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Reihen von Käselaiben in einem Lager

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Was vermissen Sie in ihrem Wohnland am meisten von der Schweiz? Für viele sind es nicht die Berge oder der Schnee, sondern gewisse Lebensmittel. Gegenwärtig sorgen die extremen Preisunterschiede für Schweizer Käse im Ausland für Schlagzeilen. Was denken Sie, wievielmal mehr ein Greyerzer-Käse in Kenia kostet als in der Schweiz?

Herzliche Grüsse aus Bern

Ein Mann hält auf einem Schiff auf einem See einen Laib Gruyère-Käse
Jubiläumsanlass für den Gruyère-Käse AOC auf dem Genfersee im Jahr 2011. Keystone / Laurent Gillieron

Wer im Ausland lebt, vermisst oft die Heimat – doch am schmerzhaftesten ist für viele Ausgewanderte der Blick in den Kühlschrank: Was in der Schweiz als Grundnahrungsmittel gilt, wird in der Ferne oft zum unbezahlbaren Luxusgut. Wie heute das Beispiel Greyerzer-Käse zeigt.

Unter Kenias heisser Sonne wird Gruyère zur exklusiven Delikatesse: 240 Gramm kosten dort umgerechnet rund 20 Franken – das ist mehr als das Vierfache des Schweizer Preises, wie das News-Portal Nau.ch heute berichtet. Ein in Nairobi lebender Schweizer gönnt sich diesen Luxus daher nur alle sechs bis zwölf Monate, während andere Expats weltweit von ähnlichen Summen für ein Stück Heimat berichten.

Die extremen Preise resultieren laut der Sortenorganisation Gruyère AOP vor allem aus den Transportkosten und den Strategien der Händlerinnen und Händler vor Ort, die im Ausland deutlich höhere Gewinnmargen erzielen als jene in der Schweiz. Die Organisation wertet «die käsigen Entzugserscheinungen» der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer dennoch als positives Signal für die hohe Wertschätzung ihrer Produkte.

Die Sehnsucht sei teils so gross, dass manche Schweizerinnen und Schweizer aus Angst vor Entzugserscheinungen gar nicht erst auswandern wollten. Andere setzten auf Pragmatismus: So verzichtet etwa ein Auslandschweizer in Argentinien auf teure Importe. Er sagt: «Ein kühler Chasselas vom Lavaux mit Greyerzer und Emmentaler bei warmen argentinischen Temperaturen schmeckt anders als am See in Cully» am heimischen Genfersee.

Eine Frau mit Brille hält sich vor Freude die Hände vors Gesicht, eine weitere Frau klatscht in die Hände
Sie konnte ihr Glück kaum fassen: die neu in den Berner Regierungsrat Gewählte Grüne Aline Trede im Moment der Verkündigung der Wahlresultate. Keystone / Anthony Anex

Der Kanton Bern hat am Sonntag gewählt: Das Parlament rückt nach rechts, die Regierung bleibt aber wie bisher. Wie passt das zusammen? Im bevölkerungsmässig zweitgrössten Schweizer Kanton zeigt sich ein tiefer Graben, am Ende war es eine massive Mobilisierung in der Stadt Bern, die der Linken den Erhalt des dritten Regierungsratssitzes sicherte.

Trotz eines massiven Rechtsrutschs im Grossen Rat, bei dem die Schweizerische Volkspartei (SVP) laut SRF sieben Sitze zulegte, bleibt die Zusammensetzung des Berner Regierungsrats unverändert. Der bürgerliche Angriff auf einen fünften Sitz in der Kantonsregierung scheiterte knapp. Wie Der Bund kommentiert, spiegelt das bewährte «4-3-Modell» (vier konservativ, bürgerlich und Mitte, drei links) weiterhin die gesellschaftliche Realität des Kantons wider und sichert politische Stabilität in unruhigen Zeiten.

Zünglein an der Waage war die Stadt Bern: Während die kantonale Wahlbeteiligung bei nur 34,3% lag, mobilisierte die Bundesstadt mit 42,3% überdurchschnittlich. Dieser «urbane Wall» sicherte dem neu gewählten Sozialdemokraten Reto Müller (SP) den entscheidenden Sitz knapp gegen die SVP. Politikwissenschaftler Adrian Vatter führt dies auf den «Schwung» vorangegangener nationaler Abstimmungen zurück, der vor allem junge Leute an die Urnen brachte.

