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SVP im Zenith und SP in Genesung

Glaubt man den Wahl-Umfragen der letzten Jahre, so steht die SVP ein Jahr vor den Nationalratswahlen in ihrem Zenith.

Die SP erholt sich vom Einbruch 2001. Die FDP erlebt Berg- und Talfahrten. Die CVP ist im Krebsgang.

Die SVP hatte bei den Nationalratswahlen 1999 mit einem Wähleranteil von 22,54% die SP (mit 22,47%) als wählerstärkste Partei überflügelt.

Sie konnte sich laut Meinungsforschungs-Institut Isopublic bis Februar 2000 auf 26,8% steigern und dann ein Jahr lang bei 25% halten.

SVP-Höhen- und Sinkflüge

Die Niederlage bei der Abstimmung über die Auslandeinsätze der Armee vom 10.Juni 2001 unterbrach den SVP-Höhenflug. Das GfS-Wahlbarometer vom Juni sah sie zwar mit 22,2% noch auf Platz eins, Isopublic im Juli mit 23,5% dagegen erst auf Platz zwei hinter der erstarkten FDP.

Beim Swissair-Debakel vom Oktober 2001 konnte die SVP aber mit ihrer Profilierung gegen die Swissair-Kredite die Scharte auswetzen. Sie erreichte laut Isopublic Ende 2001 wieder 26%.

Doch auch dieser zweite Höhenflug endete mit der Niederlage bei der UNO-Abstimmung vom 3. März 2002. Die Vorlage hatte die SVP gespalten. So fiel die Partei gemäss Isopublic im Juli 2002 hinter die SP zurück.

Obwohl die SP in der am Sonntag publizierten Umfrage verlor und die SVP leicht zulegte, liegt die SVP mit derzeit 23,9% weiterhin auf Platz zwei.

SP: Erholung vom Jammertal

Die von Richtungskämpfen und personellen Intrigen gebeutelten SP – Koch-Rücktritt und Liberalismus-Debatte – ging 2000 und 2001 durch ein Jammertal. Laut Isopublic rutschte sie bis Juli 2001 auf 18,5% (hinter SVP und FDP) ab, laut GfS auf 21,4%.

Personelle Querelen seien extrem schädlich für eine Partei, kommentiert Mathias Kappeler von Isopublic. Sie schrecken den Wähler weit mehr ab als sachpolitische Meinungs-Differenzen innerhalb einer Partei.

Die Versachlichung der innerparteilichen Diskussionen liess die SP ab Mitte 2001 genesen. Zudem boten die Börsen-Abstürze, die Wirtschaftsflaute sowie die «Rentenklau»-Diskussion den Sozialdemokraten die Möglichkeit zur Profilierung.

So schloss die SP im März 2002 wieder dicht zur SVP auf: Im Juli stand sie gemäss Isopublic mit 25% wieder zuoberst in der Wählergunst. Die Sozialdemokraten behaupteten diesen Spitzenplatz mit 24,3% auch bei der September-Umfrage.

Höhen und Tiefen von FDP und CVP

Die FDP konnte ihren Anteil von rund 20% ein Jahr lang halten. Mit der Wahl von Gerold Bührer zum Parteipräsidenten im April 2001 gewann sie Sympathien vorab rechts der Mitte.

Laut GfS-Wahlbarometer vom Juni 2001 lag die FDP mit 21,4% gleichauf mit der SP auf Platz zwei. Isopublic sah sie im Juli 2001 sogar auf dem ersten Platz mit 24%.

Das Swissair-Debakel im Oktober 2001 knickte aber die Erfolgskurve der FDP – wegen ihrer Verflechung mit der Swissair-Führung. Der Anteil sackte laut Isopublic bis März 2002 auf 20% ab (GfS: 21,3%) und stabilisierte sich bis Sommer bei 21,5%.

Bei der jüngsten Umfrage legte die FDP – offenbar als Folge des Doppelneins des Volkes zu den Nationalbankgold-Vorlagen – leicht zu und erreichte 22,8%.

Die CVP, die bei den Wahlen 1999 15,9% erhalten hatte, konnte sich nach einem «Durchhänger» 2000 mit der Wahl von Philipp Stähelin zum Parteipräsidenten im Mai 2001 wieder bei 15% bis 16% stabilisieren.

Mit ihrem Nein zur Fristenlösung am 2.Juni 2002 stand sie aber völlig im Regen und rutschte laut Isopublic im Juli auf 12,5% und im September auf gar 10,8% ab.

Prägende Ereignisse

Für Claude Longchamp vom GfS-Forschungsinistitut prägen vor allem Volksabstimmungen, wie etwa die Goldabstimmung, längerfristig das allgemeine politische Klima.

Prägend seien auch spezielle Ereignisse wie etwa ein Bundesrats-Rücktritt. Wahlabsichten ändern sich nach Longchamps Erfahrung aber nur gering.

swissinfo und Howard Dubois (sda)

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