Stadtpolizei St. Gallen kontrolliert Parktickets mit einem Scan-Car
Die Stadtpolizei St. Gallen will noch in diesem Jahr einen Pilotversuch mit einem sogenannten Scan-Car starten. Mit einem solchen Fahrzeug können Parksünder automatisch erfasst werden. Die Polizei bestätigte eine frühere Berichterstattung von SRF.
(Keystone-SDA) In einem ersten Versuch würden mit dem Scan-Car lediglich Daten erhoben, jedoch noch keine Bussen ausgestellt. Das erklärte ein Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es gehe vorerst um Tests, ob die Parkplatzkontrollen auf diese Weise tatsächlich funktionierten.
Die Kosten für den Scan-Car könnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht beziffert werden. Ins Auge gefasst werde ein System, welches grundsätzlich bei einem beliebigen Fahrzeug installiert werden könne. Gesteuert werde das Auto durch Mitarbeitende der Stadtpolizei.
Seine Runden soll der Scan-Car in der ganzen Stadt drehen – «insbesondere für Kontrollen im Zusammenhang mit dem Nachtparkieren», so der Sprecher weiter.
Mit Sensoren Parksünder aufspüren
Scan-Cars fahren entlang von Strassen und Parkplätzen und erkennen Falschparkierer automatisch. Das Kennzeichen wird erfasst und später könnte die Parkbusse verschickt werden.
Im grenznahen Waldshut-Tiengen D wurden Parksünder bereits versuchsweise mit Scan-Fahrzeugen ertappt. Diese Autos sind mit Kameras und Sensoren auf dem Dach ausgerüstet, ähnlich wie Google-Autos, die Bilder für die Street-View-Funktion festhalten.
Rund 3000 mögliche Verstösse wurden in Waldshut-Tiengen in der dreimonatigen Versuchsphase erkannt, daraus ergaben sich rund 2000 Bussen, wie die Mobilitäts-Plattform «Streetlife» berichtete. Darunter waren auch viele Schweizer Einkaufstouristinnen und -touristen.
Zürich und Winterthur verzichten vorerst
Im Kanton Zürich sollen vorerst keine Scan-Cars eingesetzt werden. Sowohl die Stadtpolizeien Zürich und Winterthur sowie die Kantonspolizei verzichten auf einen Versuch.
Die Scan-Cars funktionierten nur, wenn die Autos frontal parkiert sind und die Kamera-Fahrzeuge vorne oder hinten durchfahren können, erklärte ein Sprecher der Stadtpolizei Winterthur auf Anfrage von Keystone-SDA. In Winterthur gebe es aber kaum frontale Parkplätze. Die meisten Parkplätze stünden in der Stadt Winterthur parallel zu Strassen. So «versteckt» seien die Schilder für heutige Scan-Cars aber nicht lesbar. «Wir haben das Projekt deshalb zurückgestellt.»
Auch bei der Stadtpolizei Zürich sind die Kamera-Autos derzeit kein Thema. Die Kantonspolizei wiederum verfolgt zwar aktuelle Entwicklungen, um Kontrollen im Verkehr zu automatisieren, wie es dort auf Anfrage hiess. Aktuell sei ein solcher Versuch aber nicht geplant.