopane (Polen), Jaca (Spanien), Sarajewo (Bosnien-Herzegowina), Vancouver (Kanada), Christ Church (Neuseeland), Muju-Jeonju (Südkorea) und Harbin (China).
Das Schweizer Sportparlament hatte Anfang September Bern den Vorzug vor Davos bei der Kandidatur gegeben.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch