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Ungewisse Zukunft für Swiss

Die Swiss-Flotte wächst mit der Einführung der neuen Embraer 170, trotz der Probleme der Fluggesellschaft. Martedì la compagnia presenta i nuovi velivoli Embraer 170. Ma problemi di gestione non sono risolti (foto: swiss.com)

Ein immer bitterer geführter Arbeitskampf zwischen dem Swiss-Management und den ex-Crossair-Piloten bedroht die Zukunft der neuen Airline.

Der Machtkampf zwischen den ehemaligen Crossair-Piloten und der Swiss eskaliert: Ihr Verband, Swiss Pilots, erschien nicht zu einer GAV-Verhandlungs-Runde (GAV: Gesamtarbeitsvertrag).

Dass die Swiss Pilots das Swiss-Management am Dienstagmorgen alleine liessen, bestätigte Felix Wirth, Vizepräsident der Swiss Pilots, gegenüber swissinfo. Von der Fluggesellschaft selbst gab es keine Auskünfte; die Swiss verhängte eine vorläufige Nachrichtensperre.

In der Tagesschau des Schweizer Fernsehens vom Vortag hatte der Swiss-Konzernchef André Dosé das Vorgehen der Crossair als «verantwortungslos» bezeichnet.

Runder Tisch gegen Diskriminierung

Im Zentrum der Diskussionen am runden Tisch steht die Lohn-Diskriminierung der ehemaligen Crossair-Piloten gegenüber ihren Kollegen der ehemaligen Swissair. Diese Ungleichbehandlung zwischen Regional- und Interkontinental-Piloten wurde Mitte Juli von einem Schiedsgericht festgestellt.

«Das Swiss-Management will oder kann auf die gerichtlich geschützte Forderung nach vollwertiger Gleichstellung offensichtlich nicht eintreten, und das mit Berufung auf den Swiss-Business-Plan», teilte der ex-Crossair-Pilotenverband mit.

Gefährden GAV-Verhandlungen die Swiss?

Swiss Pilots weist den Vorwurf, das Ende der Swiss in Kauf zu nehmen, weit von sich. Die Swiss versuche den Verband und seinen Präsidenten David Bieli zu diskreditieren, teilt Swiss Pilots in einer Medienmitteilung vom Dienstagmorgen mit.

«Dabei wird suggeriert, dem Verband gehe es vorwiegend um finanzielle Forderungen», schreiben die ex-Crossair-Piloten. «Swiss Pilots wollte und will vermeiden, dass in den Swiss Cockpits eine Zweiklassen-Gesellschaft entsteht. Wo beschränkte Mittel zur Verfügung stehen, müssen sie gleichwertig verteilt werden.»

«Es ist äusserst gefährlich, die gesprochenen Gelder, die Tausende von Arbeitsplätzen ermöglicht haben, zu gefährden. Das könnte den Untergang der Swiss bedeuten», sagte Aeropers-Vize-Präsident Ben Bosshardt im Nachrichtenmagazin 10 vor 10 vom Montag.

Swiss-Angebot: 16 Millionen

Das Swiss-Management will zwar verhandeln, wie dem Urteil des Schiedsgericht folge geleiste werden könne, aber nur innerhalb der am Wochenende gesetzten Rahmen-Bedingungen.

Den finanziellen Rahmen des Angebotes der Swiss bildeten die 16 Mio. Franken, die den ehemaligen Crossair-Piloten am vergangenen Wochenende von Swiss-Chef Dosé verbindlich zugesichert worden seien. Damit werde das Personalbudget der ehemaligen Crossair-Piloten um insgesamt 16 Prozent verbessert.

Überrissene Forderungen und prekäre Arbeitsplätze

Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) – der Bund ist der grösste Minderheitsaktionär der Swiss – warnte vor unerfüllbaren Forderungen der früheren Crossair-Piloten, welche den Erfolg der Fluglinie in Frage stellten. EFD-Kommunikationschef Daniel Eckmann gab sich am Dienstag zugleich zuversichtlich über die Problemlösungsfähigkeit der Swiss.

Die Sozialdemokratische Partei (SP) ihrerseits betonte, dass nicht nur die Linienpiloten in einer prekären Arbeitssituation seien. Zwei von drei Gruppen von Swiss-Mitarbeitenden hätten noch keinen definitiven GAV.

swissinfo und Agenturen

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