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Pendler:innen am Bahnhof Bern

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Eine schnellere Zugverbindung zwischen Bern und Zürich würde mir persönlich entgegenkommen. Die SBB möchten die Strecke zwischen Olten und Zürich ausbauen. Als Teil der Lösung wird ein 30 Kilometer langer Tunnel vorgeschlagen. Doch Verkehrsminister Albert Rösti möchte das Geld lieber in die Autobahn investieren. Das würde meine Situation zwar nicht verbessern, aber immerhin hätte ich etwas mehr Tageslicht beim Pendeln.

Beste Grüsse aus Bern

Bahnhof Olten
© Keystone / Peter Klaunzer

SBB wollen Strecke Bern-Zürich ausbauen, Verkehrsminister Rösti ist dagegen.

Die Züge zwischen Bern und Zürich sind zu Stosszeiten meistens bis auf den letzten Platz besetzt und werden mit dem Ton von nervös klappernden Laptoptastaturen untermalt. Auf der im Rahmen der «Bahn 200» zwischen Bern und Olten ausgebauten Strecke können die Züge bis zu 200 Kilometer pro Stunde fahren. Im kurvigeren Abschnitt zwischen Olten und Zürich geht es langsamer voran.

Schweizerischen Bundesbahnen (SBB)-Chef Vincent Ducrot will nun diese Strecke ausbauen. Damit soll sich die Reisezeit verkürzen, es gehe aber auch um die Kapazitäten der vielbefahrenen Strecke. Um diese zu erhöhen, wird eine Variante mit einem 30 Kilometer langen Tunnel zwischen dem aargauischen Rupperswil und Zürich Altstetten geprüft.

Verkehrsminister Albert Rösti hält jedoch nicht viel von einem Ausbau der Zugstrecke. Er würde das Geld lieber in die Autobahn investieren. Denn momentan sei diese aufgrund von Staus nicht wettbewerbsfähig mit dem Zug. Entscheiden wird am Schluss das Parlament.

Student:innen in einem Hörsaal der Uni Zürich
Keystone / Martin Ruetschi

Verzichten Frauen freiwillig auf Karriere?

Dieses Thema sorgt im Moment für Aufsehen in der Schweiz: «Die meisten Studentinnen wollen lieber einen erfolgreichen Mann als selber Karriere machen«, titelte die Sonntagszeitung. Die Gründe für die Unterzahl der Frauen in den Führungsetagen liegen gemäss einer neuen Studie weniger bei der Ungleichstellung als bei den Frauen selbst. Denn diese wollen gar nicht Karriere machen.

Wie zwei Forscherinnen der Universität Zürich herausgefunden haben, liebäugeln viele Frauen mit einem traditionellen Familienmodell, bei dem sie Teilzeit arbeiten, die Care Arbeit zuhause übernehmen und den Hauptbroterwerb dem gutverdienenden Mann überlassen. Das passt gemäss der Studie gut zu den Vorstellungen vieler Männer, die sich die Zukunft ähnlich vorstellen. Ist die Uni also die teuerste Datingplattform der Schweiz?

Seit der Artikel in der Sonntagszeitung erschienen ist, wurde aber in den Medien und auf Twitter schon vielfach Kritik an der Studie geäussert. So hat die Studie noch keine Peer Review erfahren, und auch die Frage nach der Kausalität – warum wählen die Frauen die Teilzeitarbeit? – wurde nicht geklärt.

Flugzeuge am Flughafen Kloten
Keystone/gaetan Bally

Engpass bei Triebwerken: Swiss-Flugzeuge müssen am Boden bleiben.

Die Auswirkungen der Pandemie sind in der Flugbranche noch spürbar, und schon ist ein neues Problem am Horizont aufgetreten: Bei der Lieferung von Triebwerken kommt es zu Engpässen. Schätzungen zufolge können deswegen momentan weltweit Hunderte von Flugzeugen nicht abheben.

Auch die Swiss ist von diesem Problem betroffen, drei Airbus A320neo bleiben bis auf weiteres in Berlin parkiert. Und weitere Flugzeuge des Typs A220 konnten ebenfalls nicht fliegen, weil eines oder beide Triebwerke ersetzt werden müssen.

Grund dafür sind Mängel bei der amerikanischen Motorenfirma Pratt & Whitney. Deren Triebwerke verbrauchen zwar weniger Treibstoff, müssen aber zum Teil schon nach wenigen Hundert Flugstunden ersetzt werden, weil sie unter anderem in extremen Klimazonen stark abgenutzt werden. Dies führt zu einer weltweit grossen Nachfrage nach ganzen Triebwerken oder Komponenten. Die indische Billigfluggesellschaft Go First hat letzte Woche Insolvenz angemeldet, weil sie ihre Jets nicht mehr einsetzen konnte – es fehlten Motorenteile oder gleich ganze Triebwerke, die nicht ersetzt werden konnten.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin May Elmahdi Lichtsteiner

Wie kann ein Wandel in der Klimapolitik bewirkt werden?

Die Aktionen der Umweltbewegung scheinen in der breiten Bevölkerung oft Unverständnis auszulösen. Was ist Ihre Meinung?

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das Dorf Brienz
© Keystone / Gian Ehrenzeller

Bündner Bergdorf Brienz: Jetzt wird evakuiert.

Noch keinen Monat ist es her, seit die Bevölkerung von Brienz (GR) zum letzten Mal offiziell über die drohende Gefahr eines Bergsturzes informiert wurde. Dass es geschehen würde, war sehr wahrscheinlich. Wann, konnte nicht genau vorhergesagt werden. Von Wochen bis Monaten war die Rede.

Nun ist es schon so weit: Der Fels über dem Dorf, der schon immer auffällig schnell unterwegs war, hat sich so stark bewegt, dass ein Bergsturz in den nächsten ein bis drei Wochen erwartet wird, wie die Überwachung rund um die Uhr ergeben hat. Die Bewohner:innen von Brienz wurden aufgefordert, das Dorf bis Freitagabend 18 Uhr zu verlassen.

Ab dann bleiben die Betten leer, niemand darf mehr im Dorf übernachten. Tagsüber dürfen die Einwohner:innen von Brienz ihr Dorf betreten – sofern es die Lage zulässt. Die Kühe zweier Bauernhöfe bleiben im Stall.

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