Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizer:innen
Am vierten Tag nach dem Überfall der Hamas auf Israel reissen die Schlagzeilen über die Gewaltausbrüche nicht ab. Mitten drin befinden sich auch Schweizer:innen, die krampfhaft versuchen, das Land zu verlassen.
Freundliche Grüsse
Kritik an Krisenmanagement des Bundes von Schweizer:innen, die Israel verlassen wollen.
Nebst den knapp 23’000 registrierten Auslandschweizer:innen in Israel befinden sich auch zahlreiche Schweizer Tourist:innen im Land – zur Zeit sind in der Schweiz Schulferien. Die Schweizer Reisenden in Israel wollen nach den Gewaltausbrüchen am letzten Samstag schnellstmöglichst zurück in die Schweiz.
Doch das gestaltet sich gar nicht einmal so einfach, wie verschiedene Medien berichten. Da meldet sich etwa eine Berner Familie zu Wort, die es bis gestern Abend nicht geschafft hat, einen Flug zu buchen. Der Swiss-Sonderflug von heute war, wie mein Kollege Renat Künzi gestern schon schrieb, innert kurzer Zeit ausgebucht.
Kritisiert wird von einigen Seiten das Krisenmanagement des EDA. Man komme bei der Helpline nicht durch, die Botschaft in Israel sei nicht erreichbar oder man werde nach unzähligen Minuten in der Warteschlaufe wieder aus der Leitung gekickt. An einer Medienkonferenz gestern Nachmittag betonte Aussenminister Ignazio Cassis, dass das EDA Tag und Nacht arbeite, um die Schweizer:innen in Israel nach Hause zu holen.
- Berner Familien in IsraelExterner Link – in der Berner Zeitung von gestern (Paywall).
- «Eines Landes wie der Schweiz unwürdig»:Externer Link Diese Schweizer Familie hat den Angriff auf Tel Aviv miterlebt – vom Bund ist sie enttäuscht – in der Aargauer Zeitung (Paywall).
- «Es gibt ein Problem mit den Erwartungen» – der ehemalige Direktor des konsularischen Dienstes nahm letztes Jahr bei uns Stellung zu ähnlichen Vorwürfen.
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Vor den Wahlen: E-Voting ist wieder in aller Munde – der Zeitpunkt für die Testläufe in drei Kantonen sei schlecht.
Für die eidgenössischen Wahlen kann in den Kantonen Basel-Stadt, St. Gallen und Thurgau via E-Voting teilgenommen werden. Die Republik nimmt dies zum Anlass, die Geschichte des digitalen Stimmkanals aufzurollen. Es sei eine zwanzigjährige Leidensgeschichte, wie die Republik heute schreibt.
Seit zwei Dekaden versucht die Schweiz krampfhaft, das E-Votingeinzuführen. Der Impuls für das Wählen via Internet sei (und gehe bis heute) stark von den Auslandschweizer:innen aus, aber auch von den Behindertenverbänden. «Die Geschichte ist begleitet von Pleiten, Pech und Pannen – und ihr Happy End ist ebenso vorläufig wie trügerisch», so die Republik.
Nach den Testversuchen im Juni 2023, an denen 4239 Stimmberechtigte in Basel-Stadt, St. Gallen und Thurgau elektronisch abgestimmt haben, scheint die Post den grossen Check des Bundes bestanden zu haben. Doch es sind immer noch viele Risiken vorhanden, diese würden aber jedoch entweder kleingeredet oder mit Massnahmen bewältigt.
Die Republik ist überzeugt, der Zeitpunkt für die Wiederzulassung ist schlecht. Die Gründe? Eine laute politikverdrossene und staatsskeptische Minderheit, die E-Voting-Resultate anzweifeln könnte, die immer zahlreicheren Cyberattacken in der Schweiz und das Versagen von privaten Systemen, das zur Gefahr werden könnte – so etwa geschehen bei den 435’000 Adressen der Auslandschweizer:innen, die im Darknet auftauchten (wir haben darüber berichtet).
- Lesen Sie hier «Warum E-Voting zum Stresstest für die Demokratie werden könnteExterner Link» in der Republik (Paywall).
- Die Chronik des E-VotingsExterner Link – auf der Webseite der Bundeskanzlei.
- Diese Argumente haben das E-Voting in der Schweiz gestoppt – SWI-Bericht von 2019.
- Fünfte Schweiz freut sich über Wiederaufnahme der E-Voting-Versuche – ein Artikel meiner Kollegin Emilie Ridard.
- «E-Voting reicht nicht aus» – unser Bericht vom Auslandschweizer-Kongress im August.
Die Vorbereitungen für einen gewaltigen neuen Teilchenbeschleuniger in der Nähe von Genf nehmen Fahrt auf.
Ein 91 Kilometer langer kreisförmiger Tunnel unter der Stadt Genf, dem Genfersee und Teilen Frankreichs: Die Pläne für einen Future Circular Collider (FCC) nehmen Gestalt an. Er soll der Nachfolger der Large Hadron Collider (LHC) werden, dem leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger der Welt, der sich nördlich von Genf befindet.
2012 gelang Wissenschaftler:innen der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) ein entscheidender Durchbruch: Sie entdeckten das schwer fassbare Higgs-Boson, ein Elementarteilchen, das allen anderen Teilchen Masse verleiht. Dies mit Hilfe des LHC.
Dennoch bleiben viele grundlegende Fragen über das Universum unbeantwortet. Die Suche nach Antworten auf diese grossen Fragen der Physik erfordere einen «Sprung zu höheren Energien und Intensitäten«, so das Cern. Die Organisation möchte einen leistungsfähigeren und präziseren Nachfolger für den LHC bauen, der in den frühen 1980er-Jahren konzipiert wurde und seine Aufgabe im Jahr 2040 beenden soll.
- Hier geht es zum Artikel von meinen Kollegen Simon Bradley und Michele Andina – Teilchenbeschleuniger: Ist das Mega-Projekt des Cern auf Kollisionskurs? (Mit Video)
- Kernforschungsinstitut Cern eröffnet neues BesucherzentrumExterner Link – berichetet SRF am Samstag.
Über das Stromversorgungsgesetz soll das Stimmvolk entscheiden.
Solarzellen im Alpengebiet, Windräder auf unverbauten Hügeln – ein neu gegründetes Bündnis hat heute ein Referendum lanciert. Das Volk soll über das Gesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien entscheiden.
Es sei eine kleine Gruppe von Unterstützer:innen, ohne Hilfe von grossen Umweltverbänden, wie der «Blick» schreibt. «Der Schutz von Landschaft und Natur ist in der Schweiz systematisch zweitrangig«, begründet der Referendumsführer gegenüber «Blick». «Die Natur wird der Energieproduktion geopfert.»
Nun hat das Bündnis bis am 18. Januar 2024 Zeit, die für das Zustandekommen des Referendums nötigen 50’000 Unterschriften zusammenzubringen. Hilfe von grossen Umweltverbänden dürfen sie dabei nicht erwarten. So hat zum Beispiel Pro Natura in einer Medienmitteilung angekündigt, auf das Referendum zu verzichten, wie der «Blick» schreibt.
- Referendum gegen Röstis MantelerlassExterner Link – im «Blick».
- Um die Energiewende zu schaffen, bräuchte die Schweiz rund 760 Windturbinen – mein Kollege Luigi Jorio hat im Frühjahr darüber geschrieben.
- Solarparks in den Schweizer Alpen sorgen für Spannungen – ein Bericht aus unserem Archiv.
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