Die Woche in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Willkommen zu unserer Auswahl der wichtigsten – und interessantesten – Geschichten aus der Schweiz der letzten sieben Tage.
Der Tod von Papst Franziskus am Ostermontag beschäftigte in dieser kurzen Arbeitswoche auch die Schweiz. Und im Wallis hat die Notfall-Kommunikation nach den heftigen Schneefällen vom Osterwochenende versagt. Nun stellt die Politik Fragen.
Herzliche Grüsse aus Bern
Weltweit trauern Katholikinnen und Katholiken um Papst Franziskus. Der Argentinier starb am Ostermontag mit 88 Jahren in Folge eines Schlaganfalls. Auch in der Schweiz war die Anteilnahme gross. Und ein Schweizer Kardinal spielt eine zentrale Rolle bei der Wahl seines Nachfolgers.
In etwa zwei Wochen soll im Konklave in Rom ein neuer Papst für die etwa 1,4 Milliarden Katholikinnen und Katholiken gewählt werden. Alle Kardinäle der Welt wurden dazu aufgerufen, sich auf schnellstem Weg nach Rom zu begeben.
Einen grossen Einfluss habe dabei der Schweizer Kurt Koch, ein so genannter «Grosswähler». Laut den Publikationen von CH Media sind dies in den meisten Fällen langgediente Kardinäle, die gleichzeitig «Papabili» sind, «also Favoriten für die Papstwahl».
Aber natürlich findet die Wahl hinter verschlossenen Türen statt. Bis dahin herrscht äusserste Geheimhaltung. Erst der weisse Rauch aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle wird der Welt verkünden: «Habemus papam», wir haben einen neuen Papst. Ob dieser die Kirche, in letzter Zeit durchgeschüttelt von Missbrauchsskandalen und konfrontiert mit sinkenden Mitgliederzahlen, in ruhigeres Fahrwasser steuern kann?
Zuckerbrot und Peitsche. So könnte man den gegenwärtigen Umgang der USA mit dem Rest der Welt in Sachen Zöllen bezeichnen. Nach der US-Ankündigung hoher Zölle scheint die Schweiz nun einer Gruppe von 15 Ländern anzugehören, mit denen die Trump-Regierung zuerst verhandeln will. Wie kam es dazu?
«Mission zollfrei», nannte es die Neue Zürcher Zeitung. «Ein All-Star-Team um Karin Keller-Sutter in Washington soll die Massnahmen gegen die Schweiz abwenden», titelte das Blatt. Die Bundespräsidentin und Wirtschaftsminister Guy Parmelin weilten Ende dieser Woche in den USA und versuchten, den Zollhammer der US-Regierung gegenüber der Schweiz zu reduzieren.
Der angedrohte Zollsatz von 31% auf Importe aus der Schweiz soll aufgehoben oder zumindest gesenkt werden, so das Ziel. Eigentlich waren die beiden für die Frühlingstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank nach Washington gereist. Doch sie konnten am Donnerstag auch hochrangige Vertreter der US-Regierung treffen, darunter Finanzminister Scott Bessent.
«Die USA wollen eine Lösung mit der Schweiz», sagte Karin Keller-Sutter nach den Treffen gegenüber Radio SRF. Als nächstes solle eine Absichtserklärung erarbeitet werden. Danach könnten die eigentlichen Verhandlungen beginnen. «Die US-Behörden haben einen klaren Willen bekundet, dass man mit der Schweiz eine Lösung finden will.»
Sagt Ihnen der Name Polycom etwas? Ich kannte es bis jetzt auch nicht. Dieses digitale Kommunikationssystem der Behörden soll in Krisensituationen die Kommunikation ermöglichen, wenn andere Netze zusammengebrochen sind. Doch Polycom versagte bei den schweren Schneefällen am Osterwochenende im Wallis.
