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Ein Junge auf Skis, der einen Sprung macht

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Oft hört man, Skifahren sei aufgrund der Klimaerwärmung langfristig zum Verschwinden verurteilt. Doch wie Sie in dieser Auswahl aktueller Nachrichten entdecken werden, ist es derzeit präsenter denn je.

In einer Zeit, die auch vom Konflikt im Nahen Osten geprägt ist, möchte ich Ihnen mit einem kleinen botanischen Wunder in Genf auch etwas Schönheit bieten.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre

Ein älterer Mann im Anzug
Der italienische Botschafter Gian Lorenzo Cornado am 3. Januar 2026 in Crans-Montana. Copyright 2026 The Associated Press. All Rights Reserved.

Der italienische Botschafter in der Schweiz ist zurück. Er war im Januar von Rom zurückberufen worden, als Zeichen der Missbilligung über die Art und Weise, wie die Ermittlungen zur Tragödie von Crans-Montana geführt wurden. Nun lobt Gian Lorenzo Cornado die justizielle Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in dieser Angelegenheit.

In der Sendung «Téléjournal» des Westschweizer Fernsehens RTS erklärte der Botschafter, dass die Bedingungen für seine Rückkehr erfüllt worden seien. Die Zusammenarbeit zwischen der italienischen und der Walliser Staatsanwaltschaft wurde eingeleitet. Der italienische Staatsanwalt konnte bereits «mindestens 3000 Dokumente» einsehen, von denen die Hälfte bald nach Rom übermittelt werden soll.

Ein gemeinsames Ermittlungsteams konnte Italien hingegen nicht durchsetzen. Dies werde jedoch durch die verstärkte Zusammenarbeit kompensiert, die «den italienischen Ermittlern sogar noch mehr Instrumente bietet», so der Botschafter.

Laut Cornado gebe es keine italienische Einmischung in die Ermittlungen, sondern «einen offenen Dialog, eine Konfrontation zwischen der Schweiz und Italien, aber in Offenheit und Loyalität, wie man es unter Freunden tut». Zur Erinnerung: Italien hatte mit sechs Toten und rund zehn Verletzten einen schweren Tribut beim tragischen Brand von Crans-Montana gezahlt, der insgesamt 41 Menschenleben forderte.

Ein roter Helikopter, davor eine fahrbare Bahre und mehrere Rettungsleute, eine Person liegt auf der Bahre
Die Luftrettung musste am Osterwochenende zahlreiche Einsätze fliegen. Keystone / Gaetan Bally

Man hört regelmässig, Skifahren sei aufgrund des Klimawandels und der abnehmenden Schneemassen langfristig zum Verschwinden verurteilt. Trotz dieser zunehmenden Warnrufe bricht der Skisport derzeit jedes Jahr neue Rekorde.

Vielleicht ist es ein Schwanengesang, doch die Skipisten sind so gut besucht wie nie zuvor. Davon zeugt der Rekordstart beim Verkauf des Magic Pass, dieses einzigartigen Abonnements, das Zugang zu zahlreichen Skigebieten bietet. Zum zehnten Jubiläum verzeichnet es bereits mehr als 341’000 verkaufte Abonnements für die nächste Saison. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs sind die Verkäufe um 23% gestiegen, wobei bereits damals ein Plus von 63% verzeichnet worden war.

Ein weiterer Indikator für die Attraktivität der Bergdestinationen sind die Rettungseinsätze am Osterwochenende. Die drei Rettungsgesellschaften führten insgesamt 311 Luftrettungseinsätze durch. Air-Glaciers und Air Zermatt rückten 121 Mal aus, gegenüber 51 Mal am Osterwochenende 2025 (+137%), meistens wegen Skiunfällen. Die Rega ihrerseits flog 190 Einsätze.

Und selbst wenn die wärmeren Tage bald kommen, bleibt die Anziehungskraft des Skifahrens bestehen. So sorgte die Schliessung der Skipisten von Crans-Montana am Ostermontagabend – zwei Wochen früher als im Vorjahr – für Unmut. Gegen das Saisonende mitten in den Osterferien haben mehr als tausend Personen haben eine Online-Petition unterzeichnet.

