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Ein Arbeiter in einer Eisenbahnfabrik

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die deutsche Firma Siemens wird bis zu 200 Züge an die SBB liefern. Das Schweizer Unternehmen Stadler Rail hat seine Beschwerde gegen die Vergabe des Milliardenauftrags zwar zurückgezogen, jedoch nicht, weil es seine Meinung geändert hätte.

Ausserdem berichte ich heute über das Phänomen jener Erwachsenen Menschen, die sich in einem Land mit immer weniger Christen dazu entscheiden, sich jetzt taufen zu lassen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre

Ein Monteur in einer Fabrik, von hinten fotografiert, auf seinem Cap steht "Stadler"
Bei der Arbeit im Werk von Stadler Rail in Bussnang im Kanton Thurgau. Keystone / Gian Ehrenzeller

Das Schweizer Unternehmen Stadler Rail hat seine Beschwerde gegen den Auftrag für mindestens 116 Doppelstockzüge, den die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) im November an die deutsche Siemens vergeben hatten, zurückgezogen.

Mit der beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer) eingereichten Beschwerde sollte eine unabhängige Überprüfung des SBB-Entscheids erwirkt werden. Der Rückzug erfolgt, da die im Lauf des Verfahrens vom Gericht erhaltenen Dokumente laut dem Unternehmen stark geschwärzt sind und keine ausreichende Transparenz bieten. Damit sind für Stadler die grundlegenden Informationen nicht zugänglich, die dem Verfahren die notwendige Grundlage für eine Weiterführung gegeben hätten.

Der Vertrag betrifft die Lieferung von 116 Doppelstockzügen für die S-Bahn Zürich und für die Westschweiz. Der Auftragswert beträgt rund 2,1 Milliarden Franken. Es gibt eine Option auf weitere 84 Züge, sodass das Gesamtvolumen bei 200 Zügen und rund 3,6 Milliarden Franken liegt.

Der Vorfall hatte eine heftige politische Debatte über die Praxis der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgelöst. Vertretende aller politischen Lager hatten den Entscheid der SBB kritisiert und gefordert, dass in ähnlichen Fällen Schweizer Unternehmen den Vorzug erhalten sollten.

Ein Mann im Anzug vor einer israelischen Flagge
Tibor Schlosser, der Botschafter Israels in der Schweiz. Keystone / Alessandro Della Valle

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat den israelischen Botschafter einbestellt, nachdem das Parlament in Tel Aviv die Ausweitung der Todesstrafe gebilligt hatte.

«Die Schweiz lehnt die Todesstrafe überall und unter allen Umständen ab, da sie unvereinbar mit dem Recht auf Leben und der Menschenwürde ist», schreibt das EDA.

Tim Enderlin, Leiter der Abteilung Frieden und Menschenrechte des Departements, wird dem israelischen Botschafter in der Schweiz, Tibor Schlosser, diese Woche persönlich den Standpunkt der Schweiz darlegen. Schlosser, der von den Medien der Tamedia-Gruppe interviewt wurde, erklärte, er verstehe den Standpunkt der Schweiz, doch in Israel liege der Fokus auch auf der Würde der Terroropfer, deren Familien sowie darauf, weitere Terroranschläge zu verhindern.

Das neue Gesetz sieht vor, dass bei einem terroristisch motivierten Mord, der darauf abzielt, den Staat Israel zu vernichten, die Todesstrafe oder lebenslange Haft verhängt werden kann. Vor israelischen Militärgerichten in den palästinensischen Gebieten ist die Todesstrafe durch Erhängen sogar obligatorisch und muss innerhalb von 90 Tagen nach dem Urteil vollstreckt werden. Kritische Stimmen betrachten das Gesetz als rassistisch, da es de facto nur das palästinensische Volk betrifft.

Israel hatte die Todesstrafe für Mord im Jahr 1954 abgeschafft, mit Ausnahme von Fällen des Völkermords, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Verbrechen gegen das jüdische Volk und militärischen Verrats. Die letzte Hinrichtung aufgrund eines Gerichtsurteils war jene des NS-Verbrechers Adolf Eichmann im Jahr 1962.

Ein Taufbecken
Manche Menschen finden im Erwachsenenalter (wieder) zum Glauben. Keystone

Während sich immer mehr Menschen vom christlichen Glauben abwenden, gibt es auch einen gegenteiligen Trend, der an Boden gewinnt: die Erwachsenentaufe. In der Schweiz betrifft dieses Phänomen, das besonders stark in Frankreich ausgeprägt ist, vor allem die Romandie.

In Frankreich haben dieses Jahr 13’000 Erwachsene diesen Schritt zum Glauben vollzogen, was einem Anstieg von 28% gegenüber 2025 entspricht. Vor der Coronavirus-Pandemie liessen sich in der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg rund fünfzehn Erwachsene pro Jahr taufen. Im Jahr 2025 waren es 59 und dieses Jahr stieg die Zahl bereits auf 130, wie RSI berichtet.

Laut Don Massimo Gaia, dem Delegierten des Bischofs der Diözese Lugano, nähern sich diese Menschen dem Christentum «nicht aus Tradition, nicht weil es Gewohnheit ist», sondern «als Frucht einer Suche» und einer persönlichen Entscheidung. In einem säkularen Umfeld treten Menschen hervor, die «ohne jemals eine christliche Ausbildung erhalten zu haben, sich dem Glauben tatsächlich aus Überzeugung annähern».

Dies sind jedoch Einzelfälle, die den allgemeinen Trend der Abkehr vom Christentum nicht aufhalten. Während der Anteil der Bevölkerung ohne Religionszugehörigkeit in der Schweiz 1970 bei 1,2% lag, betrug er 2024 bereits 36,8%. Der Anteil der Menschen protestantischen und katholischen Glaubens sank im selben Zeitraum von 95,5% auf 48,7%.

Viele Menschen, die demonstrieren, auf einer Brücke
Rund 40 Organisationen haben den Aufruf zur Demonstration in Bern lanciert. Keystone / Peter Schneider

Beim gestrigen Ostermarsch für den Frieden in Bern kamen mehr als 1200 Menschen zusammen, um ihre Solidarität mit den Opfern von Gewalt weltweit zu bekunden.

Die beachtliche Beteiligung sende eine starke Botschaft gegen die zunehmende Militarisierung, so die hinter dem Anlass stehenden Organisationen. Im letzten Jahr hatten rund 800 Personen teilgenommen.

«Wir werden überschwemmt von Informationen über Bombardierungen, Massaker und Hungersnöte. Und das Erschreckendste ist nicht die Gewalt an sich, sondern die Schnelligkeit, mit der wir uns daran gewöhnen», sagte Virginia Köpfli, Präsidentin der Frauenfriedensbewegung Frieda.

Die Tradition der Ostermärsche, die weltweit verbreitet ist, geht auf die 1960er-Jahre zurück, als sich Friedensbewegungen gegen Atomwaffen stellten. In Bern schlief diese Tradition gegen Ende des Kalten Kriegs etwas ein, wurde aber 2003 nach dem Einmarsch der USA in den Irak wieder aufgenommen, erinnert Keystone/SDA.

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