Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Das Coronavirus verdrängt ein anderes globales Problem aus dem öffentlichen Bewusstsein: das Artensterben. Die bisherigen Schutzmassnahmen wirken marginal. Und wer ein Bienenhotel in den Garten stellt oder Imker wird, hilft den bedrohten Insekten auch nicht.
Herzliche Grüsse aus Bern
Dank dem Dokumentarfilm «More than Honey» ist die Bedeutung der Insekten ins Bewusstsein einer breiteren Bevölkerung gelangt. Aber nun warnen Tierökologen: Bienenzucht kann schädlich sein.
Der Film hat zu einem Imker-Boom beigetragen. Aber unter den neuen Bienenvölkern leidet die Artenvielfalt sogar. Die gezüchteten Honigbienen machen den Wildbienen die Nahrung streitig. Hinzu kommt, dass erstere viele Pflanzenarten nur schlecht bestäuben können.
«Viele denken, dass sie etwas Gutes für die Biodiversität tun, indem sie Honigbienen halten – leider ist das Gegenteil der Fall», sagt Tierökologe André Rey gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung. Sie tragen damit zum Insektensterben bei.
- Den Hintergrundbericht und Antworten zur Frage, wie die Politik dem Problem begegnen will, finden Sie hierExterner Link. (Paywall)
- Wer mehr Biodiversität wolle, müsse eine teurere Landwirtschaft akzeptieren, schreibt ein Landwirt in seinem Gastbeitrag in der BauernzeitungExterner Link.
- Die Naturschutzorganisation Pro NaturaExterner Link will zur Stärkung der Biodiversität eine Doppelinitiative lancieren.
- «Auf Schadflächen gedeiht die Biodiversität.» Den Bericht des Zürcher Unterländers finden Sie hierExterner Link.
- Ein Interview meines Kollegen Christian Raaflaub mit Markus Imhof, dem Regisseur des Dokumentarfilms «More than Honey», finden Sie bei swissinfo.ch.
Während die Biodiversität von der Coronakrise eher profitieren dürfte, leidet die Wirtschaft immer stärker darunter. In der langen Periode nach der Sperre bis zum Impfstoff werden viele Betriebe nur mit reduzierter Kapazität produzieren können.
Die Wirtschaft kann nur behutsam wieder hochgefahren werden, unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln, vielleicht verbunden mit einer Maskenpflicht, berichtet Watson.ch gestützt auf die Einschätzungen eines Wirtschaftshistorikers.
In allen Sektoren der Wirtschaft, wo sich mehrere Menschen normalerweise nahekommen, wird in den nächsten Monaten höchstens eine begrenzte Zahl von Konsumierenden bedient werden können: Gastgewerbe, Coiffeure, Unterhaltungsbranche.
Da könnten die Notkredite, für die der Bund geradestehen will, auch nicht in jedem Fall helfen, den Konkurs abzuwenden.
- Berichte über eine drohende Pleitewelle finden Sie auf Watson.chExterner Link und im Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)
- Nach dem Bundesrat will auch das Parlament in die Spendierhose schlüpfen. Die Wirtschaftskommission fordere noch mehr Geld für Corona-Geschädigte, berichtet die Neue Zürcher ZeitungExterner Link. (Paywall)
- Corona werde auch die Gemeindekassen stark belasten, hat die Berner ZeitungExterner Link herausgefunden.
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Die chinesische Führung versucht Kritiker nicht nur im eigenen Land zum Verstummen zu bringen. Peking nutzt seinen Einfluss auch, um im Westen insbesondere Kundgebungen für Tibet zu unterbinden. Diese Erfahrung machten anfangs März auch zehn Gemeinden im Kanton Waadt.
Die Gemeinden, die sich am Jahrestag des tibetischen Volksaufstands beteiligen wollten, erhielten ein Schreiben von der Schweizer Staatskanzlei. Sie wurden aufgefordert, auf das Hissen der tibetischen Fahne am 10. März zu verzichten.
