
Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Der Bankensektor ist auch heute wieder in den Nachrichten – aber diesmal im positiven Sinn.
Ausserdem im heutigen Briefing: Die Verbindung der Schweiz zu einem Drohnenangriff, bei dem letztes Jahr drei Menschen getötet wurden; und wenn Wölfe für etwa 1000 tote Schafe pro Jahr verantwortlich sind, was tötet dann fast 56'000 weitere?
Wir berichten auch über ein Interview mit einer Schweizerin in Los Angeles, die in einem Gebiet lebt, das von den Waldbränden betroffen ist.
Wir hoffen für die Sicherheit von allen, die in Kalifornien leben und dass Ihre Freunde oder Bekannten in Kalifornien in Sicherheit sind.
Herzliche Grüsse aus Bern

Ein EPFL-Forscher wird in Verbindung mit einem tödlichem Drohnenangriff gebracht.
Ein mutmasslicher Waffenhändler mit Verbindungen zur Schweiz wurde während den letzten drei Wochen in Mailand, Italien, festgehalten. Der Iraner arbeitete zuvor als Teilzeitforscher in einem Labor der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL). Sein Unternehmen Illumove hatte als Geschäftsadresse einen Innovationspark auf dem EPFL-Campus angegeben.
Zum Hintergrund: Vor einem Jahr wurden bei einem Drohnenangriff auf einen amerikanischen Stützpunkt an der jordanisch-syrischen Grenze drei Menschen getötet. In der Folge entdeckten die US-Behörden, dass das Navigationssystem der Drohne von Illumove hergestellt worden war. Das veranlasste das US-Justizministerium dazu, die Auslieferung des Forschers zu verlangen.
In einem heute veröffentlichten Interview sagt sein ehemaliger Chef der Westschweizer Tageszeitung «24heures»: «Wenn er die Fähigkeiten, die er in unserem Institut entwickelt hat, für militärische Zwecke genutzt hat, dann ohne unser Wissen und natürlich ohne unsere Unterstützung.» Obwohl er Illumove kannte, war der Chef der Meinung, dass sich das Unternehmen auf zivile Anwendungen konzentriere, wie zum Beispiel die Bereitstellung von Bewegungsmeldern für Sportarten wie Pferderennen.
Die EPFL war jedoch nicht die einzige Institution, die nichts von den Aktivitäten des Forschers wusste, schreibt «24heures». Innovaud, ein Programm des Kantons Waadt zur Förderung von Innovation und Investitionen, hatte Illumove zuvor unterstützt. Nun stellt die Organisation klar, dass ihre Unterstützung «begrenzt, in Form von Beratung und ohne finanziellen Austausch» gewesen sei.
Letzten April kündigte die EPFL neue Kriterien für die Überprüfung ausländischer Studierender und Forschender an, darunter Sicherheitskontrollen für Personen aus bestimmten Ländern.
- Lesen Sie den Artikel auf «24heures»Externer Link (Franz., Paywall).

