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Ein entgleister Zug im Schnee, Rettungskräfte im Einsatz, Türe ist offen

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Ein entgleister Zug bei Goppenstein und Vandalismus am Bahnhof Lausanne sorgen – neben dem Schnee – für viele Zugausfälle auf dem Schweizer Streckennetz des öffentlichen Verkehrs.

Doch auch Sie, liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, sorgen heute für Schlagzeilen: Zahlreiche Länder locken mit attraktiven Angeboten, damit Sie Ihren Lebensabend an exotischen Gestaden verbringen können.

Herzliche Grüsse aus Bern

Eine grosse, künstliche Wasserfläche, beleuchtet, dahinter einige Wolkenkratzer
Exotische Destinationen wie Dubai locken Rentnerinnen und Rentner aus dem Ausland mit verschiedenen Angeboten an. Keystone / laif

Die Schweiz ist ein teures Pflaster. Immer mehr Menschen kehren dem Land den Rücken – aus Kalkül. Ob Tessinerinnen oder Rentner: Die Grenze scheint zunehmend zum Rettungsanker zu werden, um den eigenen Lebensstandard finanziell aufrechterhalten zu können.

Im Kanton Tessin ziehen immer mehr Einheimische nach Italien um, wo Wohnraum nur die Hälfte kostet. Sie behalten aber ihre Jobs: 22% der Wegzüge sind laut dem Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz RSI ehemalige Ansässige, die nun als Grenzgängerinnen und Grenzgänger ins Tessin pendeln.

In Panama oder Dubai gelten Seniorinnen und Senioren nicht als Last, sondern als «Wirtschaftsfördernde», wie die NZZ am Sonntag schreibt. Mit Steuerfreiheit und Rabatten auf Hotels oder Flüge werde die Generation 60+ zum begehrten Wachstumsmotor eines globalen Milliardengeschäfts.

Die Zahl der über 60-jährigen Ausgewanderten hat sich seit 2012 fast verdoppelt. In Panama, Costa Rica, Ecuador oder Paraguay reichen laut Blick oft schon eine Rente von 850 Dollar monatlich und ein sauberes Strafregister für ein lebenslanges Visum. Und in Dubai dauert der Weg zum Visum teils nur sieben Tage. Die heutigen Pensionierten scheinen ihren Wohnsitz nicht mehr nach Nostalgie auszuwählen, sondern nach rein marktwirtschaftlichen Kriterien.

Fünf weisse Busse warten an einem Bahnhof auf Zugpassagiere
Der Bahnverkehr in der Region Lausanne musste kurzerhand auf Busbetrieb umgestellt werden. Cyril Zingaro / Keystone

Zwei Ereignisse, ein Resultat: Stillstand im Zugsystem. Während im Kanton Wallis eine Lawine einen Zug entgleisen liess und mehrere Verletzte forderte, legte in Lausanne eine einzige Petarde von Fussballfans den wichtigsten Bahnknotenpunkt der Romandie lahm.

In Goppenstein im Kanton Wallis entgleiste am Montagmorgen ein Regio-Express durch eine Lawine. Die Polizei meldet fünf Verletzte, etwa 30 Passagiere wurden evakuiert. Die Einschränkung des Bahnbetriebs auf der Strecke Goppenstein-Brig dauere bis mindestens Dienstagmorgen um 4 Uhr, hiess es.

Im Bahnhof Lausanne brannten am späteren Sonntagabend 40 Kabel von Weichen und Signalen durch, weil Fussballfans Pyrotechnik auf die Bahnanlage geworfen hatten. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden, aber die Reparatur ist extrem komplex: Rund 1000 Verbindungen müssen geprüft werden. Es musste mit massiven Verspätungen gerechnet werden, Ersatzbusse kamen zum Einsatz.

Der Vorfall offenbart laut Le Temps die fehlende Redundanz im System. Ohne die Verbindung Lausanne-Renens sind massive Umwege über Biel nötig. Auch diese Sperrung dauert laut Berichten anscheinend bis Dienstagmorgen um 4 Uhr. Wie schon 2021 in Tolochenaz zeige sich: Das Schweizer Schienennetz hat kaum Puffer für grosse Störungen.

