Libyen stoppt Öllieferung für die Schweiz
Im Zuge der Affäre um Hannibal Gadhafi, einen der Söhne des Staatschefs, hat Libyen am Donnerstag bekannt gegeben, dass sämtliche Öllieferungen in die Schweiz gestoppt wurden.
Damit werde gegen die vorübergehende Verhaftung von Hannibal Gadhafi protestiert. Der Leiter der nationalen lybischen Schiffsgesellschaft, Ali Bilhajj Ahmed, sagte, es handle sich um eine angemessene Antwort.
Es sei das mindeste, was man tun solle. Die gestoppten Lieferungen beliefen sich auf rund 40% des gesamten Geschäftsvolumens der Firma. Er machte aber keine Angaben über den Umfang der betroffenen Lieferungen.
Libyen ist der wichtigste Rohöllieferant der Schweiz. 2006 stammte fast die Hälfte der Schweizer Rohölimporte aus Libyen.
Hannibal, Sohn von Staatschef Muammar al-Gadhafi, und dessen Ehefrau waren am vergangenen Dienstag wegen Körperverletzung, Drohung und Nötigung in Genf festgenommen worden.
Seit Mittwochabend weilt eine hochrangige Delegation des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in der libyschen Hauptstadt, um die diplomatische Krise zu lösen.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch