Bern wehrt sich gegen Kritik Kolumbiens
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) weist die Kritik Kolumbiens an Jean-Pierre Gontard bei der Geiselbefreiung zurück. Ingrid Betancourt ihrerseits hat sich telefonisch bei Micheline Calmy-Rey bedankt.
«Uns liegen keinerlei Hinweise vor, dass Gontard seine Aufgabe als Mediator verraten hat», sagte Anton Thalmann, stellvertretender Staatssekretär des EDA gegenüber der NZZ am Sonntag. Es liege in der Rolle eines Mediators, dass er hin und wieder von der einen oder der andern Seite kritisiert werde, zumal er mit beiden Seiten ein gutes Einvernehmen pflegen müsse.
Kolumbianische Regierungsvertreter hatten kritisiert, Gontard habe im Jahr 2001 bei der Befreiung von zwei Novartis-Mitarbeitern aus der Gewalt der kolumbianischen Farc-Rebellen eine Lösegeldzahlung über 480’000 Dollar überreicht. Sie beriefen sich dabei auf Dokumente, die im Computer von Farc-Vizechef Raul Reyes gefunden worden waren.
Die Anfang Juli aus der Geiselhaft befreite Ingrid Betancourt bedankte sich am Samstag telefonisch bei Bundesrätin Micheline Calmy-Rey für die Dienste der Schweiz im Konflikt zwischen den Farc-Rebellen und der kolumbianischen Regierung.
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