Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
In der Schweiz wird es immer schwieriger, eine Wohnung zu finden – besonders für diejenigen, die in Genf, Zug oder Zürich leben möchten.
Frauen in akademischen Berufen hingegen sind heute einfach zu finden. Laut den Tamedia-Zeitungen hängt dies damit zusammen, dass Mädchen in der Schule erfolgreicher sind als Jungs.
Heute schauen wir auch im Parlament vorbei und sprechen über ein dunkles Kapitel in der Geschichte eines Schweizer Naturkosmetik-Unternehmens.
Gute Lektüre!
In der Schweiz wird es immer schwieriger, eine Wohnung zu finden. Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilt, ist die Leerstandsquote innerhalb eines Jahres um 0,08 Prozentpunkte auf 1% gesunken. Dies ist bereits der fünfte Rückgang in Folge.
Zum Stichtag 1. Juni gab es in der Eidgenossenschaft 48’000 leerstehende Wohnungen. Der stärkste Rückgang ist im Kanton Tessin zu verzeichnen: Der Anteil der Wohnungen, die zum Verkauf oder zur Miete stehen, sank von 2,08% im Jahr 2024 auf 1,92% in diesem Jahr. Von der Knappheit am stärksten betroffen sind jedoch die Kantone Genf (mit 0,34% leerstehenden Wohnungen), Zug (0,42%) und Zürich (0,48%).
Das Bundesamt für Wohnungswesen führt dies auf mehrere Ursachen zurück: die Alterung der Bevölkerung, Trennungen und Scheidungen, Alleinerziehende sowie die Zuwanderung aus dem Ausland aus beruflichen Gründen, zum Studium oder zur Familienzusammenführung.
Ausserdem neigen die Menschen im Durchschnitt dazu, eine grössere Wohnfläche zu beanspruchen. So ist die Wohnfläche pro Kopf von 30 Quadratmetern in den 1980er-Jahren auf heute 46 Quadratmeter gestiegen.
Das Schweizer Kosmetikunternehmen Weleda hat eine unabhängige und umfassende Untersuchung seiner Geschichte während der Nazizeit in Auftrag gegeben. Dies geschah, nachdem eine Studie, über die Der Spiegel berichtete, enthüllte, dass Weleda mit dem Dritten Reich zusammengearbeitet haben soll, namentlich im Konzentrationslager Dachau.
Laut der Historikerin Anne Sudrow, die im Auftrag der KZ-Gedenkstätte Dachau eine Studie verfasste, versorgte sich das Schweizer Unternehmen Weleda mit Heilkräutern, die auf landwirtschaftlichen Flächen in Dachau angebaut wurden. Diese Flächen standen unter der Beaufsichtigung der SS. Der Anbau erfolgte mit biodynamischen Methoden und unter Einsatz von Zwangsarbeit. Zu den Gründern von Weleda gehörte 1921 auch Rudolf Steiner, der Vater der anthroposophischen Bewegung.
Im Gegenzug soll Weleda das Lager mit einer «Frostschutzcreme» beliefert haben. Dieses Produkt soll an 280 bis 300 Häftlingen getestet worden sein, von denen 80 bis 90 starben, nachdem sie stundenlang extremer Kälte ausgesetzt worden waren.
«Wir verurteilen die Gräueltaten des Nationalsozialismus auf das Schärfste. Faschismus, Antisemitismus, Rassismus oder rechtsextreme Ideen haben in unserem Unternehmen keinen Platz», erklärte Weleda bei der Ankündigung der neuen Untersuchung. Das Unternehmen hatte bereits 2023 eine Untersuchung zu diesem Thema in Auftrag gegeben, betonte jedoch heute, dass diese «noch nicht auf eine Überprüfung aller detaillierten Aspekte ausgerichtet war».
In der Schweiz schneiden Mädchen in der Schule besser ab als Jungs, besonders in Sprachfächern und beim Lesen. Dies spiegelt sich offenbar auch im Berufsleben wider. Das geht aus neuen Daten hervor, die von der Investigativ-Redaktion der Zeitungen der Tamedia-Gruppe erhoben wurden.
Tamedia hat Ergebnisse verschiedener Schulleistungstests von rund 50’000 Schülerinnen und Schülern aus den Kantonen Solothurn, Aargau, Basel-Stadt und Basel-Landschaft aus den Jahren 2019 bis 2024 erhalten. Während der Unterschied zwischen den Geschlechtern im Alter von neun bis elf Jahren nicht sehr ausgeprägt ist, übertreffen Mädchen mit 15 Jahren die Jungs bei den Lese- und Sprachkompetenzen um bis ein halbes Schuljahr. In den Naturwissenschaften und technischen Fächern herrscht weitgehend Gleichstand, während Jungs in Mathematik weiterhin die Nase vorn haben.
Laut Fachleuten handelt es sich um einen weltweiten Trend, der auch aus den Pisa-Studien hervorgeht und sich teilweise durch die geringere Lesebereitschaft männlicher Jugendlicher erklären lässt.
Nach Ansicht der Tamedia-Redaktion ist dieser schulische Erfolg mit ein Grund, warum in der Schweiz immer mehr Frauen in Berufen mit akademischer Bildung tätig sind. Während 2010 noch ein Viertel der Stellen in den kantonalen Staatsanwaltschaften mit Frauen besetzt war, sind diese heute in der Mehrheit. Gleiches gilt für den Medizinberuf, in dem 2023 47% Ärzte 53% Ärztinnen gegenüberstanden.
Die Zeitungen erinnern jedoch daran, dass Frauen in den höchsten Positionen der Berufshierarchie nach wie vor unterrepräsentiert sind. Generell verdienen Frauen 10% weniger als Männer, wenn sie Kinder haben sogar 20% weniger.
Der Nationalrat hat heute mit 151 zu 31 Stimmen einen Kommissionsantrag angenommen, der sich gegen den Beschluss der Regierung richtet, internationale Adoptionen zu verbieten.
Der Bundesrat hatte diesen Grundsatzbeschluss im Januar gefasst und hat inzwischen die Ausarbeitung eines Gesetzesentwurfs bis Ende 2026 angeordnet.
Seinen Entscheid begründete er damit, dass es in der Vergangenheit zahlreiche Unregelmässigkeiten im Bereich der internationalen Adoptionen gegeben habe, beispielsweise aus Sri Lanka. In den schwerwiegendsten Fällen handelte es sich um regelrechten Kinderhandel. Eine vom Bundesrat zitierte Studie betonte, dass selbst mit einem strengen Adoptionsrecht das Risiko von Missbrauch nicht ausgeschlossen werden könne.
Simone Gianini, Mitglied der Rechtskommission, räumte zwar ein, dass das Risiko von Unregelmässigkeiten bestehe, betonte jedoch, dass dies kein Grund sei, ein Verbot zu rechtfertigen, das er als «willkürlich» bezeichnete. «In einigen Fällen ist die internationale Adoption die einzige Möglichkeit, einem Kind eine Zukunft zu geben», erklärte er. Der Antrag fordert jedoch eine Verbesserung des Rechtssystems durch die Stärkung der Kontroll- und Transparenzmechanismen. Der Ständerat muss sich noch dazu äussern.
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