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Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Es ist Sommer. Statt News fasse ich Ihnen deshalb heute hintergründige Artikel zusammen, damit Sie über längerfristige Entwicklungen in der Schweiz auf dem Laufenden bleiben - vom AHV-Defizit über Wohnen auf dem Campingplatz bis zum Rauchverbot auf Spielplätzen.

Liebe Grüsse aus Bern

Ältere Frau
Christof Schuerpf

Gemäss neuen Zahlen ist das AHV-Defizit so gross, dass wir eigentlich bis 69 arbeiten müssten. Die Zahl der Rentner und Rentnerinnen wird sich in den nächsten zwanzig Jahren fast verdoppeln.

In den nächsten zwanzig Jahren wird sich die Zahl der Rentner und Rentnerinnen in der Schweiz um eine Million auf 2,5 Millionen erhöhen. Ab 2040 werden noch etwas mehr als zwei Erwerbstätige auf einen Rentner oder Rentnerin kommen.  

Die vom Bundesrat vorgeschlagene Reform AHV 21 verhilft der AHV nur bis 2027 zu schwarzen Zahlen. Die Jungfreisinnigen lancieren im August eine Volksinitiative für Rentenalter 66. Gemäss neuster Finanzperspektive des Bundes würde aber nicht mal das reichen.

Gemäss der Prognose bis 2045 bleibt die AHV nur dann im Lot, wenn alle bis 69 arbeiten. Oder die AHV bräuchte Zusatzeinnahmen, um das Defizit zu decken.

  • Den Bericht finden Sie hierExterner Link (Tages-Anzeiger/Paywall)
  • Einen Hintergrundartikel zur Frage, ob die Schweiz zu hohe Renten zahlt, finden Sie in unserem Archiv.
Camping
Keystone / Gian Ehrenzeller

Angesichts der hohen Mietpreise in der Schweiz ist der Gedanke naheliegend, auf dem Campingplatz zu wohnen. Doch Behörden und Platzbetreiber verbieten das zunehmend. 

Wohnraum ist in der Schweiz 82% teurer als im EU-Durchschnitt. Dafür ist der Ausbaustandard enorm hoch. Bescheiden und günstig wohnen ist fast nur noch auf dem Campingplatz möglich.

Doch viele Gemeinden und Platzbetreiber unterbinden Wohnen auf dem Campingplatz. Sie wollen die Plätze den Touristen vorbehalten. Manche haben auch Angst, Campingplätze würden zu Trailerparks für Randständige.

Diese Angst ist nicht immer begründet. Wir haben mit einer ganz normalen jungen Frau gesprochen, die aus Naturliebe und Freiheitsdrang zwei Jahre auf dem Campingplatz gewohnt hat.

Spielplatz
© Keystone / Georgios Kefalas

Rauchen auf Spielplätzen wird an immer mehr Orten verboten. Für die spielenden Kinder sind Passivrauch und Vergiftungen beim Schlucken von Zigarettenstummeln eine Gefahr.

In den letzten Jahren haben immer mehr Gemeinden Alkohol und Zigaretten auf Spielplätzen und Schularealen verboten. Auch die Kantone engagieren sich mit Überzeugungsarbeit.

Grund für die Verbote sind Angst vor Passivrauch sowie Vergiftungsgefahr für Kinder, die Zigarettenstummel in den Mund nehmen. Besonders die Filter sind mit krebserregenden und toxischen Substanzen aus dem Rauch gefüllt.

In Frankreich sind seit 2015 sämtliche Spielplätze rauchfrei. Auch Deutschland, Schweden und Dänemark sind bei rauchfreien Zonen weiter als die Schweiz.


Gleise
Keystone / Urs Flueeler

Die SBB stellt sich auf den Klimawandel ein. Es sind Massnahmen bei Hitzewellen geplant. Zum Beispiel weiss angemalte Gleise, um zu verhindern, dass diese sich wegen der Hitze verbiegen.

Ausländische Bahnen und die Rhätische Bahn testen bereits, ob sich die Schienen weniger stark erhitzen, wenn sie weiss angemalt sind. Auch die SBB will nun einen solchen Test durchführen. Denn Gleise haben sich wegen der Hitze des Öfteren verbogen.

Auch die hohen Temperaturen in den Zügen sind ein Problem, wie Kundenreklamationen zeigen. Bisher kühlte die SBB die Waggons nur bis etwa 28 Grad. Diese Regel will die SBB überdenken, aber gleichzeitig den ökologischen Gesichtspunkt im Auge behalten.

Allgemein entgegen kommt der SBB, dass der Bund mit der aktuellen Leistungsvereinbarung wieder mehr Mittel für den Unterhalt zur Verfügung stellt. Gleise, die nicht in einem optimalen Zustand sind, können somit besser gewartet werden.

Grafik
swissinfo.ch

Wird die doppelte Staatsbürgerschaft bald zur Norm? Wenn Sie mehr als einen Pass besitzen, dann zählen Sie unter den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern zur Mehrheit. Rund drei Viertel besitzen inzwischen eine weitere Staatszugehörigkeit.

Einst waren doppelte Staatsbürgerschaften eine Seltenheit. Inzwischen sind sie zur Normalität geworden. Trotzdem bleiben sie politisch umstritten. So hat beispielsweise der heutige Bundesrat Ignazio Cassis kurz vor seiner Wahl den italienischen Pass zurückgegeben.

Eine Umfrage auf unserer Facebook-Seitebrachte zutageExterner Link, dass es für gewisse Menschen immer noch ein Tabu ist, dazu Stellung zu beziehen. Für viele ist es jedoch selbstverständlich, die Kommentare mit den Flaggen ihrer Staatszugehörigkeiten zu zieren.

Andere Länder, andere Sitten. So erzählte zum Beispiel eine Nutzerin von swissinfo.ch, dass in Österreich nur dann eine Doppelbürgerschaft zugelassen wird, «wenn ausserordentliche Leistungen im Interesse der Republik vorliegen». Davon soll unter anderem die Opernsängerin Anna Netrebko profitieren.

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