The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Nicht nur das Minarett von Jam

Blick auf die Teilnehmer an der Aufbaukonferenz für Afghanistan auf dem Petersberg bei Bonn. Keystone

Die Schweiz will längerfristig in Afghanistan aktiv bleiben, sagte Aussenminister Joseph Deiss an der Afghanistan-Konferenz in der Nähe von Bonn.

In diesem Jahr leistete die Schweiz 20 Mio. Franken Hilfe. Im kommenden Jahr sind 15 Mio. geplant, 5 Mio. mehr als ursprünglich vorgesehen.

In basellandschaftlichen Bubendorf gibt es ein Afghanistan-Museum. Es erhielt in den Jahren 1999 und 2000 finanzielle Unterstützung von der Schweizer Regierung.

Dass es die Regierung ernst meint, das kulturelle Erbe Afghanistans zu unterhalten, zeigte sie im vergangenen Oktober. Der Bundesrat bewilligte einen Beitrag von 194’000 Franken für die Restaurierung des Minaretts von Jam und seine archäologischen Überreste.

Beim Aufbau des Landes nach der Taliban-Herrschaft nennt die Schweiz in ihrer Hilfsarbeit vier Schwerpunkte: Die Begleitung des verfassungsgebenden Prozesses, die Unterstützung im humanitären Bereich, den Ausbau der Zivilgesellschaft und den Einsatz, damit die neue Verfassung verwirklicht werden kann.

Neue Verfassung

Vor allem bei der Ausarbeitung der Verfassung will die Schweiz beratend und unterstützend zur Seite stehen, betonte der Schweizer Aussenminister Joseph Deiss an der Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn. Dabei soll dem Land nicht etwa ein vorgefertigtes Verfassungsmodell übergestülpt werden, sagte Deiss.

Die Bildung einer Zivilgesellschaft in Afghanistan sei erst im Aufbau begriffen und es seien grosse Vorbereitungs-Arbeiten nötig, um nach der Übergangsregierung zu freien Wahlen zu gelangen.

In diesem Punkt, so Deiss, möchte die Schweiz vor allem auf lokaler Ebene spezifisches Wissen vermitteln.

Humanitärer Bereich

Auch wenn der Aufbau stetig voranschreite, blieben die humanitären Bedürfnisse gross. Vielfach würde zudem bedauert, dass sichtbare Resultate des Wiederaufbaus fehlten. Deiss betonte demgegenüber, dass viele Staaten die in diesem Jahr in Tokio gesprochene Beiträge bezahlt hätten.

Auch die Schweiz habe sich an das Versprechen gehalten und ihre 20 Mio. Franken Aufbauhilfe bezahlt. Zudem sollen die für das kommende Jahr vorgesehenen 10 Mio. Franken um weitere 5 Mio. aufgestockt werden, kündigte Deiss an.

Menschenrechte

Für den Schweizer Aussenminister ist der Schutz der Menschenrechte entscheidend für den Wiederaufbau des Landes. Vor allem die Rechte der Frauen und Mädchen in Afghanistan müssten geschützt werden.

«Sämtliche Verstösse gegen die Menschrechte müssen geahndet werden», sagte Deiss. Nur so könne Afghanistan zu Sicherheit, Frieden und Wohlstand zurückkehren.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft