UNO-Beitritt und Arbeitszeit
Die Schweizer Stimmberechtigten haben dieses Wochenende über den Beitritt der Schweiz zur UNO und über eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 36 Stunden entschieden. Noch liegen keine Trends vor - swissinfo informiert sobald als möglich mit Hochrechnungen, Resultaten, Reaktionen und Analysen.
Heftig zu debattieren gegeben hat im Vorfeld des Abstimmungs-Wochenendes vor allem die Frage des UNO-Beitritts. Gegner und Befürworter sind wochenlang durchs Land gezogen, um die Stimmberechtigten von ihrer Sichtweise zu überzeugen.
Nur zwei Staaten sind nicht Mitglied bei der UNO: Der Vatikan und die Schweiz. Alle andern 189 Länder gehören zur Weltorganisation.
Gegner befürchten, ein UNO-Beitritt könnte den Verlust der Schweizerischen Neutralität zur Folge haben. Nur unabhängig könne man auch neutral sein, behaupten sie.
Befürworter der Initiative hingegen argumentieren, dass die Schweiz sich nicht um die Verantwortung für die Welt drücken dürfe. Zudem könne das Land nur als Vollmitglied der Organisation auch tatsächlich mitbestimmen.
Ständemehr ausschlaggebend
Da es sich um eine Volks-Initiative handelt, muss nicht bloss die Mehrheit der Stimmberechtigten zustimmen. Auch die Mehrheit der Kantone – das so genannte Ständemehr – ist erforderlich.
Meinungs-Umfragen prognostizierten zuletzt eine knappe Mehrheit für ein Ja zum UNO-Beitritt. Allerdings wurde auch klar, dass es besonders beim Ständemehr knapp wird.
Die Zahl der Personen, die bereits im Vorfeld des Abstimmungs-Wochenendes schriftlich abgestimmt haben, zeigt: Die UNO-Abstimmung bewegt die Schweizerinnen und Schweizer. Die Stimmbeteiligung dürfte aussergewöhnlich hoch werden – in einigen Kantonen ist die Rede von über 60 Prozent.
Kein Kampf für kürzere Arbeitszeit
Im Vorfeld der zweiten Volks-Initiative – für eine staatlich geregelte Verkürzung der Arbeitszeit – blieb es ausgesprochen ruhig. Es sieht so aus, als gäbe selbst der Schweizerische Gewerkschaftsbund als Initiant seinem Vorhaben keine Chance.
Auch bei dieser Initiative geht es sowohl um die Mehrheit der Ja-Stimmenden wie auch ums Ständemehr.
Kantonal und lokal
Neben den eidgenössischen Vorlagen finden in zahlreichen Kantonen und Gemeinden Abstimmungen statt. Die Kantone Waadt, Ob- und Nidwalden sowie die Stadt Zürich wählen zudem Regierung und Parlament neu. In Graubünden geht es um die Neubestellung der Regierung.
Hochrechnungen, Reaktionen und Analysen online
swissinfo berichtet am Sonntag ab 13.00 Uhr MEZ laufend über die Ergebnisse der Abstimmungen. Neben Zahlen und Fakten sind online Reaktionen und Analysen zu lesen und zu hören.
In verschiedenen Kantonen und Städten finden an diesem Wochenende weitere Wahlen und Abstimmungen statt. Ein erster Überblick sollte am Sonntagabend vorliegen. Mit exakten Wahlresultaten ist spätestens am Montagvormittag zu rechnen.
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