Längeres Leben – tiefere Rente
Der Umwandlungssatz der zweiten Säule wird innert 10 Jahren von 7,2% auf 6,8% gesenkt. Der Nationalrat will eine moderatere, aber schnellere Anpassung als der Bundesrat.
Nachdem sich der Nationalrat am Montag mit dem Übergang zum flexiblen Koordinationsabzug für eine Erhöhung der versicherten Lohnsumme ausgesprochen hatte, blieb am Dienstag der harte Kampf um die Senkung des Umwandlungssatzes aus.
Einbussen vertretbar
Es setzte sich mit 6,8% der Mittelweg der vorberatenden Sozialkommission durch. Die Rechte liess den Antrag auf eine stärkere Senkung auf 6,65% fallen.
Die aus dem neuen Satz resultierenden Rentenkürzungen betrügen maximal 400 Franken pro Jahr und träfen nur die Rentnerjahrgänge der Übergangszeit, sagte Bundesrätin Ruth Dreifuss.
Da die Einbussen zudem nur bei mittleren und höheren Einkommen aufträten, seien sie vertretbar. Wie die vorberatende Kommission kam auch die Mehrheit des Rates zum Schluss, dass der Bundesrat die Altersentwicklung etwas zu pessimistisch beurteilt hatte.
Schnellere Anpassung
Pierre-Yves Maillard (SP/VD) scheiterte allerdings mit seinem Antrag, den Umwandlungssatz bei den heutigen 7,2% beizubehalten. Es sei genügend Geld vorhanden, und der Trend zum Sparen dürfe nicht noch weiter gefördert werden. Der Bundesrat hatte ursprünglich 6,65% innert 13 Jahren vorgeschlagen, zeigte sich aber mit der Ratslösung einverstanden.
Mit der Senkung des Umwandlungssatzes wird auf die steigende Lebenserwartung reagiert, das Alterskapital wird also auf mehr Jahre verteilt. Beim Anpassungs-Rhythmus schlug der Rat ein forscheres Tempo ein als die Kommission, die sich 15 Jahre Zeit lassen wollte.
Mit 100 zu 80 Stimmen obsiegte Therese Meyer (CVP/FR) mit zehn Jahren Übergangszeit. Ansonsten entstünden Finanzierungslücken, warnte Meyer. Keine Chance hatte der Antrag von Ruedi Rechsteiner (SP/BS), der mit Verweis auf Milliardenreserven bei den Pensionskassen eine Übergangsfrist von 20 Jahren forderte.
swissinfo und Agenturen
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