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erwartet für 2024 einen Gewinn von 80 Milliarden Franken. Dieser ermöglicht eine Ausschüttung von drei Milliarden Franken an Bund und Kantone.
«Das ist leicht verdientes Geld für Bund und Kantone», schreibt die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ). Steuern und Abgaben für die Bevölkerung fallen nicht an, aber es gibt einen Haken: Das Geld fliesst nur, wenn es die Finanzlage der SNB erlaubt.
In den letzten beiden Jahren war eine solche Ausschüttung aus finanziellen Gründen nicht möglich. Der ausserordentlich hohe Gewinn im Jahr 2024 und eine Vereinbarung mit dem Schweizer Finanzministerium erlauben es jedoch, drei Milliarden Franken an die Öffentlichkeit auszuschütten.
Laut NZZ gibt es drei Hauptgründe für die positive Bilanz: Gold, Aktien und der US-Dollar. Die SNB hält hohe Währungsreserven in Euro und Dollar. Alle drei Anlagekategorien verzeichneten steigende Preise, was den Jahresgewinn erhöhte. Vor allem der US-Dollar hat gegenüber dem Schweizer Franken deutlich an Wert gewonnen. Da die Finanzanlagen der Nationalbank hauptsächlich in Fremdwährungen gehalten werden, sind die Wechselkurse der wichtigste Faktor für den Gewinn oder Verlust. Zudem profitierte sie von einem starken Börsenjahr, in dem die Märkte Rekordhöhen erreichten.
Zwei der drei Milliarden Franken gehen an die Kantone, eine an den Bund. Die Berechnungen sind provisorisch. Die genauen Renditen der einzelnen Anlagen werden erst Anfang März veröffentlicht.
- Der erwähnte Artikel der «Neuen Zürcher Zeitung»Externer Link (Paywall).
- Eine Zusammenfassung finden Sie bei SRF NewsExterner Link.
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Ein Interview mit einer Auslandschweizerin in Kalifornien: Die Journalistin Marlène von Arx, die seit 30 Jahren in Kalifornien lebt, findet sich inmitten der Brände wieder.
«Der Himmel ist durch das Feuer und den vielen Rauch gefärbt. (…) Es ist ruhig, kein Auto ist zu hören», sagte von Arx dem Schweizer Fernsehen SRF.
Sie beschrieb das Wetter vor den Bränden als «Hurrikan-ähnlich» mit starken Winden. Zusammen mit einer langanhaltenden Trockenheit habe dies zu Brandherden geführt. Die Behörden des Bundesstaats Kalifornien hatten vor einer «lebensbedrohlichen Situation» gewarnt.
Pacific Palisades, das Gebiet, in dem die Brände ausgebrochen sind, ist von Bergen umgeben. Die Hauptverbindungsstrasse, der Pacific Coast Highway, wurde gesperrt, was zu Staus führte. Viele Menschen hätten ihre Autos stehen lassen und seien zu Fuss geflohen, berichtet von Arx.
Zum Zeitpunkt des Interviews sagte sie, dass den Bewohnerinnen und Bewohnern geraten wurde, wegen der schlechten Luftqualität in ihren Häusern zu bleiben. Die Behörden erklärten das gesamte Gebiet von Los Angeles zur Gefahrenzone.
Mehrere Veranstaltungen in der Region wurden abgesagt, die Zerstörungen sind verheerend, die Brände werden langfristige Folgen haben. Trotzdem, sagt von Arx, nähmen die Kalifornierinnen und Kalifornier solche Ereignisse oft mit Humor. Es gebe den Spruch:»Los Angeles kennt keine Jahreszeiten, nur Feuer, Erdbeben und Überschwemmungen», sagt sie.
- Das ganze InterviewExterner Link können Sie bei SRF News lesen.

Der Wolf ist nur verantwortlich für einen kleinen Prozentsatz aller toten Schafe in der Schweiz.
Wölfe machen immer wieder Schlagzeilen, wenn sie Nutztiere reissen, was zu Frust bei den Bäuerinnen und Bauern und zu Forderungen nach Reduzierung der Wolfpopulation führt. Nun liegen erstmals Zahlen über die Gesamtzahl der jährlich getöteten Schafe vor – inklusive jener, die an Krankheiten oder durch Vernachlässigung sterben. Sie erzählen eine überraschende Geschichte, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Ein Bauer im Kanton Wallis meldete ein von einem Wolf getötetes Schaf. Doch der Kontrolleur fand eine andere Ursache: Der Stall war verdreckt, das Schaf stark abgemagert und ungepflegt, die Augen von Maden zerfressen. Der Inspektor kam zu dem Schluss, dass Vernachlässigung und nicht ein Wolfsangriff die wahrscheinliche Todesursache war.
Seit 2020 werden Statistiken über den Tod von Schafen durch Vernachlässigung oder Krankheit in der Tierdatenbank Identitas erfasst. 2021 wurden 40’000 tote Schafe registriert. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf 56’838. Die Zahl der verendeten Schafe übertrifft diejenige der anderen Nutztiere bei weitem: Im Jahr 2023 starben 13% der Schweizer Schafpopulation, während es bei den Rindern nur 3,5% waren.
Im Jahr 2023 wurden rund 1000 registrierte Todesfälle bei Schafen auf Angriffe durch einen Wolf zurückgeführt. Die Kantone berücksichtigen in ihren Statistiken auch nicht nachweisbare Todesfälle bei Schafen, die möglicherweise auf Wolfsangriffe zurückzuführen sind.
Als mögliche Gründe für die hohe Zahl der Todesfälle nennen Fachleute die seit 2024 grassierende Blauzungenkrankheit, Parasiten, Seuchen und den Wintereinbruch.
«Wir nehmen die Entwicklung des Schafbestands und die Zunahme der verendeten Tiere sehr ernst», sagt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen gegenüber dem «Tages-Anzeiger».
- Der Artikel im «Tages-Anzeiger»Externer Link (Paywall).

Die Schweiz im Bild
In Bern war das Wetter diese Woche trüb und regnerisch. Aber dieses Luftbild von Crans-Montana im Kanton Wallis lockt mich in die Berge.

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