Waadt und Glarus: Regierung gewählt
Die Waadtländer Regierung bleibt mehrheitlich bürgerlich. Im Kanton Glarus ist im Kampf um den siebten Sitz ein zweiter Wahlgang nötig.
Im Kanton Waadt und Glarus fanden am Wochenende Staatsrats- respektive Regierungsratswahlen statt. Bestgewählter Staatsrat in der Waadt ist wie erwartet der bisherige Grüne Philippe Biéler. Direkt hinter ihm platziert, realisierten die beiden neuen SP-Kandidierenden einen Exploit: Die aus der Europa-Bewegung stammende Anne-Catherine Lyon und Nationalrat Pierre Chiffele.
Das Duo verteidigte nicht nur erfolgreich den von SP-Staatsrätin Francine Jeanprêtre nach dem ersten Wahlgang unfreiwillig aufgegebenen Regierungssitz, sondern eroberte auch den vor vier Jahren an die Liberalen verlorenen zweiten Sitz zurück.
Linkes Wunder blieb aus
Fast hätte die vereinigte Linke auch die Wende geschafft. Dem PdA-Mann Zisyadis, der bereits einmal ein kurzes Gastspiel in der Waadtländer Regierung gegeben hatte, fehlten am Schluss nur rund 800 Stimmen zum erneuten Einzug in den Staatsrat. Zisyadis war vor zwei Wochen noch im Alleingang angetreten.
Erleichtert war am Sonntagabend vor allem die FDP, deren neu angetretener Hoffnungsträger Pascal Broulis auf dem vierten Platz landete, vor der bisherigen FDP-Staatsrätin Jacqueline Maurer- Mayor. «Le grand vieux parti» hatte bei den Grossratswahlen mit 10 Sitzverlusten einen regelrechten Einbruch erlitten.
Auf dem sechsten Platz rangiert der bisherige SVP-Staatsrat Jean- Claude Mermoud. Bis am Schluss um seine Wiederwahl bangen musste der Liberale Charles-Louis Rochat, der von den Bisherigen das schlechteste Resultat erreichte und auf dem siebten Platz landete.
Glarus: Entscheid um siebten Sitz steht noch aus
Bei den Glarner Regierungsratswahlen wurden die sechs bisherigen Regierungsräte klar im Amt bestätigt. Das beste Resultat erzielte Baudirektor Pankraz Freitag (FDP) vor Sanitäts- und Fürsorgedirektor Robert Marti (SVP) und Jakob Kamm (SP), Vorsteher der Landwirtschafts-, Wald- und Umweltdirektion.
Es folgen Polizei- und Militärdirektor Willy Kamm (FDP), Landammann und Erziehungsdirektor Rudolf Gisler (CVP) und die einzige Frau in der Regierung, Marianne Dürst (FDP), Vorsteherin der Direktion des Innern.
Für die Nachfolge des zurücktretenden Finanzdirektors Christoph Stüssi (SVP), den siebten Sitz, ist ein zweiter Wahlgang notwendig (7. April). Keiner der vier Kandidaten erreichte das absolute Mehr. Es ist das erste Mal, dass bei Gesamterneuerungs-Wahlen des Glarner Regierungsrats ein zweiter Wahlgang erforderlich ist.
swissinfo und Agenturen
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