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Schlusszeremonie an der Expo.O2

Am Expo-Abschlussfest herrschte ein buntes Charivari. swissinfo.ch

Mit letzten offiziellen Ansprachen ging am frühen Sonntagabend die Schweizer Landesausstellung Expo.02 zu Ende.

An der offiziellen Schlussfeier bezeichnete Bundesrat Pascal Couchepin die Expo.02 als Erfolg.

159 Ausstellungstage, 10 Millionen Eintritte, 1,5 Milliarden Kosten. Diese Expo sei eine grossartige politische und menschliche Erfahrung, mit der «unsere Generation etwas zur Geschichte der Schweiz beigetragen habe», sagte Couchepin.

Wunsch dem Volk entsprochen

Laut Couchepin hat die Expo.02 drei Schweizer Trümpfe vereint: die Landschaft, das kreative und architektonische Talent sowie die Begeisterung des Volkes.

Die 10 Millionen Eintritte hätten gezeigt, dass die Expo einem Wunsch des Volkes entsprochen habe. «Für diesen Erfolg musste ein langer und schwieriger Weg gegangen werden. Ein menschlicher und typisch schweizerischer Weg», meinte Couchepin im «Théâtre des Roseaux» der Arteplage Neuenburg vor rund 500 geladenen Gästen.

Der Wirtschaftsminister erinnerte an die mitunter quälende Geschichte der Landesausstellung. Bei der Vergabe des ersten Kredites im Jahre 1996 sei das Parlament zuwenig kritisch gewesen.

In der allgemeinen Euphorie um das Projekt habe es dieses nicht genügend hinterfragt. Nach der heilsamen Krise von 1999 habe der Bundesrat aber gesagt: «Zum Teufel mit dem Geiz, wir wollen die Expo!»

«Schweiz lebt und existiert»

Eher kurz fasste sich Expo-Präsident Franz Steinegger: «Eine schöne Zeit ist vorbei», sagte er. Die Schweiz habe sich in der Drei-Seen-Region an der Landesausstellung getroffen. Die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer seien an der Expo gewesen.

«Wir können auch in Zeiten des Wandels und der Verunsicherung gemeinsam etwas erreichen», sagte der Präsident. Er entschuldigte sich aber bei all jenen, die zu lange warten mussten oder sonst enttäuscht wurden. Abschliessend sagte Steinegger: «Wir beenden das Fest. Die Expo hat gezeigt: Die Schweiz lebt und existiert.»

«Expo wird Früchte tragen»

Melancholisch gab sich die Expo-Direktorin Nelly Wenger. «Das ist das Ende. Und dieses Ende stimmt mich traurig», so Wenger. Zeitgenössische Architektur; Vorurteile, die ins Wanken gerieten; ungewohnte Geselligkeiten oder verschiedenste Wissensbereiche: Dies seien einige Merkmale der sechsten Landesausstellung.

Wenger glaubt jedoch, dass der Geist der Expo.02 Wirkung zeigen und Früchte tragen werde. «Heute, am 20. Oktober, beginnt die Expo.02», sagte sie. Der Elan, der duch diese Veranstaltung geweckt worden sei, löse sich nicht einfach auf. «Er wird sich ausbreiten und noch grösser werden», sagte Wenger.

Expo erlebt nochmals Rekordaufmarsch

Die Oktobersonne vergoldete den Schlusstag der Expo.02. Gegen 200’000 Personen strömten ein letztes Mal auf die vier Arteplages, um Abschied zu nehmen oder Verpasstes nachzuholen. Zur Festfreude gesellte sich Melancholie.

Der letzte Expo-Tag wurde auf allen vier Arteplages von der Musik dominiert: Insgesamt 26 Bands spielten auf. Nach den offiziellen Schlussreden der jeweiligen Stadtbehörden samt Feuerwerk sollte das Volksfest bis um 4.00 Uhr morgends dauern.

Expo.02 online

Und um 04.00 morgens soll die Webseite www.exposia02.ch online gehen. «Wir wollen die Faszination der Expo über den offiziellen Abschluss hinaus hinüberretten. Auf unserer Seite wollen wir die Expo-Stimmung aufleben lassen», sagt Mitbegründer Reto Wagner gegenüber swissinfo.

Das fünfköpfige Team habe aus Freude an der Expo das Projekt lanciert, das von der Expo-Leitung zwar begrüsst, aber nicht unterstützt werde. Auf die Seite sollen alle Expo-Besuchende ihre eigenen Bilder laden können – das Gemeinschafts-Erlebnis Expo soll weitergehen.

swissinfo und Agenturen

Wie schon am Eröffnungstag am 14. Mai zeigte sich das Wetter zur Schlussfeier von seiner besten Seite. Nach einem trüben Morgen setzte sich die Sonne am Nachmittag durch und versetzte die ungefähr 200’000 Besucherinnen und Besucher in ausgelassene Festlaune.

Ein Nachspiel im Parlament gibt es in der Wintersession, wo es um einen weiteren Nachtragskredit geht. Die Expo wird den fast eine Milliarde Franken kosten.

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