Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Geschichte findet auch in der jüngeren Gegenwart statt. Ein Kapitel, das noch kaum als solches angesehen wird: Die Bewegung der Raver:innen. Wir nehmen Sie mit ins Mekka dieser lauten, bunten und chemischen Parties der 1990-Jahre.
Beste Grüsse aus Bern
Geschichte kann auch super laut, super bunt und super chemisch sein. Und super nahe. Wie die der Rave-Bewegung in den 1990er-Jahren.
Ihr Mekka war ein kleines, ländliches Dorf im Kanton Bern: Roggwil. Dorthin pilgerten regelmässig Zehntausende Raver:innen aus dem In- und Ausland.
Was sie verband: Party als Lebensstil. Konkreter: schrilles Outfit, stählerne Gehörgänge, ausgeprägtes Interesse an chemischen Substanzen sowie die Verbannung des Schlafs aus dem Leben.
Das sind aber alles nur Klischees, strichartig hingeworfen. Unsere Autorin Ayse Turcan hat einen Text über dieses ebenso spannende wie wichtige Kapitel einer bisher noch kaum wahrgenommenen Geschichte der schweizerischen Gegenwart geschrieben, der sich – in Verbindung mit den Bildern – nicht nur wunderbar liest. Er ist auch ein Denkmal an eine Bewegung, die nicht nur gross, lebensfreudig und intensiv war, sondern auch friedlich.
- Techno auf dem Dorfe – Ayse Turcan zeigt, wie spannend Geschichte sein kann.
- ClubCultureCHExterner Link: Der Verein ist die erste Adresse, was die Aufarbeitung der Geschichte des Schweizer Nachtlebens betrifft.
- 9 Dokus über die verrückte Zürcher Technoszene der 90erExterner Link – Bericht von 2017 im Magazin Vice über die Entwicklung der Zürcher Szene.
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Freitag der 13. (Mai): Heute ist Swiss Overshoot Day im Jahr 2022. Ab heute zahlt die Natur.
Es geht um die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. Also Essen und Trinken, CO2-Absorption, Holz und andere Rohstoffe, die Städte etc.. Auf Deutsch: Am heutigen Tag des Jahres hat die Schweiz ausgeschossen. Ab heute überschiesst sie.
Das Überschiessen bezieht sich auf den Verbrauch des Landes seiner natürlichen Ressourcen. Würde nämlich die ganze Erde so viel davon verbrauchen wie wir in der Schweiz, bräuchten wir fast drei Erden, um alle Menschen zu versorgen.
Wir leben unser gutes Leben also auf Pump, dank der Natur und anderen Menschen: Sie bezahlen für unser gutes Leben in der Schweiz.
- Ab heute lebt die Schweiz auf Pump bei der NaturExterner Link – Bericht von SRF News-
- Heute hat die Schweiz alle Ressourcen fürs Jahr aufgebracht – so steht sie im Vergleich daExterner Link – der Beitrag von Watson.ch.
- Swiss Overshoot Day 2022:13. Mai.Externer Link – die Webseite der NGO gleichen Namens, die den Tag initiiert hat.
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In der Hauptstadt schiesst ein neues Quartier aus dem Boden – es ist für Geflüchtete aus der Ukraine.
Wir Berner:innen sollen langsam sein? Das Klischee widerlegt der Stadtpräsident himself: Er lässt in Windeseile ein Dorf aufbauen, das rund 1000 Menschen aus der Ukraine, davon 400 Kindern, Obdach und Sicherheit bietet.
Gebaut wird es nicht aus Sandstein, wie die Unesco-geschützte Altstadt, sondern aus Metallcontainern.
Das bei dem rekordverdächtigen Tempo nicht jede sich stellende Frage vorgängig von drei Behörden und Instanzen geprüft und beantwortet wurde, versteht sich.
Damit geht Stapi Alec von Graffenried auch einige Risiken ein. Aber man muss ihm zugutehalten, dass er mit seinem landesweit einmaligen Projekt schweizerische Denk- und Handlungsmuster aufbricht.
So gesehen hat der schreckliche Krieg von Putins Russland gegen die Ukraine vielleicht sogar noch etwas Gutes für die Schweiz: Der Sieg des Praktischen und Menschlichen über das herkömmliche, meist zähflüssige politische Protokoll, das gerne als Bollwerk dient, wenn unangenehme Aufgaben ins Haus stehen.
- Flüchtende sollen ankommen, aber nicht bleibenExterner Link – Beitrag im Tages-Anzeiger (Abo).
- Viktoriia und Polina: Physisch in Bern, mit den Gedanken in der Ukraine – Kolumne meiner Ex-Kollegin Gaby Ochsenbein über den Alltag mit ihren zwei neuen Mitbewohnerinnen.
- Wie viele Flüchtende die Schweiz wirklich aufnimmt – Hintergrund von meinem Kollegen Jonas Glatthard.
Der «Self-Check-out» ist nicht nur praktisch, sondern praktisch auch eine Einladung – zum Betrügen.
Im Supermarkt einkaufen und am Schluss die Waren selber einscannen und mit der Karte bezahlen, statt sich an einer Kasse in einer Warteschlange hintenanzustellen: Das ist wirklich praktisch.
Mit dieser Selbstverantwortung bei der Übernahme der Kosten unseres Konsums können oder wollen nicht alle verantwortungsbewusst umgehen: Es gibt offenbar Schlaumeier:innen, die ihre Waren zwar einscannen, aber einiges davon vor dem Bezahlen aber wieder von der Einkaufsliste löschen. Nach dem Motto: Du kriegst mehr, als du bezahlst.
Ein Schweizer Supermarkt-Riese hat jetzt genug von diesem Gebaren und schaut den «Self-Check-Outer:innen» genauer auf die Finger.
- Self-Check-out-Betrüger tricksen die Migros ausExterner Link – Bericht im Blick.
- Datenschutz, Arbeitsplätze und Steuern: Die Schattenseiten der Self-Checkout-KassenExterner Link –Beitrag aus dem letzten Jahr der Netzwoche.ch.
- Self-Scanning und -CheckoutExterner Link – Studie der Gewerkschaft Unia über mögliche negative Folgen der Selbstkassen.
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