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Transporteure «gequält»

Die italienischen Camioneure sind wütend. Keystone

Der Verband italienischer Autotransporteure beschwert sich über systematische Behinderungen des Schwerverkehrs aus Italien. Die Schweiz weist die Vorwürfe zurück.

In einem Brief, der am Freitag von italienischen Zeitungen abgedruckt wurde, fordert Giorgio Colato, Präsident des italienischen Routierverbandes (FAI) der Provinz Como, seine Regierung und die Parlamentarier in Rom auf, bei den Schweizer Behörden zu intervenieren.

«Unsere Transporteure werden von der Schweizer Polizei ständig gequält», heisst es in dem Schreiben. Colato ärgert sich besonders über die Tessiner Verkehrspolizei, die am Mittwoch die Gotthard- und San-Bernardino-Route wegen Schneefalls stundenlang sperrte. 20 oder 30 Centimeter Schnee hätten den Transitverkehr am Gotthard bisher noch nie zum Kollabieren gebracht, moniert er.

Angst um Wettbewerbsfähigkeit

Vor der Brandkatastrophe im Gotthardtunnel vom 24. Oktober habe eine Fahrt von Chiasso nach Basel vier Stunden gedauert. Heute seien für die selbe Strecke 12 bis 16 Stunden nötig. «Unsere Ware ist nicht mehr wettbewerbsfähig, die Unternehmen geraten in die Krise, Arbeitsplätze gehen verloren», lautet Colatos Schlussfolgerung.

Schweiz wehrt sich gegen Vorwürfe

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat die Vorwürfe zurückgewiesen. ASTRA-Sprecher Michael Gehrken sagte auf Anfrage, die Massnahmen würden für alle gleich gelten. Zudem habe das italienische Verkehrsministerium das Dosierungs-System abgesegnet.

Auch sei im Gegensatz zur Blockade der FAI vom vergangenen 23. Januar die Verkehrsachse nicht einen Tag lang lahm gelegt worden. Es komme halt einfach vor, dass im Winter die Gotthardachse manchmal gesperrt werden müsse.

Anders als die Camioneure, welche von stundenlangen Wartezeiten berichten, ist beim zuständigen Departement zudem von Wartezeiten von durchschnittlich einer Stunde die Rede. Mit einer Änderung des Dosierungs-Systems ab Montag (neu 3-Stundentakt, s. Link) «wird die mittlere Wartezeit von rund 1 Stunde auf 50 Minuten gesenkt werden können», so das Communiqué des Departementes.

swissinfo und Agenturen

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