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Lega fordert Pendler-Grenzblockaden

Die Lega dei Ticinesi fordert eine Blockade von je "500 italienischen Grenzgängern für jede Milliarde, die vom Tessin nach Italien fliesst". In der Südschweiz ist der Ärger über die als unausgeglichen empfundene Anwendung der bilateralen Verträge durch Italien gross.

Täglich kommen offiziell über 50’000 italienische Grenzgänger in die Südschweiz zur Arbeit. Anderseits hat das Parlament in Rom letzten Freitag eine Steueramnestie gutgeheissen, die laut der Lega einer Offensive auf den Tessiner Finanzplatz gleichkommt.

Der Bankenplatz beschäftigt rund 15’000 Personen – darunter auch zahlreiche Italiener selbst, die ihre Landsleute betreuen. Der Finanzplatz lebt grösstenteils von italienischen Kunden. Die Lega dei Ticinesi ärgert sich, dass sich weder der Bundesrat noch die eigene Kantonsregierung für den Finanzplatz stark macht.

Sie fordert deshalb die Herabsetzung der Anzahl italienischer Pendler: Jeweils je 500 für jede abgeflossene Milliarde, wie es in der Sonntagsausgabe des Parteiblattes il Mattino heisst.

Seit den bilateralen Verträgen mit der EU (und dem Schengener Abkommen) hat die Anzahl der im Tessin arbeitenden italienischen Grenzgänger zugenommen. Andererseits falle es Tessiner Firmen und Arbeitssuchenden wegen grosser bürokratischer Hürden in Italien schwer, Fuss zu fassen.

Wegen dieser von ihnen als einseitig empfundenen Handhabung der bilateralen EU-Verträge durch Italien ärgern sich zahlreiche Tessiner (Vorwurf des Arbeitsmarkt-Protektionismus).

Dass nun auch noch eine italienische Delegation ins Tessin reiste, um sich von der schweizerischerseits korrekten Anwendung des Schengener Abkommens überzeugen zu lassen, empfindet die Lega als Skandal.

swissinfo.ch und Agenturen

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