Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Nach einem massiven Kurseinbruch: Die Credit Suisse erhält bis zu 50 Milliarden von der Nationalbank. Ob das genügt, um das Vertrauen in die Grossbank wieder herzustellen?
Freundliche Grüsse aus Bern
Die Credit Suisse wieder in der Bredouille – Nationalbank und Bundesrat versuchen zu beruhigen.
Geht es um Banken, geht es in der Schweiz schnell: Nachdem am Mittwoch die CS-Aktie auf ein Allzeit-Tief absackte (1,55 Franken) schaltete sichdie Nationalbank ein und lieh der Bank 50 Milliarden Franken, damit sich diese wieder stabilisieren konnte. Und der Bundesrat setzt kurzfristig eine Sitzung an.
Es ist eine Verkettung von unglücklichen Umständen, in Kombination mit einer schwachen Bank. Am Wochenende entstand Nervosität um zwei mittlerweile kollabierte US-Banken. Als ein Mehrheitsaktionär sagte, sie würden nicht noch mehr Geld in die Credit Suisse einschiessen, kam es zu einem plötzlichen Vertrauensverlust.
Die Intervention der Nationalbank scheint fürs erste gewirkt zu haben. Dennoch wurden Parallelen zu 2008 gemacht, als die UBS gerettet werden musste, auch mit der Hilfe des Bundes. So gravierend ist die Situation momentan nicht. Aber die Nervosität in der Politik zeigt, wie wichtig die Grossbank für den Schweizer Finanzplatz ist.
- Lesen Sie hier unsere Übersicht.
- Auch der Blick berichtetExterner Link.
Schweiz-EU: Die nächste Runde in den Verhandlungen.
Der EU-Kommissar Maros Sefcovic, der für die Beziehungen zur Schweiz zuständig ist, war zu Besuch in der Schweiz. An der Universität Freiburg erklärte er, was für ein Abkommen mit der Schweiz er erzielen möchte und traf sich danach mit Aussenminister Ignazio Cassis.
Geht es nach Sefcovic, sollen die Verhandlungen im Sommer 2024 abgeschlossen sein – kurz vor dem Ende der Amtszeit der jetzigen Kommission. Er sieht nach den Eidgenössischen Wahlen im Herbst ein «window of opportunity», um endlich vorwärtszumachen.
Ob das klappen wird? Sicher ist: In letzter Zeit gab es wieder Bewegung in den Verhandlungen über das Verhältnis Schweiz-EU. Dazu kommt, dass auf einem anderen Schauplatz einiges geschieht: Grossbritannien erhält wohl bald wieder Zugang zum Forschungsprojekt Horizon, das auch für die Schweiz wichtig ist.
- SRF News berichteteExterner Link über den Besuch.
- Auch der Tages-Anzeiger hat darüber geschriebenExterner Link.
- Über den EU-UK-Deal lesen SieExterner Link bei SRF News.
Vor genau drei Jahren wurde der erste Lockdown verhängt.
Es war der 16. März 2020, als die Regierung in der Schweiz die «ausserordentliche Lage» ausrief und den ersten Lockdown verhängte. Eine drastische Massnahme, die es so in dieser Form vorher nie gab und grosse – und langanhaltende – gesellschaftliche Auswirkungen hatte.
Zu dieser Zeit wurde auch Daniel Koch bekannt, als Zuständiger im Bundesamt für Gesundheit – und bald als Mister Corona bekannt. Im Interview schaut er auf die Anfangsphase der Pandemie, die ihn ins Scheinwerferlicht katapultierte und ihm auch viel Kritik einbrachte.
Es sind durchaus selbstkritische Töne: Die Schulschliessungen und die Abriegelung der Altersheime seien rückblickend wohl nicht die richtigen Entscheidungen gewesen. Auch die Grenzschliessungen seien wirkungslos gewesen, meint Koch. Auch seine Kritiker:innen werden ihm wohl aber bei einer anderen Einschätzung zustimmen: «Es waren alle ein bisschen überfordert am Anfang.»
- Lesen Sie hierExterner Link das Interview im Tages-Anzeiger.
- Unsere Agentur-Meldung hat die Zusammenfassung des Gesprächs.
Stadler Rail in Ungarn: Keine Berührungsängste.
Ungarn ist für Stadler Rail der wichtigste Markt in Osteuropa. Da gehört sich natürlich, im Land auch genügend Werbung zu schalten. Das Problem ist jedoch, dass unter Victor Orban die Medienlandschaft immer mehr in Bedrängnis gerät.
Eine Recherche von Tamedia zeigt nun: Kein anderes ausländisches Unternehmen hat so viel Werbung in regierungstreue Medien geschaltet wie Stadler Rail. Das ist pikant – und sorgt in Ungarn selbst für Kritik. Denn damit würde das System Orban unterstützt.
Die Firma ist im ehemaligen Ostblock gut vertreten, unter anderem produziert sie im diktatorischen Belarus. Gerne gibt sie sich apolitisch und besteht darauf, gebührende Distanz zu wahren. Die Recherche wirft in dieser Hinsicht jedoch ernsthafte Fragen auf.
- Hier geht esExterner Link zum Bericht im Tages-Anzeiger. (Paywall)
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