Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizer:innen
Die Lebenserwartung in der Schweiz ist das erste Mal seit Jahrzenten gesunken. Was denken Sie, in welchem Kanton ist die Abnahme am grössten?
Herzliche Grüsse
Heute freue ich mich noch mehr als sonst darüber, Journalistin von SWI swissinfo.ch zu sein. Wir haben im Jahrbuch «Qualität der Medien 2021» des fög – Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft nämlich besonders gut abgeschnitten.
SWI ist dieses Jahr das erste Mal dabei und erzielte im Vergleich mit den anderen Onlineportalen der SRG die besten Noten. Unsere unabhängige Berichterstattung über die Schweiz wird also auch von den strengen Juror:innen der Uni Zürich geschätzt und erreicht mit zehn Sprachen potenziell knapp 75% der weltweiten Internet-Community.
Die heutige Publikation des Berichts stimmt mich aber auch in einem weiteren Aspekt positiv. Als Journalistin fühle ich mich persönlich oft angegriffen, wenn von Panikmache der Medien im Zusammenhang mit Corona gesprochen wird. Das fög kann dies empirisch nicht feststellen.
Und auch der Vorwurf einer unkritischen «Hofberichterstattung» bestätigt sich nicht. Der Anteil Medienbeiträge, die gegenüber den Behörden sehr positiv ausfallen, bleibt weiterhin tief (0.3%)
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Lesen Sie hierExterner Link die Medienmitteilung des fög.
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Den Gesamtausgabe des Jahrbuches finden Sie unter folgendem Link: https://www.foeg.uzh.ch/dam/jcr:80fd64b0-c078-4ba7-8bba-e2c79bf1a654/2021_Gesamtausgabe.pdfExterner Link
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Wer wir sind und was wir tun: https://www.swissinfo.ch/ger/about-us/45613388
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Was die Medien in der Pandemie gut gemacht haben und was nicht, darüber schreibt der Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
Die Lebenserwartung bei Geburt ist 2020 in der Schweiz deutlich gesunken – zum ersten Mal seit Jahrzehnten.
Das Bundesamt für Statistik hat heute die neusten Zahlen über die Bevölkerungsentwicklung veröffentlicht. Dabei wird deutlich: Gegenüber 2019 hat sich die Lebenserwartung bei der Geburt im von der Covid-19-Pandemie geprägten Jahr 2020 verkürzt.
Eine solche Abnahme (Männer um 0.9 auf 81 Jahre, Frauen um 0.5 auf 85.1 Jahre) wurde gemäss den Sterbetafeln des Bundesamtes für Statistik (BFS) bei den Männern seit 1944 und bei den Frauen seit 1962 nicht mehr beobachtet.
Die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren ist aussergewöhnlich stark gesunken. Dabei variieren diese Zahlen von Kanton zu Kanton. So ist die Abnahme bei den Männern im Kanton Schwyz (-2.1 Jahre), bei den Frauen im Kanton Jura (-1.8 Jahre) am grössten.
Interessant sind auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Pandemien von 1918 und 2020. Die Spanische Grippe 1918 traf hauptsächlich Frauen und Männer zwischen 20 und 40 Jahren, während an Covid-19 vor allem Personen über 80 Jahren starben. Zwischen 1917 und 1918 ging die Lebenserwartung der Männer bei Geburt um 10,1 Jahre und jene der Frauen um 8,4 Jahre zurück, eine deutlich stärkere Abnahme als zwischen 2019 und 2020.
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Hier geht es zur Medienmitteilung: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home.gnpdetail.2021-0636.htmlExterner Link
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Lesen Sie auch unseren Artikel aus dem Archiv: Als die Spanische Grippe die Schweiz heimsuchte.
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Über die Coronavirus-Situation in der Schweiz halten wir Sie hier auf dem Laufenden.
In 34 Tagen wird in der Schweiz wieder abgestimmt: Es wird über die Pflegeinitiative, über das Covid-Gesetz und über die Justizinitiative entschieden.
Über letztere hat mein Kollege Giannis Mavris mit Mitte-Politikerin Karin Stadelmann vom Initiativkomitee sowie mit FDP-Ständerat Andrea Caroni vom Nein-Komitee gesprochen.
