Couchepin-Nachfolge: Genfer Doppelticket
Die Nationalräte Christian Lüscher und Martine Brunschwig Graf werden von den Genfer Liberalen als Kandidaten für die Nachfolge von Bundesrat Pascal Couchepin portiert.
Die 130 Delegierten der Liberalen verabschiedeten am Donnerstagabend das Zweierticket im Verhältnis von 75 Ja gegen 55 Nein.
Der 45-jährige Christian Lüscher ist bisher auf nationaler Ebene noch nicht gross in Erscheinung getreten. Unter den Bundesparlamentariern der freisinnigen Fraktion gehörte Lüscher anfangs Jahr zu den schärfsten Kritikern der UBS-Führung. In seinem Heimatkanton hat er sich mit seinem Kampf gegen die Bettelei profiliert.
Martine Brunschwig Graf ist 59 Jahre alt, Vizefraktionspräsidentin der Freisinnig Demokratischen Partei (FDP) und bislang die einzige Frau, die sich für die Nachfolge von Pascal Couchepin interessiert. Sie war 15 Jahre lang für den Wirtschaftsdachverband Economiesuisse tätig und beschäftigt sich mit Bildungsfragen, Wirtschaft und Menschenrechten.
Als Mitglied der Finanzkommission und der Ausssenpolitischen Kommission hat sie während der Debatten über die Rettung der UBS die Positionen des Bundesrats verteidigt.
Die Wahlchancen der beiden könnten geschmälert werden, weil der Kanton Genf bereits mit Aussenministerin Micheline Calmy-Rey im Bundesrat vertreten ist.
Zudem stehen Liberale und FDP nicht geeint hinter dem Wahlvorschlag. Die beiden Parteien haben in Genf noch nicht fusioniert. Genfer FDP-Exponenten haben aber bereits den Waadtländer Staatsrat Pascal Broulis zu ihrem Favoriten erklärt, sollte dieser kandidieren.
Die Vereinigte Bundesversammlung wählt den neuen Bundesrat oder die neue Bundesrätin am 16. September.
swissinfo.ch und Agenturen
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