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Junge braucht das Parlament

Die jüngsten Vertreter im Nationalrat: Toni Brunner (l.) und Ursula Wyss. Keystone

Nur 60 von 3000 Personen in den Kantons-Parlamenten sind unter 30 Jahre alt. In den eidgenössischen Räten sind es gar nur zwei Personen.

Diese beiden, SP-Nationalrätin Ursula Wyss und SVP-Nationalrat Toni Brunner, wollen dem entgegenwirken. Dazu kamen sie am Samstag-Nachmittag in Bern mit anderen Jung-Parlamentarierinnen und Parlamentariern zusammen. Rund 30 Personen unter 30 Jahren folgten der Einladung zur Tagung «Mehr Junge ins Parlament». Die Gruppe verabschiedete ein gemeinsames Communiqué, in dem sie Parteien und Regierung zur tatkräftigen Jugendförderung aufforderten.

«Junge Leute haben keine Lobby im Rücken, die finanzstarke Wahlkämpfe finanziert», sagte die 29-jährige Ursula Wyss gegenüber swissinfo. So seien sie auf die Parteien angewiesen, die teils nicht bereit seien, entsprechende Wahlkämpfe zu führen. «Das Bewusstsein, dass die Jungen derart untervertreten sind, ist noch nicht so gross, dass Wählerinnen und Wähler speziell die Jungen wählen.»

Keine Jugend-Listen

Skeptisch äusserten sie sich gegenüber speziellen Jugend-Listen. Diese Spezial-Listen hätten aufgrund der hohen Prozenthürden meist nicht einmal in Kantonen mit vielen Mandaten eine Chance. Die Jugend-Listen seien oft nur noch Zuträger für Listen-Stimmen der Mutterparteien, sagt Wyss. Besser sei eine gute Platzierung auf der Liste der Mutterpartei.

Parteien und Regierung gefordert…

An die politischen Parteien verabschiedete die Gruppe um die beiden jüngsten Vertreter des Nationalrates die Aufforderung, die Jugend-Förderung ernst zu nehmen und nicht nur als «Sonntagsrede» (Wyss) zu betreiben, und Mittel für spezielle Wahlkämpfe bereit zu stellen.

An den Bundesrat richteten die jungen Abgeordneten den Wunsch, die Untervertretung der Jungen bei den eidgenössischen Wahlen 2003 zu thematisieren. «Die Regierung soll informieren, dass heute nur sehr, sehr wenige junge Leute in den Parlamenten vertreten sind», fordert Wyss.

… aber auch Junge angesprochen.

Aber auch die jungen Menschen in der Schweiz wurden von der Gruppe um die Berner Ökonomin Wyss und den St. Galler Landwirt Brunner gefordert: Sie sollten sich stärker in der Politik engagieren.

Wyss betonte gegenüber swissinfo auch die Bedeutung der Jugendparlamente, besonders für Jugendliche, die noch nicht abstimmen und wählen dürften.

Von einer Politikmüdigkeit junger Menschen will die SP-Frau Wyss nichts wissen: «Die Politik wird oft als sehr staubig, komplex und unübersichtlich dargestellt. Die Jugendlichen die sich aber direkt engagieren, erleben dann mit einem gewissen Erstaunen, dass das eine oder andere bewirkt werden kann.»

Philippe Kropf und Agenturen

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