Caroni sagt: «Wir haben ein demokratisch legitimiertes, vielfältig zusammengestelltes Bundesgericht, das frei und unabhängig Urteile von hoher Quantität und Qualität fällt. Was will man noch mehr?» Stadelmann hingegen ist der Meinung, die Schweizer Justiz müsse endlich entpolitisiert werden.
Ganz grundsätzlich geht es bei der Initiative um die Unabhängigkeit der Schweizer Justiz. Sie verlangt, dass Bundesrichter:innen künftig per Los bestimmt werden, damit sie unabhängig von der Politik richten sollen. «Das Anliegen ist chancenlos, obwohl die Kritik am Schweizer System berechtigt ist», schrieb meine Kollegin Sibilla Bondolfi letzte Woche.
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Hier geht es zu den Interviews mit Karin Stadelmann und Andrea Caroni.
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Darum geht es bei der Justiz-Initiative: https://www.swissinfo.ch/ger/schweiz-entscheidet-ueber-los-wahl-der-richter-innen/46985616
Mehr
Seit der Veröffentlichung der Analyse über die Versorgungssicherheit im Strombereich steht der Bundesrat in der Kritik. Jetzt wehrt sich die Energieministerin.
Gemäss einer Analyse im Auftrag des Bundesrates könnte es bereits 2025 zu einem Blackout in der Schweiz kommen. Worst-Case-Szenario – versteht sich. Von Links bis Rechts wurde der Bundesrat kritisiert. «Der Bundesrat hat geschlafen.» oder die Energieministerin Simonetta Sommaruga solle «die rosarot-grüne Brille» ablegen und «ihren Job machen.»
Die Vorwürfe seien «unbegründet», schreibt ihr Departement auf Anfrage des Tages-Anzeigers. Die Versorgungssicherheit habe «oberste Priorität» für die Bundesrätin – und zwar seit sie Anfang 2019 ins Umwelt- und Energiedepartement gewechselt sei. Mehr noch: Sie habe dort rasch einen Kurswechsel vorgenommen.
Sommaruga will mit drei Massnahmen der drohenden Stromlücke entgegenwirken: Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll erstens mit zusätzlichen Fördermitteln vorangetrieben werden. Zweitens sollen Pflichtlager für Winterstrom installiert werden. Und drittens soll mit einem höheren Winterstromtarif das Ganze finanziert werden. Von neuen AKW will sie nichts wissen.
- HierExterner Link geht’s zum Artikel des Tages-Anzeigers (Paywall).
- Über eine revolutionäre Methode zur Energiespeicherung haben wir berichtet: https://www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/tessiner-startup-energy-vault_revolutionaere-methode-zur-speicherung-erneuerbarer-energie/45396114
- Der Bericht wurde Mitte Oktober veröffentlicht. Hier die Meldung.
- Lesen Sie ausserdem die MedienmitteilungExterner Link über die Vorsorgeplanung für Stromversorgungssicherheit.
Feiern Sie dort, wo Sie leben, Halloween? Zugegeben, hier in der Schweiz ist es offiziell kein Brauch und die Kommerzialisierung nervt mich eigentlich zunehmend. Die lustigen Kürbislichter finde ich aber trotzdem toll.
Und deshalb wollte ich dieses Jahr mit meiner älteren Tochter eine Kürbisfamilie schnitzen. Das gemeinsame Basteln macht Spass und so haben wir nach der Zeitumstellung nächste Woche am Abend auf dem Fenstersims wenigstens noch ein bisschen Licht.
Doch auf dem Berner Märit gab es nur ganz kleine Kürbisse – der Märit-Verkäufer meinte konsterniert: «Die Ernte ist dieses Jahr dürftig.» Und auch bei uns im Garten sind die orangen Dinger kaum gewachsen. Nicht nur ein Berner Phänomen, wie sich nun zeigt.
Der verregnete Schweizer Sommer hat der Kürbisernte schweizweit zugesetzt.
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Dies berichtet unter anderen die Aargauer ZeitungExterner Link (Paywall).
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Was steckt hinter Halloween? Hier ein Artikel aus unserem Archiv.
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