Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Schweizer Medien blicken an diesem Montag auf ein emotionales Wochenende zurück: Die Olympischen Winterspiele 2026 sind zu Ende gegangen. Aus Schweizer Sicht war es eine sehr erfolgreiche Ausgabe.
Ein weiteres zentrales Thema ist die Fortsetzung – keineswegs das Ende – der US-Zollpolitik. Nach einem Entscheid des Obersten Gerichtshofs und neuen Ankündigungen von Donald Trump bleibt die Lage unübersichtlich. Für die Behörden ebenso wie für die Schweizer Medien gilt derzeit: «wait and see».
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Die Olympischen Winterspiele von Mailand-Cortina sind zu Ende. Die Abschlusszeremonie fand am Sonntagabend in der Arena von Verona statt. Der Schweiz wird diese Ausgabe 2026 besonders in Erinnerung bleiben: Noch nie zuvor gewann die Schweizer Delegation so viele Medaillen.
Die hiesigen Medien zeigen sich am Montag durchwegs begeistert über die Leistungen der Schweizer Athlet:innen, die 6 Gold-, 9 Silber- und 8 Bronzemedaillen gewonnen haben. Mit insgesamt 23 Medaillen wurde der bisherige Winterolympia-Rekord von 15 deutlich übertroffen. Mit einem solchen Ergebnis «wurden die Erwartungen übertroffen», stellte Chef de Mission Ralph Stöckli fest.
Mit drei Goldmedaillen ist der alpine Skifahrer Franjo von Allmen der Schweizer Star dieser Spiele. «Wenn man nur einen Namen nennen müsste, wäre es seiner», so RTS Sport. Darüber hinaus gab es weitere Glanzleistungen und erfreuliche Überraschungen: Mathilde Gremaud verteidigte ihren Titel im Slopestyle, Marco Odermatt gewann drei Medaillen im alpinen Ski, das Schweizer Bobteam fand nach Jahren der Durststrecke zurück aufs Podest, das Frauen-Eishockeyteam sicherte sich eine Medaille, im Skispringen gab es über zehn Jahre nach den letzten Erfolgen von Simon Ammann wieder Edelmetall, und die Langläuferin Nadja Kälin gewann Bronze über 50 Kilometer klassisch – einem der anspruchsvollsten Wettbewerbe dieser Spiele.
Die Spiele brachten jedoch auch Enttäuschungen. Im Curling blieben die Schweizer Teams mit Silber bei den Frauen und Bronze bei den Männern hinter den eigenen Erwartungen zurück. Besonders bitter war das Ausscheiden des Männer-Eishockeyteams, das sich trotz einer 2:0-Führung sechs Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit nicht gegen Finnland für den Halbfinal qualifizieren konnte. Auch im alpinen Frauen-Skisport verliefen die Wettbewerbe enttäuschend: Das Team gewann lediglich eine Silbermedaille im Slalom.
Der Schweizer Künstler Peter Stämpfli, ein Pionier der europäischen Pop-Art, ist im Alter von 88 Jahren in Paris verstorben. 1937 in der Nähe von Bern geboren, entdeckte er früh den amerikanischen abstrakten Expressionismus – eine prägende Erfahrung, die ihn 1959 dazu bewog, sich in Paris niederzulassen und dort seine künstlerische Laufbahn fortzusetzen.
In den 1960er-Jahren profilierte sich Peter Stämpfli als eigenständige Figur in der Pop-Art-Szene. Er entwickelte eine visuelle Sprache, die sich auf das Auto und insbesondere auf den Reifen konzentrierte, den er vor weissem Hintergrund isolierte, um seine grafische Struktur hervorzuheben. Dieses Motiv wurde zur zentralen Figur seines Werks. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Museum of Modern Art in New York und im Centre Pompidou in Paris gezeigt. Darüber hinaus realisierte er experimentelle Filme und monumentale Skulpturen.
