Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Heute ist internationaler Tag der Biodiversität. Es ist kein Freudentag, denn auch in der Schweiz sind viele Arten – rund ein Drittel – vom Aussterben bedroht. Damit ist sie international ein Schlusslicht. Das ist kein Ruhmesblatt für die sonst so innovative Schweiz.
Herzliche Grüsse aus Bern
Fake News sind eine grosse Gefahr für die Demokratien. Wie entstehen sie?
Desinformation mit Falschnachrichten können Gift sein. Denn damit wollen die Absender:innen Vertrauen zerstören. Auch das Vertrauen von Bürger:innen in die Politik, den Staat und seine Institutionen. Und genau das ist eine Grundvoraussetzung, dass eine Demokratie gut funktionieren kann.
Mein Kollege Giannis Mavris hat den Weg einer Fake News verfolgt: Die Schweiz ziehe alle Impfempfehlungen zurück und stelle die Impfungen gegen Covid-19 gänzlich ein. Allfällige Impf-Nebenwirkungen würden ab sofort den verabreichenden Ärzt:innen angelastet.
Die Verdrehung der Fakten begann mit einem Artikel in der «Weltwoche», einer rechtsstehenden Schweizer Wochenzeitung. Ein deutsches Portal griff die Meldung auf. Von dort ging die Reise über Blogs nach Griechenland.
Das rief Faktchecker:innen von internationalen Medien unter anderem aus Indien und den USA auf den Plan, die sich auch an die Bundesgesundheitsbehörde in Bern wendeten.
- Wie Fake News entstehen – SWI-Artikel von Giannis.
- Daniele Ganser vermittelt Fake News zum Krieg in der Ukraine – und ein gutes Gefühl – Reportage von meinem Kollegen Benjamin von Wyl.
- Was die Schweiz gegen Fake News unternimmt – Bericht aus dem SWI-Archiv von Faktencheckerin Geraldine Wong Sak Hoi zu den letzten Schweizer Parlamentswahlen 2019.
Vom Aussterben bedroht, stark gefährdet oder als verletzlich eingestuft: Das gilt in der Schweiz für rund einen Drittel aller Pflanzen- und Tierarten.
Trotz aller Massnahmen komme die Schweiz im Kampf gegen den Verlust der Artenvielfalt kaum voran, bilanzieren die Autor:innen von zwei Studien des Bundesamts für Umwelt (Bafu).
Sechs Prozent aller Arten sind demnach vom Aussterben bedroht und elf Prozent stark gefährdet, wie das Bafu am Montag mitteilte. Weitere 16% gälten als verletzlich.
Die Bedrohung von zahlreichen Fisch-, Reptilien- und Vogelarten habe sich erhöht. Die Schweiz ist damit Schlusslicht in Europa.
- Ein Drittel aller Arten in der Schweiz sind vom Aussterben bedrohtExterner Link – Bericht von Watson.
- Die beiden Studien des Bundes: Biodiversität in der SchweizExterner Link und Gefährdete Arten und Lebensräume in der SchweizExterner Link.
- Schöne Schweiz – aber wie stehts mit der Biodiversität? – unser Dossier zum Thema.
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Die politische Kultur der Schweiz ist die Demokratie. Zentral für deren Vermittlung sind Jugendparlamente.
Zum 1. August, dem Nationalfeiertag, singen die Redner:innen landauf landab das Hohelied auf die Schweizer Demokratie.
Zentral darin sind aktive Bürger:innen, die wissen, wie der Hase läuft. Nur: Der Bund erachtet es nicht als seine Aufgabe, die jungen Menschen darauf vorzubereiten.
In Sachen politische Bildung müssen politisch interessierte Jugendliche das Heft also selbst in die Hand nehmen. Die Plattform, die sie dafür nutzen können, sind die Jugendparlamente. Learning by doing lautet dort die Devise. Das in einem entspannten, motivierenden Ambiente, wie Mitglieder von Jugendparlamenten aus der Deutsch- und der Westschweiz in unserer Reportage berichten.
- Jugendparlamente – wo sich Junge politisch selbst ermächtigen – Multimedia-SWI-Reportage.
- Jugendparlamente sind auch Bühnen der Integration – das Video mit den Interviews von Mitgliedern.
- Wenn das Kinderparlament Pause macht, gibt es Sirup, Mandarinen und Tischfussball – SWI zu Besuch im Kinderparlament der Stadt Luzern.
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Heute vor 58 Jahren geschah im Kanton Aargau Unfassbares: Selbsternannte Moralwächter verbrannten «Schundliteratur».
Heute in Florida und anderen US-Staaten, früher auch in der Schweiz – und das sogar mit dem Segen des Bundes: Hefte und Bücher, die Kinder und Jugendliche «sittlich» und «moralisch» verderben könnten, werden aus der Öffentlichkeit entfernt.
Bravo, Micky Mouse, Liebesromane im Heftchenformat vom Kiosk: Sittenwächter und Moralapostel entschieden, was zum Verderben respektive zur Erbauung des Nachwuchses dient.
Am 22. Mai 1965 warfen sittliche Eiferer unter Führung einer als «Schundpapst» bekannten Figur in Brugg «Schundliteratur» ins Feuer.
Was als Auftakt zu einer schweizweiten Zensuraktion gedacht war, geriet zum Rohrkrepierer: Medien zogen zu Recht Parallelen zur grauenerregenden Bücherverbrennung der Nazis 1933 in Berlin, die den späteren Umgang mit «nichtarischen Rassen» und Andersdenkenden vorwegnahm.
- Heute vor 58 Jahren wurde in Brugg Schundliteratur verbrannt – so landete Micky Maus auf dem ScheiterhaufenExterner Link – Bericht in der Aargauer Zeitung (Paywall).
- 90 Jahre Bücherverbrennung: Erich Kästner wollte Nazi-Deutschland aus nächster Nähe beschreibenExterner Link – Beitrag von SRF News.
- In Florida entfernen Lehrkräfte Bücher aus Angst vor HaftstrafenExterner Link – Artikel in der Frankfurter Rundschau.
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