Am Gründonnerstag lief gar nichts mehr in einigen Walliser Seitentälern. Die Verkehrswege nach Saas Fee und Zermatt waren blockiert, umstürzende Bäume hatten die Stromleitungen unterbrochen. Während mehreren Tagen blieben die Menschen ohne Elektrizität.
Wie gut, dass die Schweiz ihr Kommunikationssystem Polycom hat, mit dem die Behörden in solchen Fällen kommunizieren können. Dachte man auch im Wallis. Doch das dortige Polycom fiel ebenfalls aus, für mindestens 24 Stunden, wie der Tages-Anzeiger schreibt. «Der Grund sei ‚eine Verkettung unglücklicher Umstände‘ gewesen», heisst es im Bericht.
Das System sollte eigentlich gegen Stromausfälle bis zu 72 Stunden gewappnet sein. Nun frage man sich nicht nur im Wallis: «Weshalb investierten Bund und Kantone über eine Milliarde Franken in ein Krisen-Kommunikationssystem, das im Krisenfall nicht funktioniert?» In der kommenden Session des Bundesparlaments soll der Bundesrat diese Frage nun beantworten.
Die negativen Nachrichten über Klaus Schwab folgten sich diese Woche gefühlt im Stundentakt. Zuerst sein Rücktritt als Vorsitzender des World Economic Forum (WEF), dann die Korruptionsvorwürfe, und schliesslich wurde bekannt, dass die Stiftungsaufsicht des Bundes bereits ermittelt.
Das WEF gilt als Stelldichein der Mächtigen dieser Welt. Immer im Januar treffen sie sich während einigen Tagen in der Bündner Alpenstadt Davos mit dem erklärten Ziel, «den Zustand der Welt zu verbessern». Doch seit letztem Sommer steht die Organisation in der Kritik: Dem Top-Management wurden Sexismus und Rassismus vorgeworfen.
Nun kam diese Woche eine neue Dynamik in den Fall: Nach Schwabs Rücktrittsankündigung am Ostermontag wurden tags darauf Vorwürfe publik, dass er und seine Ehefrau Hilde, Mitgründerin des WEF, Gelder des Weltwirtschaftsforums für persönliche Zwecke verwendet haben sollen. Schwab reichte umgehend eine Strafanzeige gegen die Whistleblower ein.
Schliesslich deckte der Tages-Anzeiger auf, dass die Stiftungsaufsicht des Bundes bereits in der Sache aktiv wurde. Denn das WEF ist als gemeinnützige Stiftung organisiert. Sollten sich die Vorwürfe gegen den 87-Jährigen bestätigen, würden «alle Negativ-Klischees über die globale Elite erfüllt, die sich alljährlich in Davos trifft», schreibt SRF News.
Am Montag feiert Zürich das traditionelle Frühlingsfest Sechseläuten. Nach dem farbenfrohen Umzug mit Zunftmitgliedern, Musikkapellen und Pferden ist der Höhepunkt das Verbrennen des Böögg, einer Figur in Gestalt eines Schneemanns. Je kürzer es dauert, bis dessen Kopf explodiert, desto schöner soll der Sommer werden – zumindest glaubt man in Zürich fest daran.
Die kommende Woche steht anschliessend ganz im Zeichen einiger Schwergewichte der Schweizer Wirtschaft, die ab Dienstag ihre Ergebnisse fürs erste Quartal dieses Jahres präsentieren werden. Darunter finden sich die Grossbank UBS, die Fluggesellschaft Swiss, der Pharmakonzern Novartis und der Lifthersteller Schindler.
Am Donnerstag findet in Tiefencastel ein Informationsabend für die evakuierte Bevölkerung von Brienz/Brinzauls statt. Das Bündner Dorf, wie Tiefencastel eine Ortschaft der Gemeinde Albula, musste im November 2024 bereits zum zweiten Mal wegen der Gefahr eines möglichen Felssturzes und eines Schuttstroms evakuiert werden. Seit Ostern dürfen die Bewohnerinnen und Bewohner an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag wieder in ihr Dorf zurückkehren.
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