Schlagzeile einer Zeitung: Russland unterstützt die Halbierungsinitiative.
Die Schlagzeile heute im Tages-Anzeiger. Tamedia

Schweizer Kuhglocken in Moskau und manipulierte SRF-Seiten sorgten heute ebenfalls für Schlagzeilen. Was haben gemeinsam? Sie scheinen laut zwei Experten Werkzeuge einer russischen Strategie zu sein, die Schweizer Demokratie gezielt zu schwächen.

Russlands Staatssender RT DE nutzt gefälschte SRF-Screenshots, um Stimmung für die Halbierungsinitiative zu machen. Ziel der Vorlage ist es, das Budget der SRG zu kürzen, zu der auch Swissinfo gehört. Über das Begehren wird am 8. März abgestimmt. Dass ein ausländisches Medium derart direkt in den Schweizer Abstimmungskampf eingreift, zeigt: Die direkte Demokratie der Schweiz ist nun Teil eines globalen Informationskriegs. Das Initiativkomitee hat sich von den Vorwürfen im russischen Artikel distanziert.

Das Ziel Russlands ist laut Ulrich Schmid, Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands an der Universität St. Gallen, das Säen von Misstrauen gegenüber Qualitätsmedien, wie er gegenüber dem Tages-Anzeiger ausführt. Indem RT (ehemals Russia Today) emotionale Themen wie Neutralität besetzt, sollen gesellschaftliche Risse vertieft werden. Sinkendes Vertrauen sei der Nährboden, auf dem autoritäre Narrative am besten gedeihen würden.

Derweil forderten Schweizer «Freundschaftstrychler» in Moskau mit einem lautstarken Marsch zur Schweizer Botschaft normale Beziehungen zu Russland. Sie dienten dem Kreml als «nützliche Naive», sagt Sozialwissenschaftler Marko Ković, der Verschwörungstheorien erforscht, in Der Bund. Bilder von Schweizer Kuhglocken seien für die Propaganda Gold wert, um eine angebliche Kluft zwischen westlichen Regierungen und deren Völkern zu inszenieren.

Demonstration einer Infrastrukturinspektion mittels Drohne zum Zweck der Erkennung von Schäden an Isolatoren von Hochspannungsleitungen
Demonstration einer Infrastrukturinspektion mittels Drohne zum Zweck der Erkennung von Schäden an Isolatoren von Hochspannungsleitungen. Keystone / Christian Beutler

Drohnen sind weit mehr als ein Spielzeug für Ferienfotos oder ein Kriegsgerät. Doch wo testet man solche, die Lawinen sprengen oder Strommasten warten sollen? Der Kanton Uri will nun zum alpinen Testlabor für Drohnen werden – mit globalen Ambitionen.

Waren Sie schon mal im Kanton Uri mit seinen engen Tälern? Das «Alpine Drone Consortium» will die raue Topografie des Alpenkantons jetzt als Prüfstand nutzen, wie die Urner Zeitung berichtet. Die Logik dahinter ist simpel: Wer im Gebirge sicher fliegt, schafft es überall. Es ist der entscheidende Schritt vom geschützten Labor in die unberechenbare Realität der Schweizer Alpen.

Für das Lawineninstitut SLF haben «Drohnen die Arbeit revolutioniert», da sie etwa Daten aus steilen Felswänden liefern. Doch die rechtlichen Hürden bremsen: Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) stuft das Projekt als «ambitioniert» ein, da Bewilligungen für geteilte Testzonen rechtlich hochkomplex sind.

Der Kanton Uri positioniert sich bewusst als «Innovationsbiotop für Drohnentechnologie». Ziel ist es, durch die Testzonen langfristig Drohnen-Produzenten und neue Arbeitsplätze ins Gebirge zu locken, zitiert SRF News den Urner Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind.

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