Die Nachricht von seinem Tod fand international Beachtung. «Er erhielt in den Zeitungen mehr Würdigungen, als ich gedacht hätte, aber man muss präzisieren, dass es sich immer um dieselbe Meldung handelte», bemerkte der Kulturjournalist Etienne Dumont im Magazin Bilan. Die besagte Meldung würdigt den Schweizer als einen «der eigenständigsten Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts».
Die Debatte um die US-Zölle dürfte weitergehen. Am Freitag erklärte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten einen grossen Teil der von Donald Trump verhängten Zölle für ungültig. Die Richter kamen zum Schluss, dass sich der Präsident nicht auf einen nationalen Notstand aufgrund einer äusseren Bedrohung berufen könne, um einseitig Strafzölle zu erheben.
Donald Trump reagierte scharf und bezeichnete den Entscheid als «lächerlich, schlecht formuliert und extrem unamerikanisch». An seiner Zollpolitik will er jedoch festhalten. Noch am Freitag unterzeichnete er ein neues Dekret, das einen weltweiten Zollsatz von 10% vorsieht. Bereits am Folgetag erhöhte er diesen auf 15%. Das Dekret soll ab Dienstag für 150 Tage gelten, mit sektoriellen Ausnahmen, insbesondere für die Pharmaindustrie.
Die offizielle Schweiz reagierte zurückhaltend. Der Bundesrat erklärte lediglich, man nehme den Entscheid «zur Kenntnis». In Bern werden die konkreten Auswirkungen analysiert; man wartet auf weitere Klarstellungen aus Washington. Derzeit unterliegt die Schweiz wie die EU einem Zollsatz von 15%. Gespräche über eine langfristige Vereinbarung laufen.
Der Bundesrat hat drei Optionen: die Verhandlungen fortsetzen, um eine stabile Lösung zu erreichen. Abwarten, bis neue amerikanische Rechtsgrundlagen vorliegen. Oder eine härtere Linie einschlagen. Zufällig ist gerade an diesem Montag eine Delegation von Schweizer Parlamentarier:innen nach Washington geflogen. Ziel ist es, die Schweizer Interessen im Hinblick auf eine zufriedenstellende Vereinbarung zu vertreten.
Mehrere Schweizer Unternehmen haben unterdessen die Rückerstattungen der erhobenen Strafzölle verlangt. Stöckli (Ski), Logitech (Informatik) und CL International (Luxusprodukte) haben entsprechende Schritte eingeleitet. Weitere Unternehmen wie Breitling (Uhren) und Läderach (Schokolade) haben angekündigt, ebenfalls Rückerstattungen zu beantragen. Theoretisch könnte die Ungültigerklärung durch den Obersten Gerichtshof die US-Regierung verpflichten, rund 175 Milliarden Dollar an unrechtmässig erhobenen Zolleinnahmen zurückzuzahlen. Das Verfahren dürfte jedoch langwierig und komplex werden.
Der Wohnungsmangel ist in der Schweiz ein immer grösser werdendes Problem. Laut einer aktuellen Studie der Raiffeisenbank hätte es in der Schweiz Raum für rund eine Million zusätzlicher Einwohner:innen – sofern bestehende Baulandreserven genutzt würden.
Die Studie geht davon aus, dass zwischen 9 und 16% der bereits eingezonten Bauflächen ungenutzt bleiben. In einem Land mit angespanntem Wohnungsmarkt wirkt das widersprüchlich. Ein Grund liegt in spekulativen Motiven: Viele Eigentümer:innen behalten ihre unbebauten Parzellen, da steigende Bodenpreise das Abwarten attraktiver erscheinen lassen als den Bau.
Seit Längerem werden Massnahmen diskutiert, um Eigentümer:innen zum Bauen oder Verkaufen zu bewegen. Genannt werden etwa steuerliche Anreize oder die Auszonung von Bauzonen nach einer bestimmten Frist. Bislang kam im Parlament jedoch kein entsprechender Entscheid zustande.
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