Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Schock und Trauer sitzen noch immer tief nach dem tödlichen Postauto-Brand in Kerzers am Dienstagabend. Schweigeminuten werden eingelegt, Blumen am Ort der Tragödie niedergelegt.
Doch es werden auch Fragen laut, etwa jene nach ausreichenden Sicherheitsmassnahmen oder Fluchtwegen aus einem brennenden Bus.
Herzliche Grüsse aus Bern
Zwei Tage, nachdem beim Brand eines Postautos in Kerzers (FR) sechs Menschen ums Leben gekommen sind und fünf weitere verletzt wurden, ringt die Schweiz mit der Frage, wie diese Tragödie passieren konnte.
Die Kantonspolizei Bern gab heute bekannt, der Mann, der sich im Postauto selbst in Brand gesetzt hat, hatte sich vor der Tat in einem Spital im Kanton Bern aufgehalten. Genauere Angaben zum Spital wurden nicht bekannt gegeben. «Der Mann war freiwillig aufgrund eines medizinischen Problems im Spital. Es handelte sich dabei also um ein körperliches und nicht um ein psychisches Problem», teilte die Kantonspolizei mit.
Der Tages-Anzeiger ging der Frage nach, wie der Bus so schnell niederbrennen konnte. Obwohl ein Bus mit schlecht entflammbarem Material verkleidet sei, würde dies nur bei einem kleinen Feuer helfen, erklärt Materialexperte Sabyasachi Gaan im Interview. Tödlich seien aber nicht nur die Flammen, sondern auch der toxische Rauch, der eingeatmet wird.
Auch die Zeitungen von CH Media widmeten sich den Fragen nach Sicherheit und Fluchtwegen im öffentlichen Verkehr. David Bürge, Feuerwehrkommandant in Aarau, verweist auf den Fluchtreflex. Dieser würde oft nicht sofort eintreten, sondern erst, wenn der Erste reagiere und eine Kettenreaktion bei den Gefährdeten einsetze. «Zudem will der Mensch immer da wieder raus, wo er reingekommen ist», weswegen die Notfallhämmer zum Einschlagen der Scheiben oft nicht benutzt würden – auch wenn der Ausgang versperrt sei.
Noch keine drei Monate ist es her, dass die Schweiz die letzte Brandkatastrophe erlebte. Bundesrat Guy Parmelin reiste gestern nach Kerzers, um den Opfern des Brandes zu gedenken. «Erneut müssen wir einen solch traurigen Moment erleben», sagte Parmelin am Rande des Anlasses vor den Medien.
Während US-Präsident Donald Trump den Krieg gegen den Iran als für so gut wie beendet erklärt, sieht dies der iranische Botschafter in Bern anders. Im Interview mit SRF äussert sich Mahmoud Barimani auch zur Rolle der Schweiz.
So könne man noch nicht sagen, ob es nach einem Ende der Angriffe wieder Verhandlungen mit den USA geben werde, sagt Barimani. Falls dies der Fall sein sollte, würde man die Schweiz gerne als Mediatorin sehen. «Wir würden eine Initiative der Schweiz und die Rolle, die sie dabei spielt, sehr begrüssen», so Barimani im Interview.
Währenddessen gehen die Angriffe von beiden Seiten weiter. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA gab gestern bekannt, die Schweiz habe aufgrund des Sicherheitsrisikos ihre Botschaft in Teheran geschlossen.
Derweil zeigen Zahlen des EDA, dass viele der im Nahen Osten gestrandeten Schweizer:innen auf eigene Faust ausreisen konnten. Waren Anfang März noch 5200 Reisende in den Ländern der betroffenen Regionen auf der Travel-Admin-App des EDA registriert, seien es nun noch rund 2000 Personen.
Derweil äusserte sich Energieminister Albert Rösti gegenüber den Zeitungen von CH Media zur Frage nach einer drohenden Energiekrise aufgrund des Konflikts im Nahen Osten. Zwar würden wir laut dem Bundesrat nicht unmittelbar vor einer solchen stehen, doch wenn der Konflikt monatelang andauern würde und die Strasse von Hormus blockiert sei, «müssten wir strategisch reagieren». Die Schweiz sei noch davon entfernt, über die Öffnung von Pflichtlagern zu diskutieren. Doch je nach Länge des Konflikts «müssten wir sicherstellen, woher Öl kommt und wie die Speicher gefüllt werden».
Die zweite Woche der Frühjahrssession ging heute zu Ende und mit ihr fiel ein wichtiger Entscheid zum E-Collecting.
Nachdem der Ständerat als Zweitrat einer entsprechenden Vorlage zugstimmt hat, will das Parlament rechtliche Grundlagen für Versuche mit elektronisch gesammelten Unterschriften für Initiativen und Referenden schaffen. Differenzen gibt es zwischen den beiden Räten noch im Detail, weswegen als nächstes erneut der Nationalrat am Zug ist.
Auch die Neutralitätsinitiative geht zurück in die Grosse Kammer. Dies, weil der Ständerat die Neutralität weiterhin in der Verfassung festschreiben will und – äusserst knapp – auf einem Gegenvorschlag zur Initiative beharrt hat.
Im Nationalrat ging es heute zudem um die inländische Munitionsproduktion. Diese will das Parlament sicherstellen, womit der Bundesrat nun beauftragt wird, mit SwissP Defence oder Saltech eine strategische Rüstungskooperation einzugehen. Für Mitte-Nationalrätin Nicole Barandun steht fest: «Sobald die Unternehmen ihre Produktion einmal ins Ausland verlagert haben, kann man sie nicht mehr zurückholen, und deshalb müssen wir jetzt handeln.»
Seit der Veröffentlichung der 3,5 Millionen Seiten der Epstein-Files kommen immer wieder neue Verbindungen zu Opfern in der Schweiz in die Schlagzeilen.
RTS identifizierte drei unterschiedliche Profile, welche die Erpressungen und den Druck auf die jungen Frauen beleuchten. Nach der Analyse der Epstein-Files kommt RTS zum Schluss: «Die amerikanische Regierung ist in ihrer Aufgabe gescheitert, die Identität der Opfer zu schützen.»
Ein Opfer in der Schweiz ist Lana (die Namen wurden von RTS geändert), die mit 19 Jahren auf Epstein traf. Dieser finanzierte ihr Jurastudium an der prestigeträchtigen University of Berkeley in den USA. Im Gegenzug musste sie ihm «persönliche Assistentinnen» vorstellen. Eine Stelle, «die vor allem Massagen und sexuelle Gefälligkeiten umfasst», schreibt RTS.
Eine andere junge Frau, die in den Akten auftaucht, hat sich hingegen geweigert, Teil des Systems zu werden. Epstein wollte sie mit verschiedenen Model-Agenturen in den USA in Kontakt bringen, doch vorher wollte er sie persönlich in seinem New Yorker Apartment «als Freund» sehen, um die Treffen vorzubereiten. Die junge Frau lehnte ab, worauf Epstein die Treffen mit den Mode-Agenturen absagte.
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