Fünf Jahre Behinderten-Gleichstellung
Bei der Gleichstellung behinderter Menschen gibt es erfreuliche Erfolge. Viele Schranken - unter anderem in den Köpfen der Arbeitgeber - müssten noch abgebaut werden. Diese gemischte Bilanz zog Gesundheitsminister Didier Burkhalter.
Seit 2004 ist das Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft, das die Diskriminierung von Behinderten beim Zugang zu Gebäuden, bei der Inanspruchnahme von Dienstleistungen sowie im Arbeitsmarkt beseitigen soll.
Die fünf Jahre seien zu kurz für eine Bilanz, sagte der Bundesrat. Es seien aber Fortschritte zu verzeichnen. So seien heute 90% der Buslinien rollstuhlgängig. Und mehr als die Hälfte der Fahrzeugkompositionen im Eisenbahnregionalverkehr verfügten über einen niveaugleichen Einstieg.
Deutliche Fortschritte sieht Burkhalter auch bei den Kommunikationsdienstleistungen: Die Internetauftritte des Bundes seien weitgehend barrierefrei und die SRG SSR idée suisse (zu der auch swissinfo.ch gehört, die Red.) baue den Anteil an untertitelten Sendungen schrittweise auf einen Drittel aus.
Trotz dieser Fortschritte sei die Gleichstellung Behinderter aber noch nicht Realität. «Gleichstellung ist nicht nur eine Frage der Gesetze», sagte Burkhalter. So fänden Behinderte oftmals keine adäquate Arbeit. Nicht nur die baulichen Schranken, sondern auch die in den Köpfen der Arbeitgeber müssten noch abgebaut werden.
Letztlich sei es auch für Arbeitgeber eine Chance, qualifizierte Arbeitskräfte einzustellen. Da viele Behinderte Teilzeit arbeiteten, müssten mehr entsprechende Stellen geschaffen werden.
swissinfo.ch und Agenturen
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