Schweizer wandern ab
Im Jahr 2000 wanderten wesentlich mehr erwerbstätige Schweizer ins Ausland aus als heimkehrten. Ein Trend setzt sich fort.
Insgesamt wanderten im Jahr 2000 20’000 erwerbstätige Schweizerinnen und Schweizer ins Ausland aus: 11’000 Männer und 9’000 Frauen. Nur gerade 16’000 kehrten in die Heimat zurück. Dies geht aus der Arbeitsmarkt-Gesamtrechnung 2000 des Bundesamts für Statistik (BfS) hervor.
Keine neue Entwicklung
Diese Entwicklung ist nicht neu. Das am Donnerstag veröffentlichte statistische Material zeigt, dass seit Jahren mehr Schweizer aus- als einwandern – offenbar unabhängig von der hiesigen Wirtschaftslage.
Sind dereinst die bilateralen Verträge in Kraft, dürfte sich die Schere vergrössern. Die Verträge bringen Erleichterungen, wenn Schweizer im Ausland arbeiten möchten.
Die Schweiz «kompensiert» das Defizit bei der Rückwanderung durch die Einbürgerung von ausländischen Erwerbspersonen: Im Jahr 2000 erhielten 13’000 Erwerbstätige den roten Pass. In den Jahren zwischen 1996 und 1999 waren es jeweils um die 10’000.
Mehr Frauen und mehr Ausländer
Insgesamt stieg die Erwerbsbevölkerung in der Schweiz laut Arbeitsmarkt-Gesamtrechnung um 1,1%. Dieser Anstieg erklärt sich zum einen damit, dass bei den Frauen die Eintritte ins Erwerbsleben (187’000) deutlich höher ausfielen als die Austritte (158’000).
Betrachtet man zudem das Wander-Verhalten von sowohl schweizerischen als auch ausländischen Arbeitskräften, wies das Jahr 2000 den grössten Einwanderungs-Überschuss seit 1991 aus: Auf 95’000 Einwanderungen fielen lediglich 76’000 Auswanderungen.
Offenbar erfreut sich der Schweizer Arbeitsmarkt immer noch grosser Attraktivität.
Felix Münger
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