Nachhaltige Entwicklungsarbeit
Der Wiederaufbau in Afghanistan und die rasche Hilfe nach der Vulkankatastrophe in Goma stehen für die DEZA im laufenden Jahr an vorderster Stelle.
Von den für 2002 vorgesehenen 20 Mio. Franken für den Wiederaufbau in Afghanistan soll eine erste Tranche sofort für die Bezahlung von Lehrern, Spital- und Verwaltungs-Personal überwiesen werden, sagte Walter Fust, Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), am Donnerstag in Bern.
Ausserdem will die DEZA das drängende Problem der Arbeitslosigkeit im kriegsversehrten Land angehen.
Zusammenarbeit mit IKRK
Die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zum Aufbau des Gesundheitswesens will die DEZA weiterführen. Fust wies in diesem Zusammenhang auf die hohe Kindersterblichkeit und die zahlreichen Opfer von Landminen hin.
Wichtig sei, dass die rund eine Million afghanischer Kinder im schulreifen Alter im März auch wirklich eingeschult werden können. Dafür müssten aber die Frauen wieder in das Berufsleben eingegliedert werden.
Saatgutlieferungen
Die DEZA will Saatgut für die nächste Ernte bereitstellen, damit die Bauern wieder selber landwirtschaftlich produzieren könnten. Weiterhin sind gemäss Fust etwa 8 der 25 Mio. Afghanen von Nahrungsmittel-Lieferungen aus dem Ausland abhängig.
Die DEZA werde auf diesem Gebiet mit dem UNO-Welternährungsprogramm und dem UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge zusammenarbeiten.
Hilfe für Vulkanopfer
Im Zusammenhang mit dem Vulkansausbruch in Kongo-Kinshasa ist die DEZA ebenfalls aktiv. Die Schweiz erhöhte die Nothilfe für die Opfer des Vulkanausbruchs in Ostkongo auf 1,2 Mio. Franken, wie der DEZA-Direktor sagte.
Über Partner-Organisationen werde das Geld in der Nahrungs- und Gesundheits-Vorsorge sowie zur institutionellen Stärkung lokaler Organisationen eingesetzt. Die Infrastruktur einiger Organisationen waren durch Lavaströme zerstört worden.
Schwierige Entwicklungs-Arbeit im Nahen Osten
Die Zusammenarbeit in den Palästinenser-Gebieten sei durch die jüngste Gewalt-Eskalation im Nahen Osten massiv beeinträchtigt worden, sagte Walter Fust gegenüber swissinfo. Die Sicherheit der Akteure sei in Frage gestellt und deren Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt.
Da viele Kinder nicht mehr zur Schule gingen, hätten beispielsweise Bildungs-Projekte derzeit einen äusserst schwierigen Stand. Und: «Es wurden von der Schweiz unterstützte Infrastruktur-Einrichtungen zerstört. Das ist gravierend. Da muss überlegt werden, ob Israel dafür nicht gerade stehen muss.»
swissinfo und Agenturen
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