Prominenteste Neugewählte ist die ehemalige Nationalrätin Aline Trede (Grüne), die ihre nationale Karriere für Bern aufgibt. Laut Blick sieht sie die bürgerliche Mehrheit sportlich und will auf Kooperation statt Blockade setzen. Das Glanzresultat des Tages erzielte jedoch Astrid Bärtschi (Mitte) mit den meisten Stimmen. Dies unterstreicht laut Medienanalysen den starken Wunsch nach einer pragmatischen Politik der Mitte im Kanton Bern.

Im Kanton Waadt wurde am Wochenende ebenfalls gewählt, zumal bei der Ersatzwahl eines Regierungsmitglieds ein zweiter Wahlgang nötig geworden war. Hier holte sich der erfahrene ehemalige sozialdemokratische Nationalrat Roger Nordmann den freigewordenen Regierungssitz.

Solarpanels auf einem Mehrfamilienhaus im Grünen
Was auf vielen Häusern funktioniert, scheint an Autobahnen schwieriger umzusetzen zu sein. Keystone / Gaetan Bally

Es tönte nach der perfekten Lösung für die Energiewende: Solarpanels entlang der Autobahnen. Doch Jahre nach dem Startschuss herrscht Ernüchterung. Die Solaroffensive des Bundes steckt im Stau – bisher ist keine einzige Anlage am Netz.

Der Bau von Solaranlagen an der Autobahn ist weitaus komplexer als auf Hausdächern, weil Standardlösungen für die Befestigung fehlen würden, schreibt heute die Neue Zürcher Zeitung. Deshalb seien die Kosten für Sicherheit und Netzanschlüsse wesentlich höher. Zudem müssten bestehende Lärmschutzwände oft erst aufwändig baulich verstärkt werden, um das zusätzliche Gewicht der Panels überhaupt tragen zu können.

Mit den sinkenden Marktpreisen für Strom schwinde ausserdem das Interesse der investierenden Unternehmen massiv. Erste Firmen hätten ihre Projekte bereits begraben, da sich die Einspeisung finanziell kaum noch lohne. Zudem erschwerten gesetzliche Hürden den direkten Verkauf des Stroms an lokale Betriebe oder Haushalte in der unmittelbaren Umgebung.

Branchenvertreterinnen und -vertreter fordern nun, dass der Bund den so produzierten Strom direkt für die eigene Infrastruktur nutzt. Würde das Bundesamt für Strassen (Astra) die Energie etwa für die Tunnelbelüftung nutzen, entfielen Netzgebühren, was die Projekte rentabel machen würde. Ohne ein solches Eingreifen droht das Prestigeprojekt laut NZZ endgültig zu scheitern.

Eine junge Frau im Abendkleid hält eine Trophäe in der Hand
Hürdenläuferin Ditaji Kambundji in ihrem selbst genähten Kleid. Keystone / Alexandra Wey

Was macht ein Sport-Superstar nach seiner Karriere? Die Sports Awards 2025 lieferten am Sonntag nicht nur einen Rekordsieger, sondern auch Überraschungen – und bewiesen, dass hinter Weltklasse-Leistungen oft sehr bodenständige Geschichten stecken.

Marco Odermatt bleibt das Mass aller Dinge. Mit seiner fünften Auszeichnung in Folge als Sportler das Jahres baute der Skistar laut SRF seine Rekordserie aus. Trotz Dominanz bewies er Humor: Auf die Frage nach seiner Zukunft mit 50 antwortete er trocken mit: «Coiffeur» – eine Anspielung auf die Live-Rasur seines Teamkollegen Franjo von Allmen während der Gala, wie der Blick berichtete.

Dass sich Weltklasse und Handarbeit nicht ausschliessen, bewies Ditaji Kambundji. Die erste Schweizer Hürden-Weltmeisterin feierte ihre Premiere als Sportlerin des Jahres. Besonders authentisch: Laut beiden Berichten hat die 23-Jährige ihr Gala-Kleid für den Anlass selbst genäht.

Ein historischer Meilenstein gelang Géraldine Reuteler. Die Fussballerin wurde als erste Frau im Schweizer Teamsport zum «Most Valuable Player des Jahres» gekürt. Laut Blick war sie das Gesicht der Heim-EM im letzten Sommer und wurde nach jedem Gruppenspiel der Schweiz zur besten Spielerin gewählt – das gab es noch nie in der EM-Geschichte.

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