Drei Tage zuvor hatte sich Chinas Botschafter schriftlich an den Staatsrat des Kantons Waadt gewandt mit der Bitte, die Gemeinden zum Verzicht auf die Solidaritätsaktionen zu bewegen. Solche Interventionen seien keine Ausnahme, sagt ein Experte für chinesische Politik.
- Den Bericht meiner Kollegin Kathrin Ammann über die vielen «kleinen Skandale nach wiederkehrenden Mustern» finden Sie auf swissinfo.ch.
- Die chinesische Wirtschaft ist durch das Corona-Virus arg gebeutelt worden. Einen eigentlichen Boom erfährt aber die Produktion von medizinischen Gütern. Vor allem Masken, berichtet CashExterner Link.
- Eine Luzerner Firma, die Wärmebild-Kameras zur Corona-Diagnose verkauft, wirbt mit «Schweizer Qualität». Aber wesentliche Teile der Kamera kommen aus China. Jetzt werde die Thermokamera zum Politikum, haben Medien von TamediaExterner Link recherchiert. (Paywall)
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Am 16. April wird die laufende Spendensammlung der Glückskette für Corona-Geschädigte mit einem nationalen Solidaritätstag abgeschlossen. Seit dem 23. März wurden bereits mehr als 17 Millionen Franken gespendet.
Die Glückskette gibt das Geld nicht direkt an Bedürftige weiter, sondern an ihre Partner-Organisationen Caritas, Rotes Kreuz, Arbeiterhilfswerk und Pro Senectute.
Hilfe erhalten sollen etwa Familien in schwierigen finanziellen Situationen. Caritas zum Beispiel setzt das Geld der Glückskette nicht nur für Essensgutscheine ein, sondern auch für Soforthilfen von bis zu 1000 Franken.
Speziell bei dieser Sammlung sei, dass verschiedene Firmen Millionenspenden einbezahlt hätten, sagt Priska Spörri, Mediensprecherin der Glückskette, im Beitrag meines Kollegen Christian Raaflaub. «Ich bin jetzt seit zehn Jahren dabei, und das war in diesem Ausmass noch nie der Fall.»
- Den umfassenden Bericht über die Coronavirus-Spendensammlung finden Sie bei swissinfo.ch.
- Die Glückskette hat auch eine so genannte Solidatitäts-Challenge gestartet. HierExterner Link sehen Sie, wie es funktioniert.
- Der Spendenrekord sei ein eindrückliches Beispiel dafür, wie die Schweiz zusammenstehe, sagte Glückskette-Direktor Roland Thomann in der Tagesschau des Schweizer Fernsehens SRF.
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Zu Zeiten von Corona interessieren sich die Medien vermehrt für die Auslandschweizer-Community. Diese Woche konnte man etwa vom einzigen Schweizer in Mikronesien lesen. Fredy Gull lebt seit 2001 auf Yap, arbeitet für ein Hotel und braut dort Bier.
Er hat mit watson.ch gesprochen. Das Portal hat ihn vor rund 18 Monaten schon einmal portraitiert. Der gebürtige Zürcher fühlt sich auf den Föderierten Staaten von Mikronesien sicher, gehören sie doch zu den wenigen Ländern, in denen sich das Coronavirus noch nicht bemerkbar gemacht hat.
Der als Bierbrauer tätige Schweizer erzählt über die momentane Situation und dass für ihn momentan «jeder Tag wie ein Sonntag ist». Die Schulen seien geschlossen, das Hotel, indem er arbeitet sei ebenfalls zu.
Trotz fehlendem Einkommen komme er über die Runden. «Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass das Virus hier nicht rumlungert«, sagt er. Und auch vor Lebensmittelknappheit fürchte er sich nicht. Einmal pro Monat komme ein Schiff mit Lebensmitteln. «Ich glaube nicht, dass wir einmal hungern müssten.»
- Hier Externer Linkfinden Sie das ganze Interview
- Das Portrait von 2018 können Sie auf watson.chExterner Link nachlesen.
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