Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Waffen in der Ukraine sind nicht verstummt. Russland führte gestern erneut massive Angriffe durch, nur wenige Stunden vor Beginn der Gespräche zwischen Kiew und Moskau in Genf. Heute sind die Diskussionen ohne Einigung in den strittigen Fragen zu Ende gegangen. Die Schweiz verbucht damit einen diplomatischen Erfolg mit Wermutstropfen.
Ganz anders sieht es bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina aus: Drei Schweizer Athletinnen haben zwei weitere Medaillen zur Bilanz hinzugefügt.
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Die Gespräche zwischen den USA, der Ukraine und Russland in Genf sind am Mittwoch nach weniger als 24 Stunden zu Ende gegangen. Kiew und Moskau bezeichneten die Diskussionen als «schwierig».
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski zog eine gemischte Bilanz der Verhandlungen. «Man kann sehen, dass eine gewisse Vorbereitungsarbeit geleistet wurde, aber im Moment unterscheiden sich die Positionen», so Selenski. Dies gelte besonders für die «heiklen» Fragen der Gebiete und des von der russischen Armee besetzten Atomkraftwerks Saporischschja.
Der Leiter der russischen Delegation, Wladimir Medinski, beschrieb seinerseits die Gespräche als «schwierig, aber professionell». Eine andere Quelle aus der Delegation sprach von «sehr angespannten» Diskussionen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch versicherte der amerikanische Gesandte Steve Witkoff in den sozialen Netzwerken, dass die Gespräche «einen bedeutenden Fortschritt» ermöglicht hätten.
Die Parteien arbeiteten auf der Grundlage des vor mehreren Monaten vorgestellten amerikanischen Plans, der namentlich territoriale Zugeständnisse seitens der Ukraine im Austausch gegen westliche Sicherheitsgarantien vorsieht. Die Diskussionen scheitern besonders am Schicksal des Donbass, dem grossen Industriebecken im Osten der Ukraine. Diese Gespräche fanden statt, während vor Ort die Kriegshandlungen weitergingen.
Der Kommentar eines Sportjournalisten des Westschweizer Fernsehens RTS zum Zweierbob-Rennen des israelischen Teams löste eine über die Schweizer Grenzen hinausgehende Polemik aus. Sein Entscheid, den Gaza-Krieg und die Politik des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu erwähnen, rief heftige Reaktionen hervor.
Während der Fahrt des israelischen Bobteams bei den Olympischen Spielen in Mailand Cortina blieb Kommentator Stefan Renna nicht bei den sportlichen Aspekten. Er konzentrierte seine Ausführungen auf den Piloten Adam Edelman und erinnerte daran, dass dieser sich als «Zionist bis ins Mark» bezeichne und die militärische Intervention in Gaza als «den moralisch gerechtesten Krieg der Geschichte» betrachte. Der Journalist stellte auch die Frage, ob Edelmans Anwesenheit bei den Olympischen Spielen mit den Richtlinien des IOC vereinbar sei, da das Komitee angegeben hatte, dass Athletinnen und Athleten, die einen Krieg aktiv unterstützt haben, nicht teilnahmeberechtigt seien.
Diese Bemerkungen lösten eine Flut von Reaktionen aus. Mitglieder der israelischen Gemeinschaft drückten ihre Empörung aus. Die israelische Botschaft in der Schweiz prangerte einen «eklatanten Missbrauch» des öffentlich-rechtlichen Senders an, während der US-Botschafter in Israel den Journalisten des Antisemitismus bezichtigte. Andere Stimmen wie die französische Europaabgeordnete palästinensischer Herkunft Rima Hassan verteidigten Renna hingegen und waren der Ansicht, dass er sich auf Fakten beschränkt habe.
Nachdem RTS entschieden hatte, die Sequenz von ihrer Website zu entfernen, nahm es am Dienstag Stellung. «Unser Journalist wollte die Politik des IOC bezüglich der Aussagen des betreffenden Athleten hinterfragen. Dennoch ist eine solche Information, obwohl faktisch korrekt, im Rahmen des Sportkommentars aufgrund ihrer Länge unangebracht», erklärte die Unternehmenseinheit der SRG, zu der auch Swissinfo gehört.
Auf rein sportlicher Ebene gewann die Schweiz an diesem Mittwoch zwei weitere Medaillen, wodurch sich die Gesamtzahl auf zwölf erhöhte. Nadine Fähndrich und Nadja Kälin holten in Tesero Silber im Teamsprint der Damen im Skilanglauf, hinter den Schwedinnen. Im alpinen Skisport belegte Camille Rast heute Nachmittag im Slalom den zweiten Platz hinter der überragenden Mikaela Shiffrin.
Ein Schweizer Staatsbürger wurde von Bali verwiesen, da er illegal in einer Surfschule beschäftigt war. Dieser Fall zeigt, dass Indonesien beschlossen hat, die Daumenschrauben anzuziehen, um illegale Einwanderung und Overtourism zu bekämpfen.
Der Schweizer Tourist war aktiv an der Leitung einer balinesischen Surfschule in der Region Canggu beteiligt. Zwar erlaubte ihm sein Visum für digitale Nomaden, sich auf der Insel aufzuhalten, während er bei einem ausländischen Unternehmen angestellt war, jedoch nicht, für ein indonesisches Unternehmen zu arbeiten oder gar dessen Kontrolle zu übernehmen, wie Blick am Dienstag enthüllte. Der Mann soll zudem illegal einen Instruktor rekrutiert haben, der ebenfalls ein Ausländer war.
Nachdem das für die Verwaltung der Visa zuständige Einwanderungsbüro von Bali eine Meldung erhalten hatte, verhaftete es den Schweizer und setzte ihn am 7. Februar in einen Abschiebungsflug. Die Behörden verbieten ihm nun für fünf Jahre die Einreise nach Indonesien, mit der Möglichkeit einer Verlängerung auf bis zu zehn Jahre.
Die so genannte Insel der Götter gilt als Paradies für Influencerinnen und digitale Nomaden. Doch ihre Behörden sind nun entschlossen, gegen die unerwünschten Auswirkungen dieses Phänomens vorzugehen. «Unsere Insel ist das beliebteste Tourismusziel für Ausländerinnen und Ausländer. Strenge Kontrollen sind notwendig, damit ihre Anwesenheit ein Vorteil und kein Problem ist», erklärte kürzlich der Gouverneur von Bali, Wayan Koster.
Der Toblerone-Hersteller Mondelez plant, 924 Tonnen Butter aus Ländern der Europäischen Union zu importieren. Das kommt hierzulande nicht gut an, weil die Schweiz bereits auf einem Butterberg sitzt. Der Milchsektor äussert seine Besorgnis.
Die Schweizer Buttervorräte, die als eine Art «Thermometer» des Milchmarkts betrachtet werden, sind voll. Laut der Branchenorganisation BO Butter beliefen sich die nationalen Reserven Ende des Jahres auf 4888 Tonnen Butter. In diesem Kontext enthüllt die Berner Zeitung, dass der Lebensmittelkonzern Mondelez plant, 924 Tonnen Butter aus der EU für die Schokoladeherstellung zu importieren.
Swissmilk, der Verband der Schweizer Milchproduzenten, hinterfragt das Bewilligungsverfahren für dieses Importprojekt. Die Organisation schätzt, dass es sich wahrscheinlich um eine Bewilligung handelt, die es Herstellern erlaubt, Milch oder Zutaten für eine kurze Zeit zu importieren, um sie zu verarbeiten und das Endprodukt wieder auszuführen. Sie kritisiert, dass solche Anträge oft ohne ausreichende Kontrolle genehmigt werden.
Der US-Lebensmittelkonzern reagierte ausweichend. «Der Einkauf der verschiedenen Rohstoffe, die wir für die Herstellung der Toblerone in Bern-Brünnen benötigen, ist komplex und langfristig angelegt», erklärte er.
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