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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Kalte Gletscher und heisse Motoren: Dies sind zwei der Themen, die ich Ihnen zum Wochenstart serviere. Zum Glück können Sie es gemütlicher nehmen als Juan Manuel Fangio einst beim GP der Schweiz in Bern.

Beste Grüsse

Keystone / Anthony Anex

Nein, es war kein Hitzesommer. Trotzdem geht’s den Gletschern in den Schweizer Alpen weiter miserabel.

Wären Gletscher Patienten, lägen sie auf der Intensivstation. Denn aufgrund der Klimaerwärmung verlieren sie ihre Substanz: Sie laufen, oder besser: fliessen, buchstäblich davon.

Schweizer Gletscher schmelzen schneller als andere. Der Aletschgletscher, dieser Inbegriff des ewigen Eises in den Schweizer Alpen und Natur-Welterbe, verliert jedes Jahr fünf Meter in der Dicke des Eispanzers.

Nicht mal ein eher kühler Sommer, wie wir ihn aktuell erleben, kann den weissen Riesen Linderung verschaffen.

Jérôme Favre

Die Gefahr einer zweiten Welle wächst – und doch ist das Coronavirus schon im Museum angekommen.

Das Virus ist ein Beweis, dass Museen nicht einfach ihre Sammlungen konservieren und die besten Schätze präsentieren, sondern auch am Puls der Zeit stehen.

Zur Wiedereröffnung nach dem Lockdown haben mehrere Häuser in der West- und Deutschschweiz sofort gehandelt. So fragte das Aarauer Stadtmuseum die Bewohnerinnen und Bewohner, was sie von der neuen Normalität halten und was ihnen zu Begriffen wie Sicherheit, Distanz, Solidarität oder Superspreader einfällt. Die Resultate sind nur im Foyer zu sehen.

Andere Museen riefen die Menschen auf, Fotos und Gegenstände einzuschicken, die das einschneidendste Ereignis seit dem Zweiten Weltkrieg dokumentieren.

Dabei begreifen die Museen ihren Griff in die Gegenwart auch als Chance, ein jüngeres Publikum anzusprechen, das sich sonst weniger in Ausstellungen locken lässt.

© Keystone / Peter Klaunzer

Für viele Auslandschweizerinnen und -schweizer bleibt die alte Heimat eine Herzensangelegenheit.

Ob sie nicht mehr zurückwollen oder können: Schweizerinnen und Schweizer, die es in die Welt hinaus gezogen hat, geben ihre Schweiz nicht einfach so auf.

Sie wollen mitreden. Zum Beispiel Eliane Fankhauser. Die IT-Projektleiterin, die in den Niederlanden lebt, ist eines von rund 180’000 Mitgliedern der Community der fünften Schweiz, die sich als Stimmende eingetragen haben.

Der Anteil ist nicht überragend – bei total 771’000 Auslandschweizern. Aber auch wenn sie wollten, könnten viele nicht mitreden: Die Post in ihren Ländern ist schlicht zu langsam, als dass die Unterlagen rechtzeitig bei ihnen ankommen würden. Geschweige denn die Rücksendungen in die Schweiz.

Thomas Egli / lunax

Er ist der bisher prominenteste Schweizer, der schwer an Covid-19 erkrankte: der Schriftsteller Jonas Lüscher.

Er ist erst 43-jährig und kam nur mit Glück davon: Lüscher, der zu den wichtigsten Stimmen der intellektuellen Schweiz zählt, lag sieben Wochen auf der Intensivstation – intubiert und im Koma.

Jetzt meldet sich der in München lebende Berner wieder zurück. Angesichts der komplexen Corona-Zahlen und -Statistiken brauche es dringend kompetente Wissenschaftserzähler. Als lobendes Beispiel erwähnt er den deutschen Virologen Christian Drosten.

«Auf der anderen Seite steht die dümmste aller Corona-Erzählungen, die plumpe Verleugnung unter Heranziehung von Verschwörungstheorien», sagt Lüscher.

RDB/SI/Hans Steiner

Können Sie sich das vorstellen? Bern war Anfang der 1950er-Jahre ein Klassiker im Kalender der Formel-1-Weltmeisterschaft wie Monaco und der Nürburgring. Exakt vor 66 Jahren verstummten die Motoren.

Er war DER Höhepunkt im Jahreskalender von Peter, meinem Vater: Der Grand Prix der Schweiz auf der legendären wie gefährlichen Bremgarten-Rennstrecke.

Seine Leidenschaft teilte der junge Fan aus der Nähe von Thun mit jeweils 100’000 anderen, die aus der ganzen Schweiz und sogar aus dem Ausland herbeiströmten.

Am 24. August 1954 erlebten sie Historisches: Juan Manuel Fangio siegte auf dem Mercedes-Silberpfeil und errang in Bern den ersten seiner total fünf WM-Titel. Was niemand wusste: Es war der letzte WM-Lauf in Bern. Nach einem grauenvollen Unfall ein Jahr später in Le Mans mit 84 Toten verbot der Bundesrat Autorennen in der Schweiz.

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