Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Mein Kollege hat es Ihnen gestern bereits vorausgesagt: Die Spionageaffäre rund um die Zuger Firma Crypto AG ist noch lange nicht vom Tisch. Heute geht es um Glaubwürdigkeit: Denn die Geschichte tangiert auch die Schweizer Neutralität.
Verschlüsselte Grüsse aus Bern
Eine folgenschwere Spionageaktion erschüttert die Schweiz, wir haben darüber berichtet. Schweizer Politiker, Historiker und Medien diskutieren die Folgen der Affäre für den Ruf der Schweiz als neutrales Land.
Politiker von links bis rechts sehen die Affäre rund um die Zuger Firma Crypto AG vor allem als Belastung für die Neutralität der Schweiz. Die Zeitung Der Bund kommentiert: «Die Neutralität war und ist ein Stück weit Folklore.»
Der Historiker Georg Kreis sagt gegenüber dem Tages-Anzeiger, Neutralitätspolitik sei schon immer sehr elastisch gehandhabt worden. Auch im Ausland sei allen klar gewesen, dass die Schweiz ein «westlicher Neutraler» gewesen sei und deshalb den USA nahestand. Staaten wie Ägypten und Argentinien hätten von der Nähe der Schweizer Sicherheitsbehörden zum CIA gewusst.
Die Akten über die Untersuchung zur Crypto AG aus den 1990er-Jahren werden teilweise auch heute noch unter Verschluss gehalten. Der damalige Untersuchungsleiter und heutige Vizechef des Nachrichtendiensts begründet dies mit schützenswerten Personendaten. Ein weiteres Dossier wird zudem vermisst.
- «Auch der Geheimdienst muss sich der Neutralität unterordnenExterner Link«: Historiker Georg Kreis im Tages-Anzeiger (Paywall).
- FDP-Aussenpolitikerin Christa Markwalder im Interview mit SRF: «Die Schweiz hat kein GlaubwürdigkeitsproblemExterner Link«
- Eine Übersicht zu den wichtigsten Fragen rund um die «Crypto-Leaks»Externer Link verspricht die NZZ (Paywall).
- Schweizer Geheimdienst hält zentrale Akte zurückExterner Link: SRF hat mit dem Vizechef des Nachrichtendienstes gesprochen.
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Leben Sie in der Nähe eines Atomkraftwerks? Wenn ja, wüssten Sie, was im Falle eines nuklearen Störfalls zu tun wäre? Mein Kollege Peter Siegenthaler ist der Frage nachgegangen.
Sein Haus liegt in einer Zone, die von einem nuklearen Störfall im AKW Mühleberg bei Bern unmittelbar betroffen wäre. Diesem AKW wurde Ende Jahr zwar der Stecker gezogen. Doch der Rückbau dauert 15 Jahre und in den ersten Jahren bleibt das Risiko einer Störung bestehen.
Ein idealer Zeitpunkt, um sich doch wenigstens einmal im Leben doch noch ernsthaft mit der Frage auseinanderzusetzen, was denn im Notfall wirklich zu tun wäre, wie mein Kollege findet. Hinschauen, statt verdrängen.
In einem persönlichen «Atomszenario» beschreibt er, was ihm durch den Kopf gehen könnte, wenn die Sirenen heulen würden. Und er sich mit 27 weiteren Personen in einen gemeinsamen Schutzraum in der Nachbarschaft begeben müsste.
- Hier geht es zum kompletten «Atomszenario» meines Kollegen Peter Siegenthaler.
- Und hier erfahren Sie, wie die Schweiz ihr altes AKW Mühleberg Stück für Stück entsorgen will.
- Das AKW Mühleberg hatte mit Blick auf seine Pannen-AnfälligkeitExterner Link keinen besonders guten Ruf. 20minuten hat eine Liste der Zwischenfälle zusammengestellt.
Wer in der Schweiz am Dienstagabend eine Notfallnummer wählte, klingelte womöglich ins Leere: Polizei und Sanität waren zum Teil nur noch via Handy erreichbar.
Die Störung war nach Angaben von Swisscom auf geplante Wartungsarbeiten zurückzuführen. Betroffen waren auch die internetbasierten Dienste der Swisscom, die Festnetz- und Mobiltelefonie und Swisscom TV.
Es ist bereits die zweite Panne für Swisscom innerhalb eines Monats, bei der die Notfallnummern in weiten Teilen des Landes lahmgelegt wurden. Das Bundesamt für Kommunikation hat nun «eine vertiefte Abklärung der Ursachen» angekündigt.
Nach rund anderthalb Stunden funktionierten die Notrufnummern gestern Abend wieder. Swisscom entschuldigte sich für den Vorfall.
- Mehr über die landesweite Swisscom-PanneExterner Link erfahren Sie im Tages-Anzeiger (Paywall).
- Bereits nach der ersten Panne Mitte Januar reagierten Bund und Rettungsdienste verärgertExterner Link, wie SRF damals schrieb.
- Wenn die Swisscom ihr Netz und ihre Leistungen nicht im Griff habe, betreffe das auch den Schweizer FinanzplatzExterner Link, schreibt Lukas Hässig auf seiner Internetseite Inside Paradeplatz.
Zum Schluss ein Blick nach Australien auf das Schicksal von Philippe und Marie-Claude Ravenel. Das Paar aus der Romandie war 2006 nach Down Under ausgewandert.
Waren die verheerenden Brände in Australien bis vor kurzem in aller Munde, ist es nun das Corona-Virus, das die Schlagzeilen dominiert. Dennoch: Von einer Rückkehr zum Alltag kann dort, wo das Feuer Tod und Zerstörung gebracht hat, noch keine Rede sein.
Das gilt auch für Philippe und Marie-Claude Ravenel. Sie liessen sich vor rund 14 Jahren ausserhalb des Dorfes Cobargo nieder, rund fünf Stunden Autofahrt südlich von Sydney. Weil sie die Gegend ein bisschen an ihr früheres Zuhause erinnerte, wie sie erzählen.
Sie waren nicht daheim, als das Feuer kam. Übrig geblieben von ihrem Haus ist nichts. Sogar das Fondue-Caquelon aus Gusseisen ist geschmolzen. Das Paar war unterversichert, sie wissen noch nicht, wie es weitergehen wird. Klar ist aber, dass sie bleiben wollen.
- Hier geht es zum Artikel von SRF-Korrespondent Urs WälterlinExterner Link, der das Paar in Cobargo besucht hat.
- Meine Kollegin Melanie Eichenberger hat vor rund einem Monat mit dem Auslandschweizerrat Roland Isler aus Melbourne über die Brände gesprochen.
- «Das Leben hier ist geprägt von Widersprüchen und Extremen«, erzählte uns Auslandschweizerin Miriam Neuenschwander über ihr Gastland Australien im Dezember.
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