Hilfsangebot an die Ukraine
Nach dem Absturz eines Kampfjets bei einer Flugschau in der Ukraine hat die Schweiz Hilfe angeboten. Beim Unglück kamen mindestens 83 Menschen ums Leben.
Die Schweiz will die ukrainischen Behörden mit Medikamenten und anderen Hilfsmitteln unterstützen. Ein Transport von überlebenden Opfern in Schweizer Spitäler ist vorerst nicht vorgesehen, wie das EDA am Sonntag bekannt gab.
Rega muss nicht fliegen
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hatte der Ukraine angeboten, Verletzte mit schweren Verbrennungen in die Schweiz zu überführen. Der Transport wäre von der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) durchgeführt worden.
Der ukrainische Minister für Katastrophenfälle habe sich für das Angebot bedankt, wolle es aber vorerst nicht wahrnehmen, sagte Daniela Stoffel, Sprecherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), am Sonntagabend. Das Angebot bleibe aber weiterhin bestehen, sagte Stoffel.
Beileid vom Bundesrat
Die Ukrainischen Behörden hätten gleichzeitig ihr Interesse an anderen Hilfeleistungen wie zum Beispiel Medikamenten bekundet. Die Schweiz werde nun versuchen, über die DEZA entsprechende Hilfe zu leisten.
Bundespräsident Kaspar Villiger hat im Namen des gesamten Bundesrats und der Schweizer Bevölkerung ein Beileidstelegramm an die ukrainischen Behörden gesandt.
Flugschau wird zur Horrorshow
Beim Absturz eines Jagdflugzeuges an einer Flugshow am Samstag waren mindestens 83 Menschen ums Leben gekommen, darunter 19 Kinder. 116 Menschen wurden verletzt.
Bei der Unglücksmaschine handelte es sich um eine zweisitzige Maschine russischer Bauart vom Typ Suchoi-27. Sie geriet während eines akrobatischen Flugmanövers im Tiefflug ins Trudeln. Die beiden Piloten retteten sich daraufhin mit dem Schleudersitz.
Die Maschine fing kurz nach dem Aufprall auf dem Boden Feuer. Das brennende Wrack wurde noch viele Meter in die Menschenmenge geschleudert.
Ursache unbekannt
Experten rätseln über die Ursache des Absturzes. Möglicherweise sei sie auf Fahrlässigkeit in der Armeeführung oder technisches Versagen zurückzuführen.
Mit ersten Ergebnissen zur Unglücksursache sei frühestens in einer Woche zu rechnen, betonte der Chef der Untersuchungskommission. Die Auswertung der Flugschreiber des abgestürzten Kampfjets sei im Gange.
Luftwaffenchef entlassen und festgenommen
Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax und dem US-amerikanischen Nachrichtensender CNN wurde der unmittelbar nach der Katastrophe von Präsident Leonid Kutschma entlassene Luftwaffenchef Wladimir Strelnikow noch am Sonntag festgenommen. Ihm wurden schwere Versäumnisse bei der Flugvorbereitung der Streitkräfte sowie bei der Vorbereitung der Schauflüge angelastet. Auch andere hochrangige Offiziere wurden festgenommen.
swissinfo und Agenturen
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