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Presseschau vom 07.10.2002

Die latente Unzufriedenheit mit der Justizministerin Ruth Metzler füllt die Seiten der Schweizer Medien.

Kommentiert wird auch der Wahlsieg der nationalistischen Parteien in Bosnien-Herzegowina.

Eine dreistündige Verspätung zur BVG-Debatte im Nationalrat hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Seither ist die Bundesrätin heftiger Kritik ausgesetzt.

Auch ihre Unwissenheit im Zusammenhang mit dem Kinderpornographie-Skandal gerät der Justizministerin nicht zum Vorteil.

«Langsam ist oft schneller», mahnt die AARGAUER ZEITUNG Bundesrätin Ruth Metzler. Der Justizministerin wird Inkompetenz und mangelndes politisches Fingerspitzengefühl vorgeworfen.

Trotzdem ist die AZ der Meinung, Ruth Metzler sei «nicht die falsche Person am falschen Ort. Im Gegenteil.» Die AARGAUER ZEITUNG empfiehlt der Justizministerin vor allem «mehr Gelassenheit und Verständnis für die Langsamkeit der Demokratie».

Grosse Bewährungsprobe für die Justizministerin ?

Auch der BLICK thematisiert die Kritik an Ruth Metzler. «Schwache Metzler» titelt das Boulevard-Blatt und fragt: «Versagt sie jetzt auch mit ihrer Asylpolitik?»

«Völlig im Regen» stehe die Bundesrätin, meint der BLICK und fährt fort: «So brutal musste sich kein Bundesrat abkanzeln lassen.» Das Blatt hält die kommende Abstimmung über die SVP-Asylinitiative für die grosse Bewährungsprobe der Justizministerin.

Auch LE TEMPS befasst sich auf ihrer Titelseite mit der helvetischen Justizministerin. Die Bundesrätin befinde sich «in einer schwierigen Lage», lautet der nüchterne Kommentar der welschen Zeitung.

«Zu viele Fauxpas haben das Fass zum Überlaufen gebraucht. Etwa ihr Auftreten im Zusammenhang der beruflichen Vorsorge oder ihr dreistündiges Verspäten im Nationalrat anlässlich der Sondersession zur 2. Säule. «

Allerdings hält die Zeitung fest, dass die öffentliche Schelte in einem starken Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen stehe und einem polit-strategischem Manöver gleiche.

Bosnien: Die Rückkehr der alten Geister

«Kriegsparteien im Aufwind» ist im BUND zu lesen. Angesichts der weit verbreiteten Enttäuschung in Bosnien-Herzegowina waren nur knapp 55% der Bevölkerung zur Wahl gegangen.

Ernüchtert kommt die Zeitung zum Schluss, «nach der Wende vorwärts vor zwei Jahren steht jetzt eine Wende rückwärts bevor». Und: «Nachdem die früheren Kriegsparteien aller drei Volksgruppen den Sieg für sich beanspruchen und dem Land ein herber Rückschlag bevorsteht, ist auch der Friedensvertrag von Dayton an einer Wegscheide angelangt.»

Auch die NEUE LUZERNER ZEITUNG schreibt in ihrem fast identischen Kommentar «Dayton am Ende» und hält neben der heimischen Politelite auch die Staatengemeinschaft für mitschuldig an der stagnierenden Entwicklung im Land.

Abschliessend hält die Zentralschweizer Zeitung fest: «Dayton hat ein viel zu kompliziertes System geschaffen, das der Korruption und Misswirtschaft grosse Spielräume lässt und für ein Armenhaus wie Bosnien-Herzegowina auch zu teuer ist.»

Der TAGES-ANZEIGER titelt seinen Kommentar mit «Bosnien allein zu Hause» und hält abschliessend fest:

«Eine ernüchternde Bilanz. Bald wird sich herausstellen, ob man Bosnien wirklich allein zu Hause lassen kann oder ob der Dayton-Vertrag zuerst renoviert werden muss, um dem Staatengefüge ein echtes Fundament zu geben.»

Ausschliesslich gute Neuigkeiten für die Schweiz kommen aus «Down Under». Das Schweizer Boot ‚Alinghi‘ ist weiterhin auf Erfolgskurs und hält laut BLICK weiterhin «Kontakt mit der Tabellenspitze».

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