The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Ein Mann trägt Handschuhe und tippt auf einer Laptop-Tastatur

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Wie weit trauen Sie Ihrem Virenschutzprogramm? Mitarbeitende des Schweizer Nachrichtendiensts sollen zu eng mit einer russischen Antivirus-Firma kooperiert haben. Dabei wurden hochsensible Daten abgegriffen.

Zudem äussert sich Bundesrat Ignazio Cassis zur humanitären Krise im Gazastreifen, und die Polizei hat ein Menschenhändler-Netzwerk zerschlagen.

Herzliche Grüsse aus Bern

Blick durch einen Maschendrahtzaun auf ein Bürogebäude
In diesem Gebäude des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) in Bern hat auch der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) seinen Sitz. Keystone / Peter Schneider

Mitarbeitende des Cyberteams des Schweizer Nachrichtendiensts sollen hochsensible Daten an russische Geheimdienste weitergeleitet haben.

Kennen Sie die Virenschutzprogramme der russischen Firme Kaspersky? Auf diese baute auch das Cyberteam im Nachrichtendienst des Bundes NDB. Dieses Team soll Cyberangriffe abwehren und aufklären. Dabei erzielte es einige Erfolge, wie in einem externen Gutachten zu lesen ist.

Allerdings: Während etwa fünf Jahren sollen über die Programme von Kaspersky hochsensible Daten an russische Geheimdienste geflossen sein. Das berichtet heute SRF Investigativ in einer breit angelegten Recherche.

Erst als zwei mit der Schweiz befreundete Geheimdienste drohten, die Zusammenarbeit mit dem NDB einzustellen, wurde der Leiter der Truppe entlassen. Er habe allerdings seinen Dienstlaptop mitgenommen und erst später neu aufgesetzt zurückgegeben. Nun hat der Bundesrat laut SRF eine externe Administrativuntersuchung angesetzt.

Ein Mann an einem Rednerpult mit Mikrofon
Ignazio Cassis an der Eröffnung der achten Sitzung der Globalen Plattform für Katastrophenvorsorge (GP2025) in Genf am Dienstag, 3. Juni. Keystone / Martial Trezzini

Aussenminister Ignazio Cassis mahnt angesichts der dramatischen Lage in Gaza zu Besonnenheit – und zu einem differenzierten Blick auf die Verantwortlichkeiten im Nahostkonflikt. Cassis plädiert für Diplomatie, Geduld und eine klare Haltung gegenüber beiden Konfliktparteien.

Bundesrat Ignazio Cassis zeigt sich alarmiert über die dramatische humanitäre Lage im Gazastreifen und verurteilt klar die Blockade der Hilfslieferungen durch Israel. Zugleich mahnt er zu einer differenzierten Sicht: Auch die Hamas trage massgeblich zur Eskalation bei, vor allem durch die fortgesetzte Geiselnahme. Das sagt er in zwei Interviews mit RTS und RSI.

Im Zusammenhang mit den tödlichen Vorfällen bei der Verteilung von Hilfsgütern mahnt Cassis zu Zurückhaltung. Die Informationslage sei widersprüchlich, jede Seite verbreite ihre eigene Version. Er warnt deshalb vor vorschnellen Schuldzuweisungen.

Die offizielle Schweiz steht zudem in der Kritik, sie trage den europäischen Aufruf nicht mit, die humanitäre Hilfe unter UNO-Leitung zu stellen. Auf die Frage, ob die Schweiz ihre Beziehungen zu Israel überdenken werde, antwortet Cassis, der Dialog mit allen Parteien sei wichtig, um langfristig eine Lösung zu finden. Ein Abbruch der Beziehungen sei nicht zielführend. Stattdessen setze die Schweiz auf Geduld und Überzeugungsarbeit.

Hochhackige Schuhe in einem Rotlicht-Etablissement
Eine Prostituierte posiert in einem Etablissement in Zürich. (Symbolbild) Keystone / Ennio Leanza

Monatelang haben die Zürcher Stadtpolizei und die Staatsanwaltschaft ermittelt. Gestern schlugen sie zu und verhafteten in Zürich und Solothurn fünf Männer. Sie sollen junge Rumäninnen zur Prostitution gezwungen haben.

Die Polizei hat gestern bei verschiedenen Hausdurchsuchungen fünf Rumänen im Alter zwischen 29 und 45 Jahren verhaftet. Sie sollen als Teil eines kriminellen Netzwerks in Rumänien gezielt junge Frauen aus ärmlichen Verhältnissen angeworben und diese in der Schweiz zur Sexarbeit gezwungen haben, schreibt 20 Minuten.

Die gemeinsamen Ermittlungen mit den Strafverfolgungsbehörden von Rumänien, Europol sowie von Eurojust deckten ein gross angelegtes Netzwerk auf. Laut RTS Info kam es im Zusammenhang mit diesem Netzwerk auch in Rumänien zu Hausdurchsuchungen und Verhaftungen. Dabei wurden je nach Quelle 12 oder 13 Männer in Gewahrsam genommen.

In der Schweiz konnte die Polizei elf mutmassliche Opfer in Kontakt mit einer auf Menschenhandel spezialisierten Opferberatungsstelle bringen. Sie sollen unter ständiger Kontrolle durch die Beschuldigten gestanden haben und mit Gewalt und Drohungen gefügig gemacht worden sein.

Unterschriftenkisten für eine Initiative für ein Tabakwerbeverbot
Die Initiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung», wurde im September 2019 eingereicht. Keystone / Peter Schneider

Das Parlament macht Nägel mit Köpfen bei der Umsetzung der von Stimmvolk und Kantonen angenommenen Initiative für ein Tabakwerbeverbot. Nach drei Jahren der Debatten steht nun die Umsetzung auf Gesetzesstufe. Zudem sollen elektronische Einwegzigaretten verboten werden.

Die Initiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» sieht Werbeverbote für Tabakerzeugnisse an Festivals, auf Plakaten sowie in Zeitungen und Zeitschriften vor.

Allerdings geht das Parlament in der Umsetzung nicht vollständig auf die Initiative ein, wie Plattform J schreibt. Es strebe dabei einen «Mittelweg zwischen einer sehr liberalen Haltung und einem totalen Werbeverbot an».

Zudem hat heute nach dem Nationalrat auch der Ständerat entschieden, Einweg-Vapes zu verbieten. Das sind Dampf-Zigaretten, die nach einmaligem Gebrauch nicht wieder aufgeladen oder nachgefüllt werden können. 80% dieser Geräte landen im Kehricht oder auf der Strasse. Der Bundesrat muss nun ein Verbot ausarbeiten.

WhatsApp Community Icon
SWI swissinfo.ch

Denken Sie darüber nach, ins Ausland zu ziehen?

Treten Sie unserer Whatsapp-Community für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer bei, um Antworten, Tipps und Unterstützung zu bekommen, die Sie für einen reibungslosen und erfolgreichen Wechsel ins Ausland brauchen!

Hier beitreten!Externer Link

Meistgelesen
Swiss Abroad

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft