Gemeinsam für einen sicheren G8-Gipfel
Frankreich und die Schweiz wollen die Sicherheit des G8-Gipfels im französischen Evian gemeinsam garantieren.
Dies vereinbarten der Schweizer Verteidigungsminister Samuel Schmid und seine französische Amtskollegin Michèle Alliot-Marie an einem Treffen in Zermatt.
Der französische Präsident Jacques Chirac hat für den Gipfel der acht mächtigsten Nationen der Welt vom 1. bis 3. Juni 2003 Evian am Genfersee ausgewählt.
Der malerische Ort mit 7000 Einwohnern weist eine fast perfekte Lage auf für ein hochkarätiges Treffen: hinten Berge, vorne Wasser – kein leichtes Terrain für Demonstranten. Und: Evian liegt nur einen Katzensprung von der Schweiz entfernt.
Da liegt es auf der Hand, dass Frankreich Bern um Zusammenarbeit ersucht hat, um die Sicherheit der mehreren Tausend Gipfelteilnehmer zu garantieren. Alleine schon die US-Delegation zählt über Tausend Personen. Zudem werden rund 3000 Journalisten aus aller Welt erwartet. Erwartet wird auch ein Gross-Aufmarsch von Globalisierungs-Gegnern.
«Unvermeidlich und notwendig»
Die französische Verteidigungsministerin Alliot-Marie betonte bei ihrem ersten offiziellen Besuch in der Schweiz denn auch, dass die Unterstützung der Schweiz «unvermeidlich und notwendig» sei, um die Sicherheit des kommenden Gipfels zu garantieren.
Für Bundesrat Schmid ist der Gipfel in Evian «eine besondere Herausforderung». Bern wird in der nächsten Woche einen Sonder-Beauftragten ernennen, der eng mit Jean-Claude Poimboef, Generalsekretär des G8, und dem Präfekten von Hoch-Savoyen zusammenarbeiten wird.
Angekündigte Gross-Mobilisierung
Frankreich nimmt die Kampagnen linker Organisationen und Umweltaktivisten sehr ernst. Die Globalisierungsgegner haben bereits angekündigt, sie hofften, 100’000 bis 200’000 Personen für eine Gegenveranstaltung am Lac Léman mobilisieren zu können.
Es ist damit zu rechnen, dass sich der grösste Teil der Manifestanten in Genf oder Lausanne versammeln wird. Und wie soll beispielsweise verhindert werden, dass Hunderte kleiner Boote in Richtung Evian segeln?
Und wie soll vermieden werden, dass Touristen-Flugzeuge Tausende Flugblätter über dem Gipfel-Ort abwerfen?
Wer soll das bezahlen?
Paris und Bern werden in den kommenden Wochen ein bilaterales Abkommen unterzeichnen, das die Probleme rund um die Sicherheit am Evianer-Gipfel betrifft. Geregelt werden muss auch die Finanzfrage: Wer bezahlt beispielsweise die Sicherung des Luftraums, die Tausenden von Soldaten im Raum des Lac Léman und das Polizeiaufgebot für mehrere Tage?
Der Gipfel der reichen Acht spielt sich auf französischem Territorium ab. Wird er ein Erfolg, dürften die französischen Organisatoren die Lorbeeren ernten. Die Schweiz wird wohl nur Schlagzeile machen, wenn es zu bedauerlichen Zwischenfällen kommt.
swissinfo, Ian Hamel, Gaby Ochsenbein und Agenturen
Evian am Lac Léman zählt 7000 Einwohner.
Am G8-Gipfel werden mehrere Tausend Vertreter teilnehmen.
Die US-Delegation zählt über 1000 Personen.
3000 Journalisten werden erwartet.
Die Globalisierungs-Gegner wollen bis 200’000 Personen mobilisieren.
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