Ein Mann mit Cap schwenkt eine iranische Flagge
Im Iran wurde der Waffenstillstand als Sieg gefeiert. Copyright 2026 The Associated Press. All Rights Reserved.

Die Lage im Nahen Osten bleibt unübersichtlich, scheint sich jedoch etwas zu entspannen. Nachdem US-Präsident Donald Trump damit gedroht hatte, «eine ganze Zivilisation zu vernichten», hat er sein Ultimatum nicht umgesetzt und seine Position erneut geändert: Die USA und der Iran haben sich auf einen zweiwöchigen bilateralen Waffenstillstand geeinigt, der unter der Bedingung steht, dass die Strasse von Hormus wieder geöffnet wird.

Teheran hat Washington zudem einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt. Dieser soll ab Freitag in Pakistan besprochen werden. Die Waffenruhe bleibt jedoch fragil: Im Libanon gehen die israelischen Angriffe weiter, ebenso der Krieg in Gaza und mehrere Golfstaaten prangern weiterhin dem Iran oder seinen Verbündeten zugeschriebene Angriffe an.

Mit dem Waffenstillstand stellt sich die Frage, wer nach mehr als einem Monat der Auseinandersetzungen am meisten gewinnt – oder am wenigsten verliert. Nach Einschätzung der von RTS befragten Experten scheint der Iran seine Position zu stärken. «Wir befinden uns in einer Verhandlungssituation wie zu Beginn des Kriegs, nur dass die Iraner in dieser Angelegenheit mehr Trümpfe in der Hand haben, angefangen bei der Frage von Hormus», sagt Jean-Pierre Chagnollaud, Ehrenpräsident des Instituts für Forschung und Studien Mittelmeer-Naher Osten.

In einer Analyse zieht Blick-Korrespondent Richard Werly eine Bilanz aus der Sicht von Trump. Der US-Präsident habe zwar eine echte Machtdemonstration geliefert. «Aber wohin führt seine Stärke, wenn sie auf diese Weise und unter diesen Bedingungen eingesetzt wird?», fragt der Korrespondent. Die Ergebnisse der Verhandlungen werden eine genauere Bilanz ermöglichen. Doch für Werly scheint Trump bereits jetzt «das Vertrauen seiner Verbündeten, die militärische und geopolitische Glaubwürdigkeit und die Fähigkeit, diesen Konflikt zu seinen Bedingungen zu beenden», verloren zu haben.

Eine junge Frau pflegt eine riesige Blume
Das Personal des Genfer Botanischen Gartens pflegt die Doryanthes palmeri mit grösster Sorgfalt. Keystone / Salvatore Di Nolfi

Sie blüht nur einmal in ihrem Leben: Eine Pflanze sorgt in mehreren Schweizer Medien für Aufsehen. Genauer gesagt ist es eine Doryanthes palmeri, die in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens Genf geblüht hat.

43 Jahre musste man warten, bis diese aus dem Osten Australiens stammende Pflanze blühte. Ihre äusserst seltene und vergängliche Blütezeit dauert nur wenige Wochen und stellt ein aussergewöhnliches Ereignis dar – auch in ihrem natürlichen Lebensraum, wo die Art rund zehn Jahre bis zur Blüte braucht.

Die Doryanthes palmeri, auch Riesenspeerlilie genannt, ist eine so genannte monokarpische Pflanze, das heisst, sie blüht nur ein einziges Mal, bevor sie stirbt. Vor ihrem Ableben bildet sie jedoch Ableger, die ihre Nachkommenschaft sichern. Ihr Wachstum und ihre Entfaltung erfordern sehr präzise Bedingungen wie genug Wärme und Licht sowie eine geduldige Betreuung über mehrere Jahrzehnte hinweg.

Über das botanische Spektakel hinaus erinnert diese Blüte an die Schlüsselrolle botanischer Gärten bei der Erhaltung bedrohter Arten. Die seit 1995 in Australien als gefährdet eingestufte Doryanthes palmeri profitiert in Genf von einer geschützten Umgebung, die zur Bewahrung dieses seltenen pflanzlichen Erbes beiträgt. Ein weiteres Exemplar hatte bereits 2022